Rettende Viren und das Mikrobiom des Menschen in WissenHoch2 in 3sat / Mit einer neuen Wissenschaftsdoku und einer Ausgabe von SCOBEL
13.03.2025 - 10:33:35 | presseportal.de
Rettende Viren aus dem Slum
FĂŒr die wachsende Zahl der Antibiotikaresistenzen gibt es verschiedene GrĂŒnde. Zum einen fĂŒhrt eine unspezifische oder fehlerhafte Einnahme von Antibiotika dazu, dass Bakterien zu multiresistenten Keimen mutieren. Zum anderen hat der ĂŒbermĂ€Ăige Antibiotikaeinsatz in der Tierzucht zur Folge, dass Antibiotika zunehmend an Wirksamkeit verlieren. Die Wissenschaft setzt bei der BekĂ€mpfung von Bakterien immer hĂ€ufiger auf das Potenzial bakterienfressender Viren, der Bakteriophagen. Forschende aus den USA, aus Georgien, Kenia und Uganda arbeiten an einer geeigneten Phagen-Therapie und bauen internationale Kooperationen auf. FĂŒndig werden sie vor allem in bakterienverseuchten AbwĂ€ssern. Phagen-Proben aus den USA und afrikanischen LĂ€ndern sollen dabei helfen, eine Biobank aufzubauen und spezifische Phagen-Cocktails herzustellen. In Deutschland ist die Phagen-Therapie aufgrund fehlender klinischer Studien noch nicht zugelassen. Doch in einigen LĂ€ndern wie zum Beispiel Georgien und der Slowakei werden Bakteriophagen zur Therapie an Patientinnen und Patienten mit Antibiotikaresistenzen erfolgreich eingesetzt.
Biotop Mensch
Viele der Mikroorganismen, die den Menschen besiedeln, leben in Symbiose. GerĂ€t diese empfindliche Mischung aus Bakterien, Amöben, Pilzen, Milben und oft auch WĂŒrmern ist aus der Balance â beispielsweise durch Stress, UmweltverĂ€nderungen, ungesunde ErnĂ€hrung oder die Einnahme von Antibiotika â, kann das gesundheitliche Probleme verursachen. Die neuere Forschung liefert immer mehr Hinweise darauf, dass das Mikrobiom eine zentrale Rolle bei vielen Erkrankungen wie Depression, Diabetes und Allergien spielt. Der Mensch ist also kein isoliertes Individuum, sondern ein Superorganismus, in dem viele aufs Engste zusammenarbeiten. Deshalb ist es wichtig, dieses effiziente und gleichzeitig fragile Kollektiv zu verstehen, um es schĂŒtzen zu können. Wie funktioniert das Mikrobiom genau? Wie schĂŒtzt es vor Krankheiten? Was kann man selbst zum Schutz des Mikrobioms beitragen? Ăber diese und andere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen GĂ€sten und wirft einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung.
"WissenHoch2" â ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen GĂ€sten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
Pressekontakt:
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