ESC, Israel

ESC 2026 «ohne Israel»? - ORF und EBU reagieren auf JJ

22.05.2025 - 12:57:06

Sieger JJ entfacht eine Debatte um die Teilnahme Israels beim nĂ€chsten Eurovision Song Contest. Er will, dass das Event ohne Israel ĂŒber die BĂŒhne geht. Der SĂ€nger relativiert das aber nun etwas.

ESC-Sieger JJ (24) aus Österreich findet mit seiner Forderung nach einem Ausschluss Israels beim nĂ€chsten Eurovision Song Contest bei den Veranstaltern keinen RĂŒckhalt. «JJs Aussagen geben seine Privatmeinung wieder», sagte ein ORF-Sprecher. FĂŒr den Sender stĂŒnden beim ESC die Musik und die kĂŒnstlerischen Darbietungen im Vordergrund. 

Die EuropÀische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter habe zudem eindeutige Richtlinien, die Politik von Unterhaltung trennten, so der ORF in Wien.

Die EBU ihrerseits erklÀrte, ihre Rolle sei es, einen Song Contest zu organisieren, der auf Zusammenhalt, DiversitÀt und Inklusion achte. Die EBU sei ein Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten und nicht staatlicher Stellen. 

«Diese sind berechtigt, jedes Jahr am Eurovision Song Contest teilzunehmen, wenn sie die erforderlichen Voraussetzungen erfĂŒllen», hieß es in einer EBU-Stellungnahme.

Auf Nachfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA relativierte der SĂ€nger via seiner Plattenfirma Warner seine Aussagen: «Es tut mir leid, falls meine Worte missverstanden wurden. Obwohl ich die israelische Regierung kritisiere, verurteile ich jegliche Form von Gewalt gegen Zivilisten ĂŒberall auf der Welt - sei es gegen Israelis oder PalĂ€stinenser. Zu diesem Thema werde ich mich nicht weiter Ă€ußern.»

JJ hatte laut einem Zeitungsbericht den Wunsch geĂ€ußert, dass der ESC 2026 in Wien stattfindet - und ohne Israel. «Es ist sehr enttĂ€uschend, dass Israel noch am Wettbewerb teilnimmt», zitierte die spanische Zeitung «El PaĂ­s» den 24-jĂ€hrigen Johannes Pietsch. 

Israels Teilnahme am ESC wird immer wieder kritisiert. Hintergrund ist der Krieg gegen die Terrororganisation Hamas, den Israel im palĂ€stinensischen Gazastreifen fĂŒhrt. Dieser begann nach dem beispiellosen Massaker durch palĂ€stinensische Terroristen in Israel im Oktober 2023.

Israel war in Basel am vergangenen Wochenende mit der SĂ€ngerin Yuval Raphael (24) und dem Lied «New Day Will Rise» im ESC-Finale auf Platz zwei gelandet; im Publikumsvoting hatte die SĂ€ngerin sogar den ersten Platz erreicht. Nur die Punkte der Dutzenden Fachjurys aus europĂ€ischen LĂ€ndern bescherten Österreich und JJ («Wasted Love») den Sieg.

@ dpa.de