Ausgabe, MilitÀrgeschichtlichen

Neue Ausgabe der MilitÀrgeschichtlichen Zeitschrift: MGZ 82 (2023) Heft 2

23.11.2023 - 14:38:33

Potsdam - Das Heft prÀsentiert Studien zur deutschen MilitÀrgeschichte vom Deutschen Kaiserreich bis zu den ersten AuslandseinsÀtzen nach der Wiedervereinigung. Der erste Aufsatz stellt Heinrich von Brandt vor, den "Vater der deutschen militÀrischen Nachrichtendienste". Im zweiten Text werden seestrategische Schriften aus dem Ersten Weltkrieg untersucht. Der dritte Beitrag betrachtet den Irak-Einsatz der Bundeswehr im Zuge der UNOUnited Nations Organization-Mission UNSCOMUnited Nations Special Commission 1991-1996.

AufsÀtze in diesem Heft

James Stone, The Prussian Army's First Spymaster: Colonel Heinrich von Brandt and the NachrichtenbĂŒro, 1866-1876

Heinrich von Brandt was the father of German military intelligence. He was responsible for conducting espionage operations for the General Staff in the period of the foundation of the German Empire and made a significant contribution to Prussia's victory over France in 1871. Yet his important role has been completely neglected in histories of the Prussian army during this period. This study uses source material believed to have been lost during the Second World War to reconstruct the life and work of the first chief of the NachrichtenbĂŒro from 1866 to 1876.

Benjamin Miertzschke, Die FrĂŒhjahrsarbeiten der AufklĂ€rungsstreitkrĂ€fte und weitere neue Dokumente zur Entwicklung des deutschen seestrategischen Denkens im Ersten Weltkrieg

Der Beitrag befasst sich mit kĂŒrzlich entdeckten Quellen aus dem Bundesarchiv-MilitĂ€rarchiv, welche ein neues Licht auf die Entwicklung des deutschen seestrategischen Denkens im Ersten Weltkrieg werfen. Es handelt sich um eine Sammlung von Denkschriften, die im FrĂŒhjahr 1915 in den AufklĂ€rungsstreitkrĂ€ften unter dem Kommando von Konteradmiral Franz Hipper entstanden. Darin wird das Scheitern der bisherigen Strategie einer Entscheidungsschlacht in der Nordsee analysiert und es werden LösungsansĂ€tze fĂŒr einen zukĂŒnftigen Seekrieg entwickelt. Nach Ansicht der beteiligten Offiziere, zu denen u.a. KapitĂ€n z.S. Max Hahn, KapitĂ€n z.S. Magnus von Levetzow und Konteradmiral Georg Hebbinghaus gehörten, konnte die Lösung nur in einer völligen Umgestaltung der Seestrategie liegen. Das Konzept sah einen systematischen Angriff auf die britischen Versorgungswege im Atlantik vor. Dieser sollte mit neu zu entwickelnden Großkampfschiffen von ĂŒberragender Kampfkraft, ausgestattet mit Dieselantrieb oder Ölfeuerung, sowie mit unterstĂŒtzenden leichten StreitkrĂ€ften gefĂŒhrt werden. DarĂŒber hinaus wird gezeigt, dass diese Ideen auch in der restlichen Flotte und im RMA auf positive Resonanzen stießen. Abschließend wird auf mögliche KontinuitĂ€ten zum Z-Plan unter Admiral Erich Raeder hingewiesen.

Torsten Konopka, Die Beteiligung der Bundeswehr an der Sonderkommission der Vereinten Nationen (UNSCOMUnited Nations Special Commission) im Irak, 1991-1996

Nach Ende des Zweiten Golfkriegs beteiligte sich die Bundesrepublik Deutschland mit einzelnen Inspektoren sowie drei Hubschraubern und zwei Flugzeugen der Bundeswehr samt Personal an der Sonderkommission der Vereinten Nationen (UNSCOMUnited Nations Special Commission) im Irak. Vor Ort sollten sie bei der international geforderten Zerstörung der irakischen Massenvernichtungswaffen unterstĂŒtzen. Bei der Entsendung handelte es sich um die erste personelle Beteiligung der Bundeswehr an einer Maßnahme der Vereinten Nationen. Nach der personellen Nichtbeteiligung am Zweiten Golfkrieg erhofften sich das AuswĂ€rtige Amt und das Bundesministerium der Verteidigung hierdurch internationales Ansehen zu generieren, gegenĂŒber den USAUnited States of America Handlungsbereitschaft bei der Beilegung internationaler Krisen zu demonstrieren und erste militĂ€rische Erfahrungen im Rahmen einer multinationalen Maßnahme außerhalb des NATO-BĂŒndnisses zu sammeln. Politisch wurde die Beteiligung damit legitimiert, dass sie nicht als Einsatz der Bundeswehr im Sinne des Grundgesetzes galt, sondern als logistische UnterstĂŒtzung einer vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebilligten AbrĂŒstungsmaßnahme.

Die MGZ

Die MilitĂ€rgeschichtliche Zeitschrift (MGZ) ist eine der fĂŒhrenden deutschsprachigen wissenschaftlichen Publikationen im Bereich der MilitĂ€rgeschichte und bietet in jeder Ausgabe AufsĂ€tze und BeitrĂ€ge zur aktuellen Forschung sowie Rezensionen zur Literatur aus der MilitĂ€rgeschichte und aus anderen relevanten Forschungsbereichen. Die MGZ wird vom Zentrum fĂŒr MilitĂ€rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBwZentrum fĂŒr MilitĂ€rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) in Potsdam herausgegeben und erscheint halbjĂ€hrlich bei De Gruyter Oldenbourg.

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