Sturzprophylaxe, Risiken

Sturzprophylaxe: Risiken wie Oberschenkelhalsbruch mindern

12.02.2025 - 09:00:30 | presseportal.de

Karlsbad - Senior:innen lernen bei Ergotherapeut:innen den gesamten Organismus herauszufordern und dadurch sicher und selbstbewusst zu gehen

Sturzprophylaxe: Risiken wie Oberschenkelhalsbruch mindern - Foto: presseportal.de
Sturzprophylaxe: Risiken wie Oberschenkelhalsbruch mindern - Foto: presseportal.de

Das Alter bringt VerĂ€nderungen wie nachlassende Muskelkraft, eingeschrĂ€nktes Gleichgewicht und andere gesundheitliche BeeintrĂ€chtigung mit sich, die wiederum ein erhöhtes Sturzrisiko nach sich ziehen. "SpĂ€testens ab 65 empfiehlt es sich, sich mit den Themen "Sturz" und "Sturzgefahren" auseinanderzusetzen", legt Elmar Weinbeer, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), nahe und das nicht ohne Grund. Ab diesem Alter nimmt das Sturzrisiko zu, es hĂ€ufen sich die FĂ€lle einer HĂŒftfraktur. Ergotherapeut:innen bieten Senioren Optionen an, um der Sturzgefahr vorzubeugen. Denn: Sich zu schĂŒtzen ist wichtig und machbar.

In Deutschland trifft die Diagnose "HĂŒftfraktur" jĂ€hrlich bis zu neun Prozent der ĂŒber 65jĂ€hrigen. Die landlĂ€ufig als Oberschenkelhalsbruch bekannte Verletzung ist zu Recht gefĂŒrchtet. Oft treten sogar schwere Komplikationen mit einer vergleichsweise hohen Todesrate auf: Über zehn Prozent ĂŒberleben die Folgen ihrer sturzbedingten Verletzung wegen einer Thrombose, Lungenembolie oder LungenentzĂŒndung nicht. Wer sich - am besten sein Leben lang - viel bewegt, macht daher schon eine Menge richtig. Durch Bewegung lĂ€sst sich bekanntermaßen vielen Alterszipperlein etwas entgegensetzen; ausreichend und richtige AktivitĂ€ten können das eigene Sturzrisiko eindĂ€mmen. Aber reicht das? "Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit einer entsprechenden Sturzprophylaxe besser beraten", bestĂ€tigt der Ergotherapeut Elmar Weinbeer. Ergotherapeut:innen bieten zur Sturzprophylaxe Kurse in der Gruppe oder Einzelberatungen an. Wer bereits eine gesundheitliche EinschrĂ€nkung hat oder etwa wegen einer WirbelsĂ€ulenfraktur nur noch ĂŒber eine verminderte GehfĂ€higkeit verfĂŒgt, kann von seinem Arzt oder seiner Ärztin eine Blankoverordnung mit der Diagnose SB1 erhalten. Dann ĂŒbernehmen Krankenkasse oder -versicherung die Kosten fĂŒr therapeutische Maßnahmen zur Sturzprophylaxe.

Dank ergotherapeutischem Training fĂŒr Senioren: Verbesserung von Gleichgewicht und MobilitĂ€t

Um die aktuelle persönliche Situation ihrer Patient:innen und Klient:innen in puncto MobilitĂ€t und Sturzrisiko besser beurteilen zu können, fĂŒhren Ergotherapeut:innen zunĂ€chst Testungen wie beispielsweise den in der Geriatrie (Altersmedizin) ĂŒblichen sogenannten "Timed Up and Go-Test" durch. DarĂŒber hinaus fließen ihre Erfahrungen und die Beobachtungen, die sie machen ebenso wie eine Gang- und Bewegungsanalyse mit in ihre erste EinschĂ€tzung ein. Besteht bereits eine erhöhte Sturzgefahr? Und welche AnsĂ€tze kommen in Betracht? "Sehr beliebt - und man sollte nie unterschĂ€tzen, wie wichtig es ist, dass die Menschen das mögen, was sie tun - sind Kurse in der SturzprĂ€ventions-Gruppe", berichtet der Ergotherapeut Weinbeer aus seiner Praxis. Er weiß, wovon er spricht. Seit Jahren fĂŒhrt er Gruppentrainings mit Senioren durch. Was als 10-wöchiger Kurs fĂŒr Ă€ltere Menschen begann, hat sich zur Dauereinrichtung mit mehreren Gruppen entwickelt, die parallel laufen. "Der soziale Aspekt, die regelmĂ€ĂŸigen Treffen mit anderen in derselben Lebensphase und -situation motivieren enorm - ebenso wie die lockere Stimmung, die alle miteinander erzeugen", erklĂ€rt der Ergotherapeut. Gemeinsam trainieren Senioren bei ihm sĂ€mtliche Basics die nötig sind, um sich in jeder Situation souverĂ€n zu bewegen, sicher zu gehen oder zu laufen.

