Neuseeland, Céline-Dion-Songs

Ort in Neuseeland stört sich an zu lauten Céline-Dion-Songs

26.10.2023 - 12:01:52

Schon mal von «Sirenen-Schlachten» gehört? In Neuseeland PhĂ€nomen einer Auto- wie Musik-begeisterten Subkultur - und Grund fĂŒr Ärger. Der Unmut richtet sich - indirekt - auch gegen die Königin der Balladen.

Céline Dion gilt als Königin ruhiger Balladen. Wer «My Heart Will Go On» auf ZimmerlautstÀrke abspielt, mag auch durchaus Entspannung finden - in Neuseeland wird die Musik der Kanadierin aber als LÀrmbelÀstigung empfunden.

Grund: Mitten in dem StĂ€dtchen Porirua auf der Nordinsel liefern sich Musikfans seit einiger Zeit vor allem nachts sogenannte «siren battles» (wörtlich: Sirenen-Schlachten) - vor allem mit den grĂ¶ĂŸten Hits der SĂ€ngerin.

Die «Schlachten» seien Teil einer neuseelĂ€ndischen Subkultur, die ihre UrsprĂŒnge in der ethnischen Gruppe der Pasifika habe, schrieb der «Guardian» jetzt. Dabei motzen Musikbegeisterte ihre Autos mit Dutzenden Lautsprechern und Sirenen auf, um dann in verschiedenen Kategorien um den lautesten und klarsten Sound zu konkurrieren.

Dions Lieder seien dafĂŒr ideal, weil sie mit ihrer stimmlichen Bandbreite sehr hohe Töne treffe und es kaum BĂ€sse gebe, sagte Paul Lesoa, der regelmĂ€ĂŸig an «battles» rund um Auckland teilnimmt, einmal der neuseelĂ€ndischen Nachrichtenseite «The SpinOff».

Die genervten Anwohner von Porirua, die regelmĂ€ĂŸig um ihren Schlaf gebracht wĂŒrden, hĂ€tten jetzt aber die Nase voll und forderten ein Eingreifen der Behörden, berichtete der Sender «Radio New Zealand». Einige BĂŒrger haben eine Petition auf Change.org gestartet, um dem schlafraubenden Gedudel ein Ende zu bereiten.

«Genug ist genug», heißt es da. «Der Stadtrat von Porirua muss handeln und die ZusammenkĂŒnfte von Autos stoppen, die zu jeder Nachtzeit dröhnende Musik und Sirenen abspielen.»

Auch BĂŒrgermeisterin Anita Baker sagte, sie habe die Sirenen-Schlachten «grĂŒndlich satt». Allerdings habe sie nicht die Befugnis, das Problem zu lösen. Sie arbeite aber daran zusammen mit Polizei und Regionalbehörden, Lösungen zu finden. Ziel sei es letztlich, dass die Teilnehmer ihre Lautsprecher dort aufdrehten, wo sie niemand hören könne.

@ dpa.de