BelÀstigungsprozess gegen Depardieu auf MÀrz verschoben
28.10.2024 - 16:49:32 | dpa.deDer Strafprozess gegen den französischen Schauspieler GĂ©rard Depardieu wegen des Vorwurfs sexueller BelĂ€stigung ist auf Bitten des Angeklagten verschoben worden. Das Pariser Strafgericht entschied nach anderthalbstĂŒndiger Beratung, erst Ende MĂ€rz in der Sache zu verhandeln. Es kam damit dem Antrag von Depardieus Anwalt JĂ©rĂ©mie Assous nach, der wegen des Gesundheitszustands der 75 Jahre alten Filmlegende um einen neuen Termin gebeten hatte. Bis Anfang MĂ€rz muss die Verteidigung des Schauspielers ein medizinisches Gutachten vorlegen.
Wie Verteidiger Assous im Sender France Info zuvor erklĂ€rte, haben Depardieus Ărzte diesem verboten, bei der Anhörung zu erscheinen. Der Darsteller bitte um eine Terminverschiebung, um persönlich anwesend sein zu können. Er wĂŒrde gerne zu Wort kommen, erklĂ€rte der Anwalt weiter. UrsprĂŒnglich wollte der Pariser Strafgerichtshof an diesem Montag verhandeln. Auch das Urteil war erwartet worden.
Mehrere VorwĂŒrfe gegen Depardieu
In dem Verfahren geht es um zwei FĂ€lle, die sich 2021 bei Dreharbeiten zu dem Film «Les volets verts» (Die grĂŒnen FensterlĂ€den) von Regisseur Jean Becker ereignet haben sollen. Die beiden Frauen, eine Dekorateurin und eine Assistentin des Regisseurs, werfen Depardieu vor, sie an den BrĂŒsten und am GesÀà begrapscht zu haben.
Depardieu («Cyrano von Bergerac», «Asterix und Obelix») bestreitet die VorwĂŒrfe. Ihm drohen in dem Verfahren bis zu fĂŒnf Jahre Freiheitsentzug und 75.000 Euro Geldstrafe.
Schon seit Jahren melden sich immer wieder Frauen zu Wort, die Depardieu sexueller Ăbergriffe beschuldigen. Erstmals muss er deshalb nun vor Gericht. Der Fall erfĂ€hrt in Frankreich fĂŒr groĂe Aufmerksamkeit. Der Gerichtssaal war prall gefĂŒllt, obwohl klar war, dass der Schauspieler selbst nicht erscheinen wĂŒrde. Vor dem Gericht demonstrierten Dutzende in UnterstĂŒtzung der klagenden Frauen.
Depardieu droht auch in einem weiteren Fall ein Prozess. 2018 hatte ihn die Schauspielerin Charlotte Arnould wegen mutmaĂlicher Vergewaltigung verklagt. Der Darsteller bestreitet die VorwĂŒrfe vollstĂ€ndig. In der Zeitung «Le Figaro» schrieb er: «Niemals, nie habe ich eine Frau missbraucht.»
Depardieu hat in ĂŒber 200 Filmen mitgespielt, viele sind zu Klassikern des Kinos geworden, darunter «Die Ausgebufften», «Cyrano von Bergerac» und «Die letzte Metro». Seit den sich hĂ€ufenden Anschuldigungen nehmen jedoch immer mehr Menschen Abstand zu ihm.
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