Ergotherapeut:innen fördern die Alltagskompetenz und Selbstsicherheit von Senioren

Dazu gehören Elemente wie Kraftaufbau, Gleichgewicht, ReaktionsfĂ€higkeit oder Schrittgeschwindigkeit. Wer das als langweiliges Üben abtut, wird bei Ergotherapeut:innen eines Besseren belehrt, denn hier geht es nicht um das rein funktionale AusĂŒben bestimmter Bewegungen, sondern es besteht immer ein Alltagsbezug. Das Gehen ĂŒben die Senioren unter Moderation ihrer Ergotherapeutin oder ihres Ergotherapeuten analog zu Situationen, wie sie sie tĂ€glich erleben. Sie gehen mit dem Schirm in der Hand, mit Einkaufstasche am Arm oder einem Tablett mit Geschirr und in anderen Konstellationen ihres Alltags. Oder sie haben in den Weg gelegte Hindernisse und Stolpersteine zu ĂŒberwinden; auch gehen sie gemeinsam spazieren. Bei Ă€lteren Menschen nimmt die FĂ€higkeit, sich beim Gehen miteinander zu unterhalten und sich dabei anzusehen, mit zunehmendem Alter ab; Senioren neigen dazu, stehenzubleiben, wenn sie dem oder der anderen etwas sagen. "Ein solches Verhalten wĂ€re an sich nicht schlimm", sagt Weinbeer "aber es zeugt von der eigenen Unsicherheit". Daher geht es beim ergotherapeutischen Training zur Sturzprophylaxe sowohl um die körperlichen FĂ€higkeiten als auch um das VerknĂŒpfen der Sinne. Es gilt, den gesamten Organismus wieder herauszufordern und fit zu halten und Unsicherheiten so weit als möglich auszumerzen. So wĂ€chst das Zutrauen in die eigenen FĂ€higkeiten, die Senioren entwickeln wieder ein gutes Körper- und Selbstbewusstsein - eine wichtige Voraussetzung, um die Sturzgefahr einzudĂ€mmen.

Ergotherapeut:innen beziehen Angehörige und das Umfeld von Senioren ein

Eine maßgebliche Rolle spielt auch das Umfeld, welches Ergotherapeut:innen hĂ€ufig mit in ihre Interventionen einbeziehen. Sie hören sich die Sichtweise, Sorgen und WĂŒnsche von Angehörigen an, was durchaus von dem abweichen kann, was die betroffenen Senioren sich vorstellen. Ergotherapeut:innen versuchen dann, einen Konsens zu erreichen und vermitteln, um die BedĂŒrfnisse aller Familienangehörigen zu berĂŒcksichtigen - immer mit dem Blick auf die FĂ€hig- und Möglichkeiten der Ă€lteren Menschen. So gelingt es meist, MissverstĂ€ndnisse auszurĂ€umen und Befindlichkeiten zu klĂ€ren. "Die eigenen Kinder neigen in jede Richtung dazu, die FĂ€higkeiten der altgewordenen Eltern falsch einzuschĂ€tzen", weiß Weinbeer. Das Ziel ist immer, die Senioren gerade in Hinblick auf die Sturzprophylaxe so in die Teilhabe zu bringen, dass sie sich entweder aktiver beteiligen oder - falls das Umfeld sie ĂŒber die Maßen einbindet und fordert - es nicht zu einer Überforderung kommt. Optimalerweise sollten alle an einem Strang ziehen, denn unterm Strich geht es darum, Senioren so zu befĂ€higen, dass sie so lange als möglich aktiv, selbstbestimmt, sturzfrei und gesund in den eigenen vier WĂ€nden leben können.

Informationsmaterial zu den vielfÀltigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in WohnortnÀhe auf der Webseite des Verbandes unter www.dve.info

Pressekontakt:

Angelika Reinecke, Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE),
a.reinecke@dve.info

Original-Content von: Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE) ĂŒbermittelt durch news aktuell

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