Vor 125 Jahren prÀsentierte Laurin & Klement die ersten MotorrÀder aus Mladå Boleslav
18.11.2024 - 14:18:37âș VĂĄclav Laurin hatte ein einzigartiges Motorradkonzept entwickelt: im Rahmen montierter Einzylindermotor mit selbst entworfenem Vergaser und ZĂŒndsystem
âș Verkaufserfolge und Motorsportsiege der L&K-MotorrĂ€der bereiteten auch den Weg fĂŒr die Automobilfertigung in MladĂĄ Boleslav
Vor 125 Jahren, am 18. November 1899, prĂ€sentierte Laurin & Klement, das VorgĂ€ngerunternehmen von Ć koda Auto, die Motorradtypen Slavia A und Slavia B bei einer Fahrveranstaltung fĂŒr Journalisten in Prag. Gerade einmal vier Jahre nach der UnternehmensgrĂŒndung fĂŒhrte der bisherige Fahrradhersteller aus MladĂĄ Boleslav nun moderne, technisch ausgereifte MotorrĂ€der ein und weitete seine Produktpalette damit erheblich aus. Da der Motor im Rahmen statt wie damals ĂŒblich ĂŒber dem Vorderrad positioniert war, wiesen die Slavia-Maschinen einen tieferen Fahrzeugschwerpunkt auf, der das Fahrverhalten massiv verbesserte. Zudem waren Motor und Anbauteile durch diese Positionierung besser geschĂŒtzt. Die innovative elektrische ZĂŒndanlage und den Vergaser hatte L&K selbst entwickelt. Der kommerzielle und sportliche Erfolg der L&K-MotorrĂ€der bereitete den Weg fĂŒr das erste Automobil des Herstellers aus MladĂĄ Boleslav: die 1905 erschienene L&K Voiturette A.
Mutige AnfÀnge
Der Mechaniker VĂĄclav Laurin und der BuchhĂ€ndler VĂĄclav Klement hatten ihre Werkstatt fĂŒr FahrrĂ€der der Marke âSlaviaâ in MladĂĄ Boleslav kurz vor Weihnachten 1895 gegrĂŒndet. Der Verkaufserfolg ihrer modernen und qualitativ hochwertigen Produkte ermöglichte den Aufbau einer effizienteren Fertigung im industriellen MaĂstab, was wiederum zu einer schnelleren Erweiterung der Modellpalette fĂŒhrte. Ab Herbst 1898 widmete sich VĂĄclav Klement dem schnell wachsenden Motorradsektor. Bereits im FrĂŒhjahr 1899 bot L&K einen benzinbetriebenen Hilfsmotor fĂŒr FahrrĂ€der an. Allerdings erkannte der Hersteller schnell, dass die Zukunft den vollwertigen MotorrĂ€dern gehören wĂŒrde â folgerichtig widmete sich Laurin & Klement der Entwicklung dieser Fahrzeuge.
Einzigartige technische Lösungen
Das vorherrschende Baumuster mit einem ĂŒber dem angetriebenen Vorderrad positionierten Motor lehnte der intuitive Techniker VĂĄclav Laurin ab, da es seinen AnsprĂŒchen an Fahrverhalten und ZuverlĂ€ssigkeit nicht genĂŒgte. Er platzierte den Motor stattdessen innerhalb des Rahmens praktisch im Mittelpunkt des Motorrads. Dadurch wies die Maschine zum einen eine erheblich bessere Gewichtsverteilung auf. AuĂerdem waren der Einzylindermotor sowie Benzintank, OberflĂ€chenvergaser und ZĂŒndanlage durch die Rohrrahmenstruktur besser gegen mechanische BeschĂ€digungen geschĂŒtzt. Dieses Layout sollte sich spĂ€ter weltweit als Standardkonstruktion durchsetzen. DarĂŒber hinaus ersetzte Laurin das von einer externen Flamme erhitzte Platinrohr â das bislang zum ZĂŒnden des Kraftstoff-Luft-Gemischs diente â durch ein selbst entwickeltes elektromagnetisches ZĂŒndsystem.
Am Samstag, den 18. November 1899, prĂ€sentierte der Hersteller auf der Fahrradrennbahn von Prag-Bubny die ersten beiden L&K-Einzylinder-MotorrĂ€der der Marke Slavia: Der Typ A leistete bei 184 ccm Hubraum 1,25 PS (0,9 kW) und sollte 460 Gulden kosten. Der leistungsstĂ€rkere Typ B holte aus 240 ccm Hubraum 1,75 PS (1,3 kW) heraus und war fĂŒr 500 Gulden erhĂ€ltlich. Ein Lederriemen ĂŒbertrug die Kraft ans Hinterrad. Die beiden Einzylinder erreichten 30 bzw. 40 km/h Höchstgeschwindigkeit. Beide neuen Modelle erwiesen sich auf ExportmĂ€rkten wie Deutschland und dem Vereinigten Königreich als groĂe Erfolge. Der hervorragende Ruf der tschechischen Konstruktionen fĂŒhrte dazu, dass Ein- und Zweizylinder-Maschinen von Slavia ab 1904 unter der Marke âGermaniaâ in Dresden in Lizenz gefertigt wurden. Im selben Jahr stellte L&K den Typ CCCC vor, eines der ersten Vierzylinder-MotorrĂ€der der Welt. Die L&K-Maschinen feierten groĂe Motorsporterfolge, die in dem Gewinn der inoffiziellen Motorrad-Weltmeisterschaft 1905 in Dourdan nahe Paris gipfelten.
Der Wechsel in den Automobilbau
Auf der Höhe ihrer erfolgreichen MotorradĂ€ra blickten VĂĄclav Laurin und VĂĄclav Klement bereits weiter voraus und fassten die Entwicklung von Automobilen ins Auge. So stellten sie bereits im April 1905 in Prag einen neuen Einliter-Zweizylinder vor, der im Herbst desselben Jahres als Antrieb des ersten Automobils von L&K, der Voiturette A, debĂŒtierte. Nach geschĂ€tzt 3.500 bis 4.500 gebauten Fahrzeugen endete 1910 die Motorradfertigung in MladĂĄ Boleslav. Herausragende Modelle wie der Typ B von 1902, der Typ L von 1904 und das 1906 gebaute Zweizylinder-Motorrad CCD sind heute im Ć koda Museum in MladĂĄ Boleslav zu sehen.
Im Automobilbereich sorgte der Hersteller 1907 mit der PrĂ€sentation des luxuriösen Cabrios L&K FF fĂŒr Furore, der als erstes Automobil in Zentraleuropa einen Reihenachtzylinder aufwies. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte L&K gemeinsam mit FrantiĆĄek K?iĆŸĂk, einem Pionier der Elektrotechnik, ein auf dem Laurin & Klement E basierendes Hybridfahrzeug, in dem zwei Gleichstrom-Elektromotoren den serienmĂ€Ăigen Vierzylinder-Benziner ergĂ€nzten. So strahlt die eindrucksvolle 125-jĂ€hrige Geschichte der Entwicklung und Fertigung von Motorfahrzeugen in MladĂĄ Boleslav, die mit den MotorrĂ€der Slavia A und B begann, bis in die Gegenwart aus.
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