Tierhaltung, Tiere

ANINOVA enthĂŒllt: Millionen HĂŒhner leiden fĂŒr KFC in Brandenburg - aktuelle Bilder belegen TierquĂ€lerei

01.10.2025 - 06:05:00

Storkow - Die Tierrechtsorganisation ANINOVA veröffentlicht aktuelles Bildmaterial aus drei riesigen HĂ€hnchenmastanlagen in Stechlin (Landkreis Oberhavel), Storkow (Landkreis Oder-Spree) und Mollnitz (Landkreis Prignitz). Die Aufnahmen zeigen kranke, verletzte und tote Tiere, fehlendes BeschĂ€ftigungsmaterial, keine Strukturelemente und gravierende bauliche MĂ€ngel. Und mehr noch: vermeintliche Tierwohl-Siegel, die ihre Versprechen nicht einhalten können. Alle dokumentierten Betriebe beliefern den Schlachtkonzern Plukon, einen der grĂ¶ĂŸten GeflĂŒgelproduzenten Europas. Einer der Hauptabnehmer von Plukon ist die Fast-Food-Kette KFC, die nach eigenen Angaben weltweit rund eine Milliarde HĂŒhner pro Jahr verarbeitet. "KFC versteckt die TierquĂ€lerei hinter einer dicken, fettigen Panade", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V. Weitere Informationen und Bildmaterial hier.

Brandenburg gehört zu den grĂ¶ĂŸten GeflĂŒgelmast-Regionen Deutschlands. Hier zeigen aktuelle Aufnahmen aus den letzten Monaten einmal mehr die RealitĂ€t in der HĂ€hnchenmast: Hunderttausende Tiere werden in riesigen StĂ€llen meist ohne Tageslicht auf engstem Raum gehalten. Viele sind krank oder verletzt, mit offenen Wunden oder deformierten Gliedmaßen. Tote HĂŒhner bleiben offenbar tagelang zwischen den Lebenden liegen. Verschmutzungen und bauliche MĂ€ngel verschĂ€rfen die Situation zusĂ€tzlich. "Diese ZustĂ€nde verdeutlichen: Dieses System ist auf maximale Ausbeutung ausgerichtet - auf Kosten der Tiere", so Peifer.

Im Betrieb in Stechlin (Landkreis Oberhavel) zeigen die Aufnahmen zahlreiche verletzte und kranke Tiere, viele mit offenen Wunden und Deformationen. Tote Tiere bleiben scheinbar tagelang in den StĂ€llen. In dem Betrieb werden rund zwei Millionen HĂŒhner pro Jahr gemĂ€stet. Nach unserem Hinweis kam es zu einer unangemeldeten Kontrolle der "Initiative Tierwohl", die mit versteckter Kamera dokumentiert wurde. Massive VerstĂ¶ĂŸe wurden festgestellt: fehlendes BeschĂ€ftigungsmaterial, keine Strukturelemente und hunderte fehlende NippeltrĂ€nken. Das ITW-Siegel wurde daraufhin kurzzeitig entzogen, wenige Tage spĂ€ter jedoch erneut erteilt - unmittelbar vor der Schlachtung. Auch das VeterinĂ€ramt verhĂ€ngte ein Zwangsgeld von 9.000 Euro. Trotzdem wurden die Tiere unter ITW-Label geschlachtet. Auch die Ausstallung wurde dokumentiert - von Tierwohl ist dabei nichts zu sehen. "Das Siegel ist wirkungslos: Die Menschen werden getĂ€uscht, die Tiere leiden weiter", so Peifer.

Auch im Betrieb in Storkow (Landkreis Oder-Spree) wurde TierquĂ€lerei dokumentiert. In den dortigen zwölf Stallungen bekommen die ĂŒber 200.000 MasthĂŒhner ĂŒberhaupt kein Tageslicht. Sie stehen dicht gedrĂ€ngt, ohne BeschĂ€ftigungsmaterial oder Strukturelemente. Verschmutzte Böden und schlechte LuftqualitĂ€t verschĂ€rfen die Situation. Obwohl die letzte Kontrolle der "Initiative Tierwohl" im Mai 2025 angeblich ohne Beanstandung blieb, zeigen die ANINOVA vorliegenden Bilder aus Ende Juni 2025 massive VerstĂ¶ĂŸe: kranken Tieren wird nicht geholfen, KontrollgĂ€nge finden offenbar nicht regelmĂ€ĂŸig statt. Besonders brisant: Der Betrieb liegt direkt neben dem riesigen Plukon-Schlachthof in Storkow, zudem ist Plukon laut Handelsregisterauszug auch an dem Betrieb selbst beteiligt. ANINOVA ist nicht bekannt, ob dies immer noch der Fall ist.

Im Betrieb in Mollnitz (Landkreis Prignitz) zeigt sich ein Ă€hnliches Bild. Auch aus dieser HĂ€hnchenmastanlage liegt ANINOVA aktuelles Bildmaterial aus Ende August 2025 vor. Diese Mastanlage trĂ€gt ebenfalls das Siegel der "Initative Tierwohl". Trotzdem dokumentieren die Aufnahmen massive MissstĂ€nde: kranke Tiere ohne ausreichende Versorgung, tote Tiere im Stall, verschmutzte und verkotete Einstreu. In beiden Hallen war jeweils eine komplette TrĂ€nkelinie ausgefallen. Futtertröge waren mit trockenem Kot gefĂŒllt, was auf mangelnde Reinigung und Hygiene hindeutet. Besonders gravierend: An mehreren Stellen ist das Mauerwerk beschĂ€digt und droht einzustĂŒrzen - eine akute Gefahr fĂŒr die Tiere. Zudem werden fehlende KontrollgĂ€nge dokumentiert. Die Aufnahmen von versteckten Kameras zeigen, dass eine Mitarbeitende die TĂŒr nur einmal kurz öffnet und dann wieder schließt. Eine "Inaugenscheinnahme aller Tiere", wie es das Gesetz vorsieht, erfolgt im dokumentierten Zeitraum nicht.

Alle drei Mastanlagen beliefern den Schlachtkonzern Plukon. Plukon betreibt in Deutschland mehrere große Schlachthöfe, darunter einen in Storkow, Brandenburg. Ein erheblicher Teil der bei Plukon geschlachteten Tiere wird an KFC geliefert. KFC wirbt weltweit mit Tierwohl-Versprechen, verarbeitet nach eigenen Angaben jedoch rund eine Milliarde HĂŒhner pro Jahr. Hinzu kommt: KFC selbst hat bereits eingerĂ€umt, die Vorgaben des sogenannten Better Chicken Commitment (BCC) bis 2026 nicht vollstĂ€ndig umsetzen zu können. Besonders die Umstellung auf langsam wachsende Rassen gilt als kaum erreichbar. Das BCC ist ein Branchenstandard, der u. a. langsam wachsende Rassen, mehr Platz, Tageslicht und BeschĂ€ftigungsmaterial fĂŒr HĂŒhner vorsieht. KFC hat sich daran beteiligt.

"Plukon und KFC tragen direkte Verantwortung fĂŒr dieses System. Solange Unternehmen von diesem Leid profitieren, wird sich nichts Ă€ndern", so Peifer. "Wer wirklich etwas gegen Tierleid tun will, sollte sich vegan ernĂ€hren."

Weitere Informationen hier.

Bildmaterial aus den Stallungen kann honorarfrei angefordert werden.

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