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ZDF trauert um ehemaligen Film- und Fernsehspielchef Heinz Ungureit

06.05.2025 - 14:58:23

Mainz - Heinz Ungureit wirkte an der Entstehung zahlreicher erfolgreicher Fernsehfilme sowie Serien mit und gehörte zu den VÀtern des Film-Fernseh-Abkommens: Das ZDF trauert um seinen ehemaligen Film- und Fernsehspielchef und stellvertretenden Programmdirektor, Heinz Ungureit, der am Samstag, 3. Mai 2025, im Alter von 93 Jahren gestorben ist

ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler: "In seiner Schaffenszeit entstanden die großen fiktionalen Fernseh-Highlights der 1970er- und 1980er-Jahre, die prĂ€gend fĂŒr ihre Zeit waren und noch heute unverzichtbarer Programmbestand des ZDF sind. Wir sind Heinz Ungureit zu großem Dank verpflichtet – er war ein Wegbereiter des deutschen Films."

Heinz Ungureit wurde 1931 in Bockum-Hövel (Kreis LĂŒdinghausen) geboren. Nach dem Abitur 1952 in Hamm/Westfalen, folgte das Studium der Publizistik, Germanistik und Geschichte an der UniversitĂ€t MĂŒnster. Bereits wĂ€hrend dieser Zeit und im Anschluss an das Studium war Ungureit als Redakteur fĂŒr verschiedene westfĂ€lische Tageszeitungen tĂ€tig. 1959 ging er als Feuilletonredakteur und Filmkritiker zur Frankfurter Rundschau. 1966 wechselte er in die Filmredaktion der ARD in Frankfurt, die er spĂ€ter auch leitete. Dort sammelte er erste Erfahrungen in der Zuarbeit fĂŒr Fernsehfilm-Produktionen und der redaktionellen Planung, Organisation und der Auswahl von Spielfilmen.

Ungureit verantwortete die fiktionalen Eigenproduktionen des ZDF

1976 wechselte Ungureit als Hauptredaktionsleiter Fernsehspiel und Film zum ZDF. Ab 1981 war er fĂŒr die Abteilungen Fernsehspiel I und II, Reihen und Serien I und II, Spielfilm, ZDF-Matinee, Kleines Fernsehspiel und Lektorat zustĂ€ndig. Heinz Ungureit verantwortete damit den gesamten Eigenproduktionsbereich Fiction. Ab 1985 war er zugleich Stellvertretender Programmdirektor des ZDF. 1991 wurde Ungureit zum Direktor fĂŒr EuropĂ€ische Programmbeteiligungen des ZDF ernannt und war so am Aufbau von ARTE und der EuropĂ€ischen Produktionsgemeinschaft beteiligt. Zudem koordinierte er die AktivitĂ€ten des ZDF-FilmeinkaufsbĂŒros in New York. Auch die Filmförderung blieb ihm weiter unterstellt. Ungureit gehörte ferner zu den Initiatoren des Film-Fernseh-Abkommens zwischen Filmwirtschaft und Fernsehen.

Als ZDF-Hauptabteilungsleiter Fernsehspiel und Film wirkte Heinz Ungureit an Entstehung und Ausstrahlung zahlreicher erfolgreicher Fernsehfilme und Serien mit. Zu den bekanntesten gehören unter anderen "Tadellöser & Wolff", "Ein Kapitel fĂŒr sich" von Eberhard Fechner, "Ein Mann will nach oben", "Die Pawlaks", "Tod eines SchĂŒlers" und "Diese Drombuschs" von Robert Stromberger, "Fanny und Alexander" von Ingmar Bergman, "MĂ€nner" von Doris Dörrie und "Die Bertinis" von Egon Monk. Zu erwĂ€hnen ist auch seine Mitwirkung an Kino-Koproduktionen wie "Der Stand der Dinge" von Wim Wenders, "Der Name der Rose" von Jacques Annaud nach dem Roman von Umberto Eco und "Malina" von Werner Schroeter.

Heinz Ungureit brachte Fernsehfilme ins Kino

Ungureit gehörte zu den VĂ€tern des Film-Fernseh-Abkommens, das es den Produzenten ermöglichte, das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch fĂŒr Kinofilme als Kofinazier zu gewinnen. In seiner Zeit fanden auch immer wieder Projekte ihren Weg in die KinosĂ€le, die eigentlich fĂŒr das Fernsehen gemacht waren (zum Beispiel "MĂ€nner" von Doris Dörrie).

Mit seiner Berufung zum Jugendschutzbeauftragten des ZDF gab Ungureit sein Amt als Stellvertretender Programmdirektor auf, das er ab 30. April 1985 innegehabt hatte. 1996 ging Heinz Ungureit in den Ruhestand.

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