Messerangriff, Hauptbahnhof

Nach Messerangriff im Hauptbahnhof: Unterbringung angeordnet

24.05.2025 - 18:36:13

18 Menschen werden bei einem Messerangriff im Hamburger Hauptbahnhof verletzt. Die Polizei nimmt eine Frau unter Tatverdacht fest. Jetzt hat der Haftrichter entschieden.

  • Die Polizei ist im Einsatz am Tatort.  - Foto: News5 / RenĂ© Schröder/NEWS5/dpa

    News5 / René Schröder/NEWS5/dpa

  • Die Spurensicherung arbeitete am Abend am Hauptbahnhof.  - Foto: Georg Wendt/dpa

    Georg Wendt/dpa

  • Am Samstag waren viele Reisende unterwegs - auch am Tatort.  - Foto: Georg Wendt/dpa

    Georg Wendt/dpa

Die Polizei ist im Einsatz am Tatort.  - Foto: News5 / René Schröder/NEWS5/dpaDie Spurensicherung arbeitete am Abend am Hauptbahnhof.  - Foto: Georg Wendt/dpaAm Samstag waren viele Reisende unterwegs - auch am Tatort.  - Foto: Georg Wendt/dpa

Nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof mit 18 Verletzten hat ein Haftrichter die Unterbringung der VerdÀchtigen in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Die 39-JÀhrige war am Freitagabend festgenommen worden, nachdem sie am Bahnsteig wahllos um sich gestochen haben soll. Der Unterbringungsbefehl laute auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefÀhrlicher Körperverletzung in 15 FÀllen, teilte die Polizei mit.

«Der Unterbringungsbefehl bezieht sich auf die Personen, die unmittelbar mit dem Messer verletzt wurden und dadurch Schnitt- oder Stichverletzungen unterschiedlicher Schwere erlitten haben», erklĂ€rte die Polizei in ihrer Mitteilung. Insgesamt seien 18 Menschen in KrankenhĂ€user gebracht worden - die ĂŒbrigen erlitten demnach aber andere Verletzungen, «beispielsweise durch einen Sturz oder Schock». 

Drei Frauen im Alter von 24, 52 und 85 Jahren und ein 24 Jahre alter Mann waren lebensgefĂ€hrlich verletzt worden. Sie befinden sich inzwischen alle in einem stabilisierten Zustand, wie die Polizei bereits am Mittag mitteilte. Zudem wurden sieben Menschen schwer und weitere sieben Menschen leicht verletzt. Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher sprach davon, dass einige der Verletzten die KrankenhĂ€user wieder verlassen konnten. 

Frau hat wohl keinen festen Wohnsitz

Die TatverdĂ€chtige soll frĂŒheren Angaben der Polizei zufolge nicht politisch motiviert gewesen sein. «Vielmehr bestehen inzwischen sehr konkrete Hinweise auf eine psychische Erkrankung der TatverdĂ€chtigen», hatte die Polizei mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Unterbringung beantragt. 

Die VerdĂ€chtige hat laut Polizei «nach den bisherigen Erkenntnissen» keinen festen Wohnsitz. Wie ein Sprecher des niedersĂ€chsischen Innenministeriums auf Anfrage mitteilte, soll die Frau offenbar gebĂŒrtig aus Niedersachsen kommen. 

Mutige Helfer greifen ein

Zum Zeitpunkt der Tat gegen 18.00 Uhr war der Bahnsteig zwischen den Gleisen 13 und 14 voller Menschen. Dass die Attacke nicht noch mehr Menschen traf, ist dem mutigen Eingreifen von zwei Passanten zu verdanken. «Durch das sehr schnelle Eingreifen zweier Passanten, die sich auf dem Bahnsteig befanden, (...) konnte der Angriff unterbrochen werden», teilte die Polizei mit.

EinsatzkrÀfte hÀtten die 39-JÀhrige im Anschluss schnell festnehmen können. Sie habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll die VerdÀchtige alleine gehandelt haben. Das Tatmesser sei sichergestellt worden.

Der Hamburger Hauptbahnhof gehört mit mehr als 500.000 Reisende pro Tag zu den am stĂ€rksten frequentierten Verkehrsknotenpunkten in Deutschland. Im freitĂ€glichen Feierabendverkehr herrscht dort regelmĂ€ĂŸig dichtes GedrĂ€nge. An diesem Freitag begannen in Hamburg einwöchige Schulferien. 

Messer am Hauptbahnhof verboten

Seit dem 1. Oktober 2023 sind Messer im Bereich des Hauptbahnhofs verboten. Laut Bundespolizei zÀhlte der Verkehrsknotenpunkt im Jahr 2022 zu den gefÀhrlichsten Bahnhöfen in Deutschland. 

Inzwischen hat sich die Lage nach offiziellen Angaben verbessert. Die Zahl der Gewalttaten sank im vergangenen Jahr um knapp ein Viertel (24,2 Prozent) auf 546, wie die Bundesregierung im Februar auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion mitteilte. Allerdings verdoppelte sich die Zahl der Gewalttaten, bei denen ein Messer eingesetzt wurde, fast von 12 auf 23 FĂ€lle.

Alltag wenige Stunden nach der Attacke

Der Bahnverkehr lĂ€uft seit den frĂŒhen Morgenstunden wieder wie gewohnt. Die Gleise sind entsprechend voll. In Hamburg haben die einwöchigen Schulferien begonnen und viele Menschen starten ihre Reise vom Bahnhof aus.

Am Tatort, also dem Bahnsteig zwischen Gleis 13 und 14, war von der Attacke schon am Samstagmorgen kaum noch etwas zu sehen. Lediglich kleinere Blutspuren am Boden zeugten von der grausamen Tat.

@ dpa.de