Hoffnung, Irans

Hoffnung bei Irans Filmemachern nach PrÀsidentenwahl

13.07.2024 - 15:55:50

Unter der erzkonservativen Regierung der letzten drei Jahre litt die iranische Filmindustrie unter einer strengen Zensur. Mit dem neugewÀhlten moderaten PrÀsidenten soll sich dies nun Àndern.

Nach der Wahl des moderaten PrĂ€sidenten Massud Peseschkian hoffen Irans Filmemacher auf eine kĂŒnstlerische Zukunft ohne Zensur. «Wir hatten ein Treffen mit dem PrĂ€sidenten, besprachen die Zensur-Probleme der letzten Jahre und schĂŒtteten ihm diesbezĂŒglich regelrecht unser Herz aus», sagt Filmregisseur Dschangir Kossari. 

Nach dem Treffen herrschte bei ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen Zuversicht, dass die iranische Filmindustrie mit Peseschkian «wieder atmen» und einen zensurfreien Weg finden werde, so Kossari laut Webportal Parsine.

Mit der Hoffnung auf bessere Zeiten muss sich Kossari jedoch noch gedulden. Sein neuester Film «Blaue Adern» ĂŒber die iranische Dichterin Forugh Farochsad darf auf Anweisung des noch amtierenden Kultusministeriums nicht in die Kinos. Einerseits weil die im Land sehr beliebte Dichterin Farochsad zu den fĂŒhrenden iranischen Feministinnen gehört - und dem islamischen System daher ein Dorn im Auge ist - andererseits wegen seiner Tochter Baran Kossari, die im Film die Hauptrolle spielt.

Berufs- und Ausreiseverbot fĂŒr Kossaris Tochter

Die hatte in SolidaritĂ€t mit der Frauenbewegung 2022 das obligatorische Kopftuch abgelegt und hat seitdem Berufs- und Ausreiseverbot. Ihr Bild, das Filmposter und auch der Film selbst dĂŒrften daher nicht öffentlich gezeigt werden, sagt Kossari. Er hoffe jedoch, dass dieses «absurde Verbot» mit Peseschkian und einem neuen Kultusminister aufgehoben werde. Mit ihm hoffen die iranischen Filmemacher auch, dass in den Filmen zukĂŒnftig wieder die Kunst und nicht das Kopftuch zum Hauptkriterium wird.

Auslöser der Frauen-Proteste im September 2022 war der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie war von der Sittenpolizei verhaftet worden, weil unter ihrem Kopftuch ein paar HaarstrÀhnen zu sehen waren. Sie starb in Polizeigewahrsam. 

Auch renommierte Schauspielerinnen im Visier der Behörden

Seitdem haben viele Frauen aus Protest das obligatorische Kopftuch abgelegt. Unter ihnen waren auch renommierte Schauspielerinnen, denen deswegen sowohl ein Arbeits- als auch ein Ausreiseverbot auferlegt wurde. Die Schauspielerin Taraneh Alidoosti musste deswegen sogar fĂŒr zwei Wochen ins GefĂ€ngnis.

@ dpa.de