Kindheitstrauma loswerden: Psychologe erklÀrt, was uns emotional blockiert
10.10.2025 - 13:43:19Kindheitstraumata sind keine abgeschlossene Vergangenheit; sie sind oft ein unsichtbares Drehbuch fĂŒr unser Erwachsenenleben. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie frĂŒhkindliche Erfahrungen unser Verhalten steuern, welche emotionalen Blockaden daraus entstehen und welche therapeutischen AnsĂ€tze helfen, diese PrĂ€gungen endlich aufzulösen.
Die PrÀgungen der Kindheit
PrĂ€gende Kindheitserfahrungen sind in der Regel schmerzhaft. Dabei entstehen Denkmuster wie: "Ich habe das GefĂŒhl, dass ich nicht liebenswert bin, ausgegrenzt oder bestraft werde." Aus solchen Gedanken können GlaubenssĂ€tze entstehen, die den Blick auf die Welt bestimmen. Viele Menschen glauben dann, dass sie eben so sind: vielleicht perfektionistisch oder auch cholerisch. Es ist aber nicht ihre Persönlichkeit, sondern ihre PrĂ€gung.
Diese PrĂ€gungen zeigen sich zum einen in wiederkehrenden Verhaltensmustern: LĂŒgen, obwohl es dem eigenen Wunsch widerspricht. Zustimmen, obwohl innerlich ein klares Nein empfunden wird. Klammern in Beziehungen, Schweigen in Konfliktsituationen oder Schwierigkeiten beim Setzen von Grenzen. Zum anderen Ă€uĂern sich PrĂ€gungen in wiederkehrenden emotionalen Belastungen wie dem GefĂŒhl, abgelehnt oder nicht geliebt zu werden, der stĂ€ndigen Angst vor Verlassenwerden oder der Scheu vor Auseinandersetzungen.
Wie genau entstehen solche inneren Muster?
Die psychologische Mechanik lautet: Alle wiederkehrenden Probleme haben ihren Ursprung in der Vergangenheit, meist in der Kindheit oder Jugend. Wenn man immer wieder traurig ist oder stĂ€ndig an sich zweifelt, obwohl es objektiv keinen Anlass dafĂŒr gibt, ist die Ursache in der Regel eine prĂ€gende Erfahrung. Diese Erfahrung verĂ€ndert dann meine Wahrnehmung. Bekommen beispielsweise zwei Geschwister ein Geschenk, das dritte Kind aber nicht, wird es langfristig das GefĂŒhl entwickeln, dass es nicht so liebenswert oder nicht so wertvoll wie die anderen ist. Kinder beziehen solche Situationen nicht auf das Verhalten der Eltern, sondern immer auf sich selbst. Daraus entstehen die GlaubenssĂ€tze, die uns ein Leben lang beeinflussen.
Diese PrĂ€gungen haben ihren Ursprung hĂ€ufig in Erfahrungen mit den eigenen Eltern. Wenn die Eltern ihre Themen selbst nicht aufgearbeitet haben, reagieren sie manchmal unverhĂ€ltnismĂ€Ăig. Sie werden beispielsweise extrem wĂŒtend, wenn ein Kind nicht tut, was sie möchten, oder sie haben ĂŒbermĂ€Ăige Angst, dass etwas Schlimmes passiert. Dabei sind die Reaktionen oft nicht kindgerecht und die Kinder interpretieren sie dann als BestĂ€tigung dafĂŒr, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Indem Eltern ihre eigenen PrĂ€gungen erkennen und aufarbeiten, durchbrechen sie die Muster, die von einer Generation auf die nĂ€chste ĂŒbertragen werden.
Wie sich PrÀgungen aufarbeiten lassen
1. Diagnostik der KindheitsprĂ€gung: ZunĂ€chst kann jeder bei sich selbst analysieren, welche Themen immer wieder auftauchen: FĂŒhle ich mich stĂ€ndig abgelehnt? Kann ich keine Grenzen setzen? Habe ich stĂ€ndig Angst vor Konflikten? Zudem ist es hilfreich, andere Menschen zu fragen, die einen gut kennen. Allein das Beobachten und Benennen macht schon viel bewusst. In unserem Coaching machen wir das mithilfe von psychologischen Fragebögen.
