Mallorca, Spanien

Anklage auf Mallorca fordert sieben Jahre fĂŒr KegelbrĂŒder

30.01.2026 - 13:59:28 | dpa.de

Acht KegelbrĂŒder aus dem MĂŒnsterland sollen nach einem Brand auf Mallorca fĂŒr sieben Jahre ins GefĂ€ngnis. Die Anklage wirft ihnen vorsĂ€tzliche Brandstiftung vor. Unter anderem mit Hilfe von Bier.

  • Die Justiz auf Mallorca hat gegen die sogenannten KegelbrĂŒder Anklage wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung erhoben und sieben Jahre Haft gefordert. (Archivbild) - Foto: 5vision/dpa
    Die Justiz auf Mallorca hat gegen die sogenannten KegelbrĂŒder Anklage wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung erhoben und sieben Jahre Haft gefordert. (Archivbild) - Foto: 5vision/dpa
  • Die spanische RechtsanwĂ€ltin der Deutschen, gegen die nun Anklage wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung erhoben wurde, betonte die Unschuld der KegelbrĂŒder. (Archivbild) - Foto: 5vision/dpa
    Die spanische RechtsanwĂ€ltin der Deutschen, gegen die nun Anklage wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung erhoben wurde, betonte die Unschuld der KegelbrĂŒder. (Archivbild) - Foto: 5vision/dpa
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Acht deutsche Hobbykegler sollen nach dem Willen der spanischen Staatsanwaltschaft wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung fĂŒr sieben Jahre ins GefĂ€ngnis. Das ging aus der Klagschrift gegen die sogenannten KegelbrĂŒder aus dem MĂŒnsterland hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zudem sollten sie zusammen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen. Die jungen MĂ€nner haben von Anfang an bestritten, fĂŒr den Brand am 20. Mai 2022 in einer Kneipe am Ballermann verantwortlich zu sein. 

Schwere Anschuldigungen 

Die Anklage wirft ihnen jedoch nach jahrelangen Ermittlungen vor, an dem besagten Tag vor bald vier Jahren vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse der Kneipe «Why not Mallorca» geworfen zu haben, das in Brand geriet. Zusammen mit den glĂŒhenden Kippen hĂ€tten sie «eine brennbare FlĂŒssigkeit, wie Bier oder etwas Ähnlichem» auf das Schilfdach gekippt, heißt es wörtlich in der Klageschrift. 

Die Deutschen seien dabei von Balkon zu Balkon geklettert, hĂ€tten gelacht und sich gegenseitig angefeuert. In der Klageschrift wird ihnen vorgeworfen, eine «absolute Verachtung fĂŒr das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bewohner des Hotels, in dem sie sich befanden, sowie der angrenzenden Einrichtungen» gezeigt zu haben. 

Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden durch das Feuer beschÀdigt. Da auch mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten, wird den MÀnnern zudem Körperverletzung vorgeworfen.

AnwÀltin: Bislang keine eindeutigen Beweise

Die Gruppe bestand aus 13 Urlaubern, die von einem als besonders streng geltenden Richter zunĂ€chst alle in Untersuchungshaft geschickt wurden. Einer von ihnen war bereits einen Tag nach dem Brand ohne Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Vier weitere hatten das GefĂ€ngnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dĂŒrfen. 

Die restlichen acht saßen rund zwei Monate in Untersuchungshaft. Sie kamen erst gegen eine hohe Kaution frei, als der strenge Haftrichter kurz im Urlaub war und seine Vertreterin die Freilassung anordnete. Die MĂ€nner sind seither wieder in Deutschland.

Die spanische RechtsanwĂ€ltin MarĂ­a Barbancho betonte, es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung fĂŒr die Angeklagten. In den Ermittlungsakten gebe es «zahlreiche entlastende Anhaltspunkte», schrieb sie in einer Mitteilung. Die bisherigen Ermittlungen hĂ€tten keine belastbaren oder eindeutigen Beweise fĂŒr eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten hervorgebracht.

KegelbrĂŒder erwarten faires Verfahren 

Die Verteidigerin Barbancho bekrÀftigte, die jungen MÀnner hÀtten den Brand nicht verursacht. «Im Gegenteil: Einige von ihnen engagieren sich seit Jahren in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Als solche haben sie den HotelgÀsten beim Verlassen des GebÀudes geholfen, als sich das Feuer ausbreitete, und erlitten dabei selbst Rauchvergiftungen», schrieb die AnwÀltin. Die Angeklagten vertrauten darauf, dass der Sachverhalt in der anstehenden Hauptverhandlung umfassend, objektiv und fair aufgeklÀrt werde, betonte die Verteidigerin. 

Ein Termin fĂŒr den Beginn des Prozesses, bei dem die Deutschen eventuell vor Gericht in Palma erscheinen mĂŒssten, wurde nach Angaben einer Sprecherin der Justiz zunĂ€chst nicht anberaumt.

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