Precht, ZDF

Precht im ZDF: Das Ende des Westens. Die Weltordnung der Zukunft

25.03.2025 - 17:00:21

Mainz - Sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Europa keine Wertegemeinschaft mehr? Wie muss sich Europa kĂŒnftig aufstellen? DarĂŒber diskutiert Richard David Precht mit dem bulgarischen Politologen Ivan Krastev. "Precht: Das Ende des Westens. Die Weltordnung der Zukunft" sendet das ZDF am Sonntag, 30. MĂ€rz 2025, 23.45 Uhr, und ist am Sendetag ab 10.00 Uhr im ZDF zu streamen.

Nach der erneuten Wahl Donald Trumps zum PrÀsidenten der USA zeigt sich: Europa muss seinen Platz in einer multipolaren Weltordnung neu finden, um ein selbstbewusster und ernst zu nehmender politischer Pol zu werden. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 könnte nun ein Àhnlich gravierender historischer Umbruch bevorstehen, ausgelöst durch den radikalen Umbau Amerikas, mit dem US-PrÀsident Trump gerade erst begonnen hat.

Ein besonderes Symptom weltpolitischer UmbrĂŒche sei, so Ivan Krastev, das Zustandekommen von zuvor unvorstellbaren BĂŒndnissen. Trump zeigt sich Putin gegenĂŒber respektvoller als gegenĂŒber der EU, dem treu ergebenen BĂŒndnispartner der vergangenen 70 Jahre. Nichts scheint mehr unmöglich. Mit erschreckender Geschwindigkeit Ă€ndern sich die geopolitischen VerhĂ€ltnisse. Permanente gesellschaftliche Transformationsprozesse nehmen den Menschen das GefĂŒhl der Sicherheit und VerlĂ€sslichkeit.

Statt regelbasierter Diplomatie ungeniert kapitalistische Politik?

Die Weltpolitik der HegemonialmĂ€chte scheint ihre Maske fallen zu lassen. Nationale Interessen werden nicht mehr hinter regelbasierter Diplomatie versteckt. Eine ungeniert kapitalistische Politik bricht sich Bahn, in der plötzlich Territorien beansprucht, Allianzen gebrochen, MĂ€rkte abgeschottet, die Gewaltenteilung ignoriert, soziale Sicherheit untergraben und die Einwanderung gestoppt werden. Trump will die USA zu einem profitablen Unternehmen umbauen, in dem man Kanada oder Grönland nicht mehr als Nachbarn, sondern als kĂ€ufliche Immobilie betrachtet. Aber auch in der StabilitĂ€t des einstigen Vasallen Europa sieht man zukĂŒnftig keinen ausreichenden Gewinn mehr. Unverhofft steht Europa mit seinen Werten und Ideologien wie ein veraltetes GebĂ€ude zwischen rasant wachsenden Wolkenkratzern, die weder Genehmigungen noch demokratisch gefasste PlĂ€ne respektieren.

Kennt diese "kapitalistische Diplomatie" keine Werte mehr, nur noch Geldwerte? Ist das das Ende der modernen Zivilisation oder ein temporĂ€rer RĂŒckschritt auf dem Weg in eine moderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts – oder eine neue Phase, auf die es sich einzustellen gilt?

Infos zu GesprÀchsgast Ivan Krastev

Ivan Krastev, Jahrgang 1965, ist bulgarischer Politikwissenschaftler und Politikberater. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Europa und die Demokratie-Forschung. Er gilt als einflussreicher Kenner Osteuropas. Bei "Precht" hat er 2022 ĂŒber "Zeitenwende? – Die Welt nach dem Kriegsschock" und 2023 ĂŒber die "Zerrissene Welt – Zwischen Werten und Interessen" diskutiert.

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