PrÀgungen, Kind

So ĂŒbertragen Eltern ihre eigenen PrĂ€gungen auf ihr Kind

09.07.2025 - 09:00:00

Schwerin - Viele Menschen tragen PrĂ€gungen aus ihrer Kindheit unbewusst ins Erwachsenenalter – vor allem, wenn sie diese Erfahrungen nie wirklich aufgearbeitet haben. Besonders deutlich zeigen sich solche Muster, wenn sie selbst Eltern werden: Plötzlich treten Schwierigkeiten wie mangelnde Stressregulation, das GefĂŒhl, nicht zu genĂŒgen, oder Probleme mit NĂ€he wieder hervor.

Selbst mit besten Absichten lassen sich alte Denk- und Verhaltensmuster oft nicht einfach abschĂŒtteln und werden ungewollt an die nĂ€chste Generation weitergegeben. Dieser Kreislauf kann sich ĂŒber Generationen hinweg fortsetzen. Wer ihn durchbrechen möchte, muss verstehen, woher das eigene Verhalten stammt, und lernen, ungĂŒnstige PrĂ€gungen loszulassen. Dieser Beitrag zeigt, warum das Bewusstwerden ĂŒber die eigene Vergangenheit der SchlĂŒssel zu einer gesunden Eltern-Kind-Beziehung ist und wie Familien gemeinsam alte Muster ĂŒberwinden können.

Der Einfluss unverarbeiteter Probleme bei der Erziehung

Ein erster Hinweis darauf, dass Themen aus der eigenen Vergangenheit die Beziehung innerhalb einer Familie beeinflussen, sind Überreaktionen in bestimmten Situationen. Eltern, die in einem strengen Umfeld aufgewachsen sind, werden möglicherweise schnell ungeduldig, wĂŒtend oder laut, wenn ihr Kind nicht sofort das macht, was sie von ihm verlangen. Dann passiert es, dass dem Kind bestimmte Eigenschaften unterstellt werden, etwa, dass es bewusst provoziert und sich aktiv gegen die Eltern stellen möchte.

Menschen, deren Eltern hingegen ĂŒbermĂ€ĂŸig Ă€ngstlich waren und die ĂŒberall vermeintliche Gefahren sahen, neigen selbst dazu, ihre eigenen Kinder zu sehr zu behĂŒten und ihnen kaum etwas zuzutrauen, da sie ebenfalls eine ĂŒbertriebene Angst verspĂŒren. Das nimmt einen negativen Einfluss auf das Selbstbewusstsein des Kindes und das VerhĂ€ltnis zwischen den Generationen.

Zusammenhang zwischen der Kindheit und dem Verhalten als Erwachsene

GefĂŒhle, die auf Erfahrungen aus der Kindheit zurĂŒckgehen, prĂ€gen oft unser Verhalten als Erwachsene. Wer als Kind wiederholt bestraft wurde – etwa durch Isolation, Anschreien, Liebesentzug oder sogar Gewalt – lernt frĂŒh, sich zu unterwerfen. Diese tief verwurzelte PrĂ€gung bleibt meist auch im Erwachsenenalter bestehen.

Erwachsene, die solche Erfahrungen gemacht haben, neigen hĂ€ufig dazu, Konflikte zu vermeiden. Sie haben in ihrer Kindheit nicht gelernt, klare Grenzen zu setzen, fĂŒr sich selbst einzustehen oder ihre eigene Meinung zu vertreten. Stattdessen richten sie sich vor allem nach den Erwartungen anderer und werden zu sogenannten "People-Pleasern".

Diese PrĂ€gung wirkt sich oft auch auf das eigene Elternsein aus: Menschen mit dieser Erfahrung fĂ€llt es schwer, in der Erziehung konsequent zu sein und ihren Kindern klare Grenzen aufzuzeigen. Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, die eigene Kindheit aufzuarbeiten, um diese ungĂŒnstigen Muster zu durchbrechen und eine gesunde Basis fĂŒr zukĂŒnftige Generationen zu schaffen.

Innere Muster aus der Kindheit und ihre Übertragung ins Erwachsenenleben

FĂŒr den Aufbau solcher inneren Muster aus der Kindheit gibt es mehrere psychologische GrĂŒnde. GrundsĂ€tzlich machen Kinder eine Vielzahl von Erfahrungen; manche haben einen positiven, andere einen negativen Einfluss. Dazu gehören vor allem Situationen, die negative GefĂŒhle wie Überforderung, Verletzung oder Stress fĂŒhren. Prinzipiell gehören natĂŒrlich auch negative Erfahrungen zum Leben dazu, denn auch sie sind wichtig fĂŒr die Entwicklung. Wenn jedoch bestimmte Probleme im Erwachsenenalter wiederholt auftreten, liegt der Ursprung in nicht verarbeiteten Erfahrungen aus der Kindheit oder Jugend.

Manche Erfahrungen prĂ€gen das SelbstverstĂ€ndnis und die innere Wahrnehmung der Welt nachhaltig, vor allem, wenn sie emotionale Verletzungen ausgelöst haben. So verinnerlichen etwa Kinder, die von ihren Eltern gegenĂŒber den Geschwistern benachteiligt werden, den Glaubenssatz, dass sie nicht wertvoll oder liebenswert seien, da sie in ihrer Wahrnehmung nicht so akzeptiert werden, wie sie sind. Solche GlaubenssĂ€tze prĂ€gen einen Menschen dann sein gesamtes Leben lang.

Vom Bewusstsein bis zur VerhaltensÀnderung

Das Erkennen eigener GlaubenssĂ€tze ist ein entscheidender erster Schritt, um persönliche Probleme anzugehen. Ein hilfreicher Ansatz ist es, wiederkehrende Themen aus dem eigenen Leben zu notieren. Oft zeigen sich dabei bereits klare Muster im Verhalten. ZusĂ€tzlich kann es sinnvoll sein, den Partner in diesen Prozess einzubeziehen und ihn zu ermutigen, seine Beobachtungen und EindrĂŒcke mitzuteilen.

Dieses bewusste Auseinandersetzen mit den eigenen Erfahrungen ermöglicht es, prĂ€gende Erlebnisse aus der Kindheit zu reflektieren und aufzuarbeiten. Dadurch können alte, festgefahrene Verhaltensweisen schrittweise verĂ€ndert werden. Dieser Prozess erfordert Zeit, Geduld und oft auch Mut. Doch die investierte MĂŒhe lohnt sich: Am Ende steht nicht nur ein erfĂŒllteres und zufriedeneres Leben, sondern auch ein harmonischeres VerhĂ€ltnis zur eigenen Familie.

Über Ramón Schlemmbach:

RamĂłn Schlemmbach ist klinischer Psychologe (M.Sc.), systemischer Paartherapeut und Heilpraktiker fĂŒr Psychotherapie. Mit seinem Coaching-Programm "GeprĂ€gt! Aber richtig" unterstĂŒtzt er Erwachsene dabei, emotionale Altlasten aus der Kindheit zu erkennen und nachhaltig zu verĂ€ndern. Durch seine strukturierte Online-Arbeit hat er bereits hunderten Klient*innen geholfen, ein erfĂŒllteres Leben zu fĂŒhren. Mehr Informationen unter: https://ramon-schlemmbach.de/

Pressekontakt:

Schlemmbach Coaching GmbH
Vertreten durch: RamĂłn Schlemmbach
https://ramon-schlemmbach.de/

Pressekontakt:
Ruben SchÀfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de

Original-Content von: Schlemmbach Coaching GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5ca9d5

@ presseportal.de