Buckelwal liegt noch an OstseekĂŒste - und lebt
30.03.2026 - 07:39:09 | dpa.deDer an der OstseekĂŒste gestrandete Buckelwal hat sich nicht befreien können - und er lebt noch. Das Tier liege noch immer in der Bucht vor Wismar, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Wismar der Deutschen Presse-Agentur. «Ja, der ist noch da. Die Situation ist noch so wie gestern.» Das Tier habe sich nicht von der Stelle bewegt. Gleichzeitig habe es weniger Wasser gegeben. Das mache die Lage ein bisschen schwieriger.
Wie es nun weitergeht, konnte der Sprecher nicht sagen. Das mĂŒssten die Experten entscheiden, wenn sie sich ein Bild von der Lage gemacht haben. Dazu sind Beamte der Wasserschutzpolizei gemeinsam mit Meeresbiologen von Greenpeace kurz nach 7.00 Uhr mit einem Schlauchboot zu dem Wal gefahren, wie ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern der dpa sagte. «Um zu sehen, wie sich der Zustand des Wals darstellt.»Â
Wie es dann weitergeht - ob also der Wal weiter seine Ruhe bekommen oder er fĂŒr einen Aufbruch aus eigenem Antrieb angestupst werden soll - hĂ€nge von der Situation ab. Aktuell ist es in der Wismarer Bucht recht windig und regnet.
Das Tier sei in der Nacht durchgĂ€ngig beobachtet worden und habe auch geatmet. In der Nacht war die Polizei fĂŒr die Bewachung zustĂ€ndig. «Es wurde ein Schichtsystem eingerichtet, um zu gewĂ€hrleisten, dass der Wal nicht unbeobachtet ist.» Am Sonntag hatte das Deutsche Meeresmuseum davon gesprochen, dass der Wal sehr geschwĂ€cht und die Atemfrequenz reduziert sei.
Wal seit Anfang MĂ€rz an OstseekĂŒste unterwegs
Seit Anfang MĂ€rz war der Wal den Angaben zufolge immer wieder an der OstseekĂŒste aufgetaucht, zunĂ€chst im Hafen von Wismar, spĂ€ter in der LĂŒbecker Bucht und an der KĂŒste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach in einem Netz verfangen. EinsatzkrĂ€fte und MeeresschĂŒtzer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.Â
Am vergangenen Montagmorgen war der MeeressĂ€uger dann auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei LĂŒbeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete, und in der Nacht zu Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne. Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet - und zwar in der Wismarbucht.Â
Seitdem hÀlt das Drama um den Buckelwal an. In der Nacht zu Sonntag konnte sich der MeeressÀuger bei steigendem Wasserstand zunÀchst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig spÀter lag er erneut fest - ganz in der NÀhe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieà er eine WasserfontÀne in die Luft.
Zahlreiche Schaulustige am Wochenende - Sperrgebiet im Wasser
Die Behörden haben nach seinen Worten ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. Zahlreiche Schaulustige standen am Wochenende auf der SeebrĂŒcke, um einen Blick auf das Tier erhaschen zu können.
Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jĂŒngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als «Leibaufsetzen» des Wals.
Der ErnĂ€hrungszustand des Wals ist gut, wie Stephanie GroĂ vom Institut fĂŒr Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der TierĂ€rztlichen Hochschule Hannover am Wochenende sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.
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