Anklage auf Mallorca fordert sieben Jahre fĂŒr KegelbrĂŒder
30.01.2026 - 13:59:28 | dpa.deAcht deutsche Hobbykegler sollen nach dem Willen der spanischen Staatsanwaltschaft wegen vorsĂ€tzlicher Brandstiftung fĂŒr sieben Jahre ins GefĂ€ngnis. Das ging aus der Klagschrift gegen die sogenannten KegelbrĂŒder aus dem MĂŒnsterland hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Zudem sollten sie zusammen Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen. Die jungen MĂ€nner haben von Anfang an bestritten, fĂŒr den Brand am 20. Mai 2022 in einer Kneipe am Ballermann verantwortlich zu sein.Â
Schwere AnschuldigungenÂ
Die Anklage wirft ihnen jedoch nach jahrelangen Ermittlungen vor, an dem besagten Tag vor bald vier Jahren vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse der Kneipe «Why not Mallorca» geworfen zu haben, das in Brand geriet. Zusammen mit den glĂŒhenden Kippen hĂ€tten sie «eine brennbare FlĂŒssigkeit, wie Bier oder