Regina Ziegler stirbt mit 82 Jahren in Berlin
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZieglers Weg von 1973 bis 2026
- Regina Ziegler gründete 1973 mit begrenztem Startkapital ihre eigene Produktionsfirma.
- Ihre Karriere umfasste mehr als 50 Jahre und mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen.
- Seit mehr als 20 Jahren arbeitete ihre Tochter Tanja im Unternehmen mit.
Regina Ziegler stirbt mit 82 Jahren in Berlin
Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist am 1. November unerwartet mit 82 Jahren in Berlin gestorben. Sie gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehbranche und gründete als erste Frau in Deutschland eine Produktionsfirma.
Mehr als 500 Produktionen
Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt geboren. Ihre mehr als 50 Jahre dauernde Karriere brachte ihr unter anderem den Deutschen Filmpreis, den International Emmy und den Grimme-Preis ein.
Zu ihren Arbeiten zählen Kinofilme und Fernsehproduktionen mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und Ulrich Schamoni. Bekannt wurde sie auch durch Serien und Reihen wie „Weissensee“, „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“.
Karriere in einer Männerdomäne
1973 kündigte Ziegler ihre Festanstellung und gründete mit 60 D-Mark Startkapital sowie geliehenem Geld ihre eigene Produktionsfirma. Ihr erster Spielfilm war „Ich dachte, ich wäre tot“, den sie gemeinsam mit ihrem späteren zweiten Ehemann Wolf Gremm realisierte.
Über Jahrzehnte etablierte sich Ziegler als Produzentin in einer Branche, die damals von Männern geprägt war. Insgesamt realisierte sie weit mehr als 500 Produktionen und erhielt bereits 2012, 2016 und 2018 Auszeichnungen für ihr Lebenswerk.
Tochter Tanja arbeitete im Unternehmen mit
Vor mehr als 20 Jahren stieg Zieglers Tochter Tanja in das Geschäft ein. 2011 übernahmen beide das Berliner Traditionskino „filmkunst 66“; das Unternehmen ist neben Berlin auch in Köln, München und Baden-Baden vertreten.
2024 erhielt Ziegler den Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk. Zu ihren späteren Projekten gehörten „In Liebe, Eure Hilde“ und die Verfilmung von „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, die 2026 bei der Frankfurter Buchmesse als beste Adaption ausgezeichnet wurde.
Unternehmen würdigt ihre Lebensleistung
Die Ziegler Film GmbH teilte mit, Ziegler sei am Morgen des 1. November gestorben. Ihre Tochter Tanja und das Team des Unternehmens würdigten ihre Leidenschaft für Geschichten, ihren Einsatz für den Film und ihren Mut.
Regina Ziegler gehörte zu einer Generation von Produzentinnen, die sich in einer stark von Männern geprägten Filmwirtschaft etablieren mussten. Mit der Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma im Jahr 1973 schuf sie sich nicht nur berufliche Unabhängigkeit, sondern baute über Jahrzehnte ein Unternehmen auf, das Kino- und Fernsehstoffe gleichermaßen realisierte.
Ihr Einfluss reichte über einzelne Filme hinaus. Mehr als 500 Produktionen, Arbeiten mit prägenden Regisseuren und erfolgreiche Fernsehserien machten Ziegler zu einer wichtigen Vermittlerin zwischen anspruchsvollem Autorenfilm, populärem Fernsehen und großen Kinoprojekten. Auszeichnungen wie Deutscher Filmpreis, International Emmy und Grimme-Preis dokumentierten diese Breite.
Eine prägende Produzentinnenkarriere
Für die deutsche Branche steht Ziegler damit auch für den Wandel von Rollenbildern hinter der Kamera. Sie verband wirtschaftliche Verantwortung mit der Auswahl und Entwicklung kulturell bedeutsamer Stoffe. Dass ihre Tochter Tanja bereits seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen mitarbeitet, verweist zugleich auf die langfristige Kontinuität der Firma.
Für das Publikum bleiben vor allem die von ihr ermöglichten Filme und Serien sichtbar. Dazu zählen neben preisgekrönten Kinoproduktionen auch Reihen wie „Weissensee“, „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“. Der Tod der Produzentin beendet eine mehr als fünf Jahrzehnte währende Karriere, deren Wirkung in vielen Teilen der deutschen Film- und Fernsehlandschaft fortbesteht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Nach mehr als 500 Produktionen: Filmproduzentin Regina Ziegler gestorben“ (01.11.2026)
Der Beitrag bestätigt den Tod der 82-Jährigen in Berlin und stellt ihre mehr als 500 Produktionen sowie zahlreiche Auszeichnungen heraus. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die zwei Oscar-Nominierungen und die Entwicklung ihrer Produktionsfirma seit 1973.
Stern: „Regina Ziegler ist im Alter von 82 Jahren überraschend gestorben“ (01.11.2026)
Der Beitrag bestätigt ebenfalls den Tod in Berlin und hebt den überraschenden Zeitpunkt hervor. Im Unterschied zur ausführlichen Würdigung der Karriere bei tagesschau bleibt der Text zunächst bei der Todesnachricht und einer kurzen Einordnung.
Übereinstimmend steht der Tod im Alter von 82 Jahren im Mittelpunkt. Die Beiträge unterscheiden sich vor allem in der Gewichtung zwischen ausführlicher Branchenbilanz und knapper Nachricht.
