Handy, Tablet und Co: Kleine Kinder haben mehr Zugang zu smarten GerĂ€ten / Erste Ergebnisse der miniKIM-Studie 2023 ĂŒber Mediennutzung von Kindern im Alter zwischen 2 und 5 Jahren vorgestellt
26.04.2024 - 15:57:12Es ist eines der wichtigsten Themen fĂŒr Eltern: 89 Prozent der MĂŒtter und VĂ€ter in Deutschland interessiert der Umgang von Kindern mit Medien, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Dieses Thema steht damit an dritter Stelle nach Erziehung und Gesundheitsfragen. Die Studie miniKIM 2023 des MedienpĂ€dagogischen Forschungsverbunds SĂŒdwest (mpfs) hat genau das nĂ€her untersucht: Insgesamt wurden 600 Haupterziehende von 2- bis 5-JĂ€hrigen zur Mediennutzung ihrer Kinder befragt. In diesem Alter nutzen 23 Prozent der MĂ€dchen und Jungen bereits tĂ€glich mindestens ein GerĂ€t mit Internetzugang wie Smartphones, Tablets, Laptops oder Sprachassistenten. Nimmt man Mediatheken, Streaming-Dienste, Computerspiele oder Apps dazu, sind es 44 Prozent, die tĂ€glich digitale Angebote nutzen.
"Was die Medienausstattung der Haushalte betrifft, sind deutlich mehr Sprachassistenten zuhause verfĂŒgbar. Auch hat eine steigende Anzahl Familien ein Abo bei einem Pay-TV-Anbieter oder einem Streamingdienst", erklĂ€rt miniKIM-Studienleiter Thomas Rathgeb die VerĂ€nderungen seit der letzten Untersuchung aus dem Jahr 2020. Inzwischen haben vier von fĂŒnf Familien mit Kleinkindern ein Streaming-Abo.
GegenĂŒber 2020 hat auch der direkte Zugang der Kinder zu smarten GerĂ€ten zugenommen. Mit einer Steigerung um 50 Prozent hat nun jedes fĂŒnfte Kleinkind ein eigenes Tablet zur VerfĂŒgung, bei den Vorschulkindern (4-5 Jahre) sind es bereits 28 Prozent. Ebenso ist der Zugang der Kinder zu einem Streaming-Abo von acht auf aktuell 13 Prozent angestiegen. Jedes zehnte Kind im Alter von zwei bis fĂŒnf Jahren hat nach Angaben der Eltern bereits ein eigenes Handy oder Smartphone. Laut Studienleiter Rathgeb haben Familien eine sehr umfangreiche Medienausstattung. Indem Eltern diese Medien zunehmend auch kleinen Kindern zugĂ€nglich machten, wachse aber auch deren Verantwortung, die Mediennutzung zu begleiten und altersgerecht zu gestalten.
Essenz aus dem Forschungsprojekt "Kindgerechte ZugÀnge zum Internet"
Erste Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt "Kindgerechte ZugĂ€nge zum Internet" der Bundeszentrale fĂŒr Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) zeigen, dass auch jĂŒngere Kinder sich mittels digitaler Medien mit Gleichaltrigen austauschen und gemeinsam spielen und lernen möchten. "Die aktuell verfĂŒgbare Angebotslandschaft kann dieses BedĂŒrfnis jedoch nur teilweise erfĂŒllen", sagt Sebastian Gutknecht, Direktor der BzKJ. "Deshalb haben wir in 2024 ein Förderprogramm fĂŒr Angebote aufgelegt, die Kindern altersgerechte digitale Erfahrungen ermöglichen und Orientierung bieten."
Jutta Croll, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Digitale Chancen, die das Forschungsprojekt durchfĂŒhrt, unterstreicht das Kinderrecht auf freie MeinungsĂ€uĂerung und gesellschaftliche Teilhabe: "Auch kleinere Kinder sollten Zugang zu digitaler Kommunikation und Interaktion haben und bei der Nutzung unterstĂŒtzt werden, um ein gutes Aufwachsen mit Medien zu gewĂ€hrleisten."
Fachkongress mit aktuellen Forschungsergebnissen und fachlichem Diskurs
Kinder beim Aufwachsen in einer digitalen Gesellschaft zu begleiten und von klein auf zu fördern, ist eine Anforderung an die frĂŒhkindliche Bildung, mit der sich Politik und Wissenschaft ebenso auseinandersetzen wie pĂ€dagogische FachkrĂ€fte in der Praxis vor Ort. In einem mehrjĂ€hrigen Forschungs- und Praxisprojekt haben sich die Stiftung Ravensburger Verlag und die Stiftung Digitale Chancen mit der Medienerziehung im Dialog von Kita und Familie befasst. Der Fachkongress "FrĂŒhkindliche Medienbildung" am 26. April 2024 in der Landesvertretung Baden-WĂŒrttemberg in Berlin knĂŒpft an die Projektergebnisse an und stellt aktuelle Entwicklungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vor.
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