2. Die Ursprungssituationen finden: Da die PrĂ€gungen nicht genetisch bestimmt sind, sondern durch negative Erfahrungen entstehen, ist es sinnvoll, gedanklich zum Ursprung zurĂŒckzukehren. Vielen Menschen fĂ€llt das allerdings schwer, weil die Erinnerungen verschwimmen oder ganz verdrĂ€ngt wurden. Die Psychologie hat deshalb spezifische ReaktivierungsĂŒbungen entwickelt.
3. Entmachtung der Ursprungssituation: Ist der Ursprung mithilfe der ReaktivierungsĂŒbungen gefunden, gibt es andere psychologische Ăbungen, die der Erinnerung das emotionale Gewicht nehmen: Irgendwann spĂŒren wir, dass es nicht an uns lag. Es war Papas Thema. Wir selbst sind in Ordnung.
4. Glaubenssatzarbeit: Nachdem die PrĂ€gungsarbeit abgeschlossen ist, folgt die Auseinandersetzung mit den GlaubenssĂ€tzen. Dabei werden negative GlaubenssĂ€tze identifiziert, hinterfragt und durch positive Ăberzeugungen ersetzt. Die Reihenfolge dieser Schritte ist nicht zufĂ€llig gewĂ€hlt: Es ist wenig sinnvoll, eine Pflanze zu gieĂen, solange sie in vergiftetem Boden steht. In diesem Bild steht das GieĂen fĂŒr die Arbeit an den GlaubenssĂ€tzen, wĂ€hrend der vergiftete Boden die unaufgearbeiteten PrĂ€gungen symbolisiert. ZunĂ€chst muss also ein gesunder Boden geschaffen werden â erst danach kann das GieĂen seine Wirkung entfalten.
5. VerhaltensĂ€nderung: Die durch innere Arbeit angestoĂenen Prozesse werden nun in das alltĂ€gliche Leben ĂŒbertragen. Es gilt, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und Situationen zu meistern, die bislang gemieden wurden. Durch dieses mutige Handeln entstehen neue Erfahrungen und meist reagieren andere Menschen darauf ĂŒberraschend positiv. Mit der Zeit wird erkennbar, dass viele Ăngste unbegrĂŒndet waren und das Leben seinen gewohnten Lauf nimmt. So entstehen positive Referenzerfahrungen, die das neue Verhalten stabilisieren und festigen.
Fazit: Den Kreis durchbrechen
Wenn Eltern nicht gelernt haben, Grenzen zu setzen oder Konflikte auszuhalten, wirkt sich das zwangslĂ€ufig auf die nĂ€chste Generation aus. Sie sind ihren Kindern gegenĂŒber entweder sehr strafend oder besonders nachgiebig. Kinder brauchen jedoch Liebe und klare Grenzen, um sich sicher und orientiert zu fĂŒhlen. Im spĂ€teren Leben haben sie sonst oft Schwierigkeiten, die sie wiederum an ihre Kinder weitergeben. Deshalb ist es so wertvoll, negative Muster zu erkennen und aktiv zu verĂ€ndern.
Ăber RamĂłn Schlemmbach:
RamĂłn Schlemmbach ist klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker fĂŒr Psychotherapie. Mit seinem Coaching-Programm âGeprĂ€gt! Aber richtigâ unterstĂŒtzt er Erwachsene dabei, emotionale Altlasten aus der Kindheit zu erkennen und nachhaltig loszuwerden. Durch seine strukturierte Online-Arbeit hat er bereits ĂŒber 1200 Klient*innen geholfen, ein erfĂŒllteres Leben zu fĂŒhren. Mehr Informationen unter: https://ramon-schlemmbach.de/
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