Wenn die Nieren nachlassen - chronische Nierenerkrankung bei Katzen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 13:35 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSVor allem Àltere Katzen sind betroffen
Das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Gerade bei Ă€lteren Katzen treten hĂ€ufig mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig auf. Von besonderer Bedeutung sind Bluthochdruck oder eine SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion (Hyperthyreose). Eine Hyperthyreose kann eine bereits bestehende EinschrĂ€nkung der Nierenfunktion zunĂ€chst verdecken. Deshalb sollte bei Ă€lteren Katzen die Funktion der Nieren und der SchilddrĂŒse sowie der Blutdruck gemeinsam im Blick behalten werden.
Erste VerĂ€nderungen sind leicht zu ĂŒbersehen
Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich meist langsam. Zu Beginn können die VerÀnderungen so unspezifisch sein, dass sie leicht als normale Alterserscheinungen wahrgenommen werden. Die Katze wirkt beispielsweise ruhiger, schlÀft mehr oder ist weniger aktiv als gewohnt.
Im weiteren Verlauf können vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken auffallen. Bei Katzen sind diese VerĂ€nderungen nicht immer leicht zu erkennen, etwa wenn mehrere Tiere im Haushalt leben oder die Katze auch drauĂen trinkt und Urin absetzt. Gewichts- und Muskelverlust, verminderter Appetit und SchwĂ€che sind weitere mögliche Warnzeichen. FĂŒr Ă€ltere Tiere wird daher ein regelmĂ€Ăiges Wiegen empfohlen. Bei fortgeschrittener Erkrankung können Ăbelkeit und Erbrechen hinzukommen.
Auch eine Blutarmut (AnĂ€mie) kann sich im Verlauf entwickeln, weil die geschĂ€digten Nieren weniger Erythropoetin bilden - ein Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt. MĂŒdigkeit, SchwĂ€che und verminderter Appetit können dadurch verstĂ€rkt werden.
Fallen solche VerÀnderungen auf, sollte die Katze tierÀrztlich untersucht werden.
Mehrere Untersuchungen fĂŒhren zur Diagnose
Eine chronische Nierenerkrankung lÀsst sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms oder Laborwertes feststellen. Neben der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung liefern vor allem Blut- und Urinuntersuchungen wichtige Hinweise. Auch der Blutdruck sollte gemessen werden.
Je nach Befund können weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall der Nieren und Harnwege notwendig sein. Gleichzeitig mĂŒssen andere Ursachen fĂŒr die Symptome ausgeschlossen und Begleiterkrankungen berĂŒcksichtigt werden.
Behandlung richtet sich nach Stadium und Befund
Eine chronische Nierenerkrankung ist nicht heilbar. Ist sie nachgewiesen und die Nierenfunktion stabil, wird sie nach den Kriterien der International Renal Interest Society (IRIS) in vier Stadien eingeteilt. Die Einteilung hilft, die Behandlung an Krankheitsstadium und individuelle Befunde anzupassen.
Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten möglichst zu verlangsamen, Folgeerscheinungen zu begrenzen und Beschwerden zu lindern. Welche MaĂnahmen notwendig sind, richtet sich nach dem Krankheitsstadium und den individuellen Befunden.
Besteht gleichzeitig Bluthochdruck, sollte dieser gezielt behandelt werden. Weitere MaĂnahmen richten sich nach den individuellen Beschwerden, etwa bei Ăbelkeit oder Appetitverlust.
Auch eine durch die Nierenerkrankung bedingte AnÀmie kann gezielt behandelt werden.
NierendiÀt als wichtiger Therapiebaustein
Eine zentrale Rolle spielt die Kontrolle des Phosphathaushalts. ZunĂ€chst wird die Phosphoraufnahme ĂŒber die Nahrung reduziert. Reicht dies nicht aus, können zusĂ€tzlich Phosphatbinder eingesetzt werden. Auch die EiweiĂversorgung wird angepasst. Dabei kommt es nicht auf einen möglichst weitgehenden EiweiĂverzicht an, sondern auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit hochwertigem, gut verwertbarem Protein. Wichtig ist zudem, dass die Katze die angebotene Nahrung akzeptiert und ausreichend frisst. Frisst eine Katze nur wenig oder verliert sie das Interesse am Futter, können appetitanregende Medikamente dabei helfen, sie wieder zum Fressen zu motivieren und die Futteraufnahme zu unterstĂŒtzen. Die behandelnde TierĂ€rztin oder der Tierarzt kann zu der passenden FĂŒtterung beraten und stimmt die erforderlichen Medikamente individuell auf das Tier ab.
RegelmĂ€Ăige Kontrollen begleiten die Therapie
Eine chronische Nierenerkrankung kann sich im Laufe der Zeit verĂ€ndern. RegelmĂ€Ăige Blut- und Urinuntersuchungen zeigen, wie sich die Nierenfunktion entwickelt und ob die Behandlung angepasst werden muss. Auch Blutdruck, Körpergewicht und ErnĂ€hrungszustand sollten im Verlauf kontrolliert werden.
Der Verlauf ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Eine frĂŒhzeitige Diagnose, eine an das Krankheitsstadium angepasste Behandlung und regelmĂ€Ăige Verlaufskontrollen können dazu beitragen, die Erkrankung möglichst lange zu stabilisieren und die LebensqualitĂ€t der Katze zu erhalten.
Weitere Informationen: Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: Symptome, Diagnose und Behandlung
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