WandelWerker Consulting GmbH zur Unfallursache Mensch: Warum Unternehmen die wahren Ursachen von ArbeitsunfÀllen nicht finden
04.04.2025 - 08:00:03In den letzten Jahren ist spĂŒrbar, dass immer mehr mittelstĂ€ndische Unternehmen und Konzerne einen stĂ€rkeren Fokus auf den betrieblichen Arbeitsschutz legen. Der Vergleich mit anderen Unternehmen oder Unternehmensstandorten erhöht den Druck, die Anzahl der ArbeitsunfĂ€lle in den eigenen Reihen nachhaltig zu reduzieren. Trotz steigender finanzieller und zeitlicher Investitionen bleibt der gewĂŒnschte Erfolg in vielen Unternehmen jedoch aus. Die Anzahl der ArbeitsunfĂ€lle und unsicheren Situationen stagniert oder steigt in einigen FĂ€llen sogar. Eine wirksame VerĂ€nderung im Arbeitsschutz erfordert nicht nur eine klare Strategie â also ein systematisches Vorgehen â, sondern auch eine sinnvolle Nachbetrachtung von ArbeitsunfĂ€llen und unsicheren Situationen.
Genau in dieser Nachbetrachtung liegt jedoch hĂ€ufig das Problem: Die Suche nach Ursachen wird oft zu einfach gestaltet. Schnell wird die Ursache auf menschliches Fehlverhalten reduziert und als MaĂnahme folgt lediglich eine neue Unterweisung zur Sensibilisierung. "Menschen machen Fehler und Unternehmen mĂŒssen akzeptieren, dass nicht alle ArbeitsunfĂ€lle und unsicheren Situationen vermieden werden können. Um möglichst viele und insbesondere schwere ArbeitsunfĂ€lle zu verhindern, braucht es jedoch eine zielgerichtete Analyse und keine SchnellschĂŒsse bei der Ursachenforschung", erklĂ€rt Stefan Ganzke, Sicherheitsingenieur und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der WandelWerker Consulting GmbH. "Solange die Unfallnachbereitung nicht neutral und ohne die Suche nach Schuldigen erfolgt, wird es schwierig bleiben, Wiederholungen von ArbeitsunfĂ€llen und unsicheren Situationen zu vermeiden."
Mehrere anerkannte Studien zeigen, dass zwischen 65 und 95 Prozent aller ArbeitsunfĂ€lle in Unternehmen durch menschliche Entscheidungen und Handlungen verursacht werden. "Diese Erkenntnis bedeutet allerdings nicht, dass die alleinige Ursache beim verunfallten Mitarbeiter an der Maschine liegt. Oftmals ist das unsichere Verhalten der Anlass fĂŒr den Unfall. Die Ursachen liegen jedoch in den Prozessen oder Entscheidungen anderer Personen im Unternehmen", erklĂ€rt Anna Ganzke, Sicherheitsingenieurin und ebenfalls GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der WandelWerker Consulting GmbH. Die beiden GeschĂ€ftsfĂŒhrer haben zusammen mit ihrem rund 20-köpfigen Team bereits hunderten Unternehmen dabei geholfen, die Sicherheitskultur und somit den Arbeitsschutz wirksamer zu gestalten. Neben der strategischen Beratung unterstĂŒtzen sie auch bei der operativen Umsetzung, beispielsweise durch die BefĂ€higung von FĂŒhrungskrĂ€ften und die systemische Organisationsentwicklung.
Fehler 1: Unfallanalysen brauchen ein passendes MaĂ
Bei der DurchfĂŒhrung von Unfallanalysen sollte auch auf die VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit der MaĂnahmen geachtet werden. WĂ€hrend einige Unternehmen versuchen, möglichst wenig Aufwand in die Nachbereitung von ArbeitsunfĂ€llen zu investieren, ĂŒberschreiten andere Unternehmen spĂŒrbar das angemessene MaĂ. Beide Herangehensweisen sind jedoch nicht zielfĂŒhrend, wenn es darum geht, ArbeitsunfĂ€lle und unsichere Situationen im Unternehmen nachhaltig zu reduzieren.
Nicht selten werden Unfallanalysen auch heute noch von den Verantwortlichen in einem Besprechungsraum durchgefĂŒhrt, ohne sich ein Bild von den tatsĂ€chlichen Arbeitsbedingungen vor Ort zu machen. Oft wird dann versucht, den Unfallhergang anhand von Formularen oder sogar ohne diese zu rekonstruieren â manchmal mit der verunfallten Person, ebenso hĂ€ufig jedoch ohne sie. Auch die Einbindung der Fachkraft fĂŒr Arbeitssicherheit ist in vielen Unternehmen noch immer nicht selbstverstĂ€ndlich. Mit dieser Vorgehensweise sind die Erkenntnisse zur Vermeidung vergleichbarer Ereignisse in den meisten FĂ€llen eher dĂŒrftig.
In einigen Unternehmen fĂŒhren ArbeitsunfĂ€lle und unsichere Situationen jeglicher Art auĂerdem zu einem erheblichen Aufwand bei der Analyse und Nachbereitung des Unfallhergangs sowie der Ableitung und Umsetzung von MaĂnahmen, weiĂ Stefan Ganzke von der WandelWerker Consulting GmbH. Wenn jedoch ein Schnitt in die Hand beim Ăffnen eines Pappkartons die gleiche Nachbereitung erfordert wie ein FuĂbruch, fehlt auch hier die VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit. Zwar können in solchen FĂ€llen die Ursachen grĂŒndlich ermittelt werden, doch ein solcher Aufwand schafft Barrieren in den Köpfen von FĂŒhrungskrĂ€ften und Mitarbeitenden. Die Folge: ArbeitsunfĂ€lle und unsichere Situationen werden seltener gemeldet, da der Mehrwert des hohen Aufwands nicht erkannt wird.
Es ist deshalb empfehlenswert, dass sich Unternehmen konzeptionell mit der DurchfĂŒhrung von Unfallanalysen befassen und dabei Kategorien von Ereignissen definieren. Diese Kategorien dienen als Orientierung fĂŒr den personellen und zeitlichen Aufwand bei der Analyse der Unfallursache sowie der Ableitung entsprechender MaĂnahmen. WĂ€hrend bei einem kleinen Schnitt durch Papier ein kurzes GesprĂ€ch hĂ€ufig ausreicht, erfordern schwerwiegende Verletzungen, wie gröĂere Schnittwunden durch Messer oder KnochenbrĂŒche, umfassendere Analysen â beispielsweise die Root Cause Analysis.
Fehler 2: Unfallursache "Mitarbeiter"
Insbesondere in oberflĂ€chlichen Unfallanalysen wird die Ursache fĂŒr einen Arbeitsunfall oder eine unsichere Situation oft schnell festgelegt: "Mitarbeiter war nicht aufmerksam" oder "Mitarbeiter hat sich nicht an die Regeln gehalten". Ebenso schnell folgt daraus die MaĂnahme: eine erneute Unterweisung oder Sensibilisierung des Mitarbeiters. Durch diese vereinfachte Ursachenermittlung und die pauschale Festlegung einfacher MaĂnahmen wird jedoch hĂ€ufig die Chance vertan, zukĂŒnftige UnfĂ€lle wirksam zu vermeiden.
Beispiel: Ein Mitarbeiter greift in eine laufende Maschine, obwohl das verboten ist. Die GefĂ€hrdungsbeurteilung und Unterweisung waren eindeutig â und trotzdem passiert der Unfall. Wenn die einzige Konsequenz nun eine weitere Schulung ist, bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Warum kam es ĂŒberhaupt dazu? Die Bedingungen, die dieses Verhalten begĂŒnstigt haben, Ă€ndern sich dadurch nicht.
Stattdessen muss die Analyse tiefer gehen: Wie verhindern wir, dass es wieder passiert? Welche Rahmenbedingungen unterbinden ein solches Verhalten? Welche organisatorischen oder technischen Barrieren mĂŒssen geschaffen werden? Eine echte Unfallanalyse hinterfragt nicht nur das Verhalten, sondern auch die ArbeitsumstĂ€nde â denn nur so lĂ€sst sich Arbeitssicherheit nachhaltig verbessern.
Fehler 3: Als Unternehmen aus UnfÀllen lernen
Unternehmen, die ArbeitsunfĂ€lle und unsichere Situationen kontinuierlich auf einem niedrigen Niveau halten, zeichnen sich meist durch einen offenen Umgang mit Fehlern aus. Dies bedeutet, dass Erkenntnisse aus ArbeitsunfĂ€llen zwischen Teams und Abteilungen aktiv geteilt werden. Dies kann beispielsweise im Rahmen von Ereignis-Reports-Dokumenten oder kurzen virtuellen Calls erfolgen. Bei letzterem Format ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass es nicht darum geht, einen Schuldigen zu suchen oder bloĂzustellen. Vielmehr sollte der Fokus auf einem offenen und ehrlichen Austausch ĂŒber den Unfall liegen, um gemeinsam daraus zu lernen, rĂ€t Anna Ganzke von der WandelWerker Consulting GmbH.
Der Spagat bei der Informationsvermittlung liegt stets zwischen einer zu geringen und einer zu hohen Informationsdichte. Daher sollte im Konzept fĂŒr Unfallanalysen klar definiert werden, welche Bereiche nach bestimmten ArbeitsunfĂ€llen und relevanten unsicheren Situationen ĂŒber virtuelle Calls oder Ereignis-Reports informiert werden. Eine zentrale MaĂnahme sollte zudem sein, dass der Unfallhergang und die daraus gewonnenen Erkenntnisse im eigenen Team besprochen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Ă€hnliche VorfĂ€lle innerhalb des Teams vermieden werden.
Nehmen Sie in Ihrem Unternehmen eine stagnierende oder sogar steigende Anzahl an ArbeitsunfÀllen und unsicheren Situationen wahr? Dann vereinbaren Sie jetzt unverbindlich ein ErstgesprÀch mit den erfahrenen Sicherheitskultur-Beratern der WandelWerker Consulting GmbH unter www.wandelwerker.com.
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