Russell Brand in London wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie nächsten Schritte im Londoner Verfahren
- Die Geschworenen sprachen Brand am Londoner Southwark Crown Court in vier Anklagepunkten schuldig.
- Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und zwei Vorwürfen sexueller Übergriffe wurde er freigesprochen.
- Das Gericht will das Strafmaß am kommenden Montag bekanntgeben.
Russell Brand in London in vier Punkten schuldig gesprochen
Der britische Schauspieler und frühere Comedian Russell Brand ist in einem Strafprozess wegen sexueller Gewalt in vier Punkten schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen am Londoner Southwark Crown Court verurteilten den 51-Jährigen wegen einer Vergewaltigung und dreier Fälle sexueller Nötigung.
Urteil betrifft Tat aus dem Jahr 2009
Dem Schuldspruch zufolge verging sich Brand 2009 nach einem Theaterauftritt in London an einem damals 21 Jahre alten weiblichen Fan. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und zwei angeblichen Fällen sexueller Übergriffe sprach die Jury ihn frei.
Der Richter kündigte laut britischer Nachrichtenagentur PA an, dass Brand mit einer Haftstrafe rechnen müsse. Deshalb wurde er in Untersuchungshaft genommen; das Strafmaß soll am kommenden Montag verkündet werden.
Brand bestritt die Vorwürfe
In dem mehrwöchigen Prozess schilderten die betroffenen Frauen die Vorwürfe. Auch Brands Ehefrau Laura sagte aus und unterstützte ihren Mann.
Brand hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Vor Gericht räumte er ein, früher von Sex besessen gewesen zu sein, erklärte aber, seine sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Beim Verlesen des Schuldspruchs wegen der Vergewaltigung schloss er die Augen und reagierte ansonsten kaum.
Polizei ermittelt zu neuen Vorwürfen
Nur wenige Minuten nach der Urteilsverkündung wurden neue Vorwürfe gegen Brand bekannt. Die Londoner Metropolitan Police ermittelt wegen Vergewaltigungsvorwürfen zweier Frauen; Brand wurde dazu bereits vernommen.
Nach Darstellung der Polizei soll Brand seinen Einfluss, seinen Status und seinen Ruhm genutzt haben, um sexuelle Übergriffe auf Frauen zu begehen. Die Behörde erklärte, das Urteil zeige den Mut der betroffenen Frauen und niemand stehe unabhängig von Berühmtheit oder Macht über dem Gesetz.
Bekannt durch BBC, MTV und Kinofilme
Brand wurde als Stand-up-Comedian sowie als Radio- und Fernsehmoderator bei BBC und MTV bekannt. Mit Filmen wie „Nie wieder Sex mit der Ex“ gelang ihm der Sprung ins internationale Kino.
Zwischenzeitlich lebte Brand in den USA und war mit der Popsängerin Katy Perry verheiratet. Die Ehe wurde nach 14 Monaten getrennt; seine Popularität erleichterte ihm nach eigener Aussage sexuelle Kontakte.
Der Schuldspruch gegen Russell Brand markiert den Ausgang eines Prozesses, in dem die britische Justiz Vorwürfe sexueller Gewalt gegen einen international bekannten Entertainer geprüft hat. Im Mittelpunkt standen Tatvorwürfe aus einer Zeit, in der Brand als Moderator, Comedian und Schauspieler große öffentliche Aufmerksamkeit genoss.
Das Verfahren zeigt die besondere Bedeutung von Geschworenengerichten im britischen Strafrecht. Die Jury bewertete die einzelnen Anklagepunkte getrennt: Neben der Verurteilung wegen einer Vergewaltigung und drei Fällen sexueller Nötigung sprach sie Brand von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und zwei Vorwürfen sexueller Übergriffe frei. Damit fällt das Ergebnis differenziert aus und bildet nicht sämtliche Anklagepunkte ab.
Strafmaß und weitere Ermittlungen
Mit der angekündigten Verkündung des Strafmaßes steht der nächste gerichtliche Schritt bereits fest. Die Inhaftierung bis dahin unterstreicht die unmittelbaren Folgen des Schuldspruchs. Zugleich dürften die neuen Ermittlungen der Londoner Polizei gegen Brand wegen weiterer Vergewaltigungsvorwürfe die öffentliche und juristische Aufarbeitung verlängern.
Für den Umgang mit Vorwürfen gegen prominente Personen ist der Fall von grundsätzlicher Bedeutung: Bekanntheit und beruflicher Einfluss können Ermittlungen erschweren, ersetzen aber weder die Beweisaufnahme noch die gerichtliche Einzelprüfung. Entscheidend bleiben deshalb die konkreten Tatvorwürfe, die Beweislage und die jeweiligen Entscheidungen der Gerichte.
stern: „Russell Brand wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen“ (05.11.2026)
Der Artikel bestätige den Schuldspruch wegen einer Vergewaltigung und drei Fällen sexueller Nötigung vor dem Southwark Crown Court. Er konzentriere sich wie die dpa-Meldung auf das Urteil und nenne keine darüber hinausgehende abweichende Bewertung.
stern: „Verhandlung in London: Strafprozess gegen Russell Brand: Jury beginnt Beratungen“ (03.11.2026)
Der ältere Beitrag habe den Prozessstand vor der Entscheidung beschrieben und Brands Bestreiten der Vorwürfe sowie die Zusammensetzung der Jury thematisiert. Für den aktuellen Schuldspruch liefere er Vorgeschichte, nicht aber eine neue Bewertung des Urteils.
Übereinstimmung besteht beim Schuldspruch und beim Prozessort; der Schwerpunkt unterscheidet sich durch die zeitliche Perspektive. Offen bleiben das konkrete Strafmaß und die Folgen der weiteren Ermittlungen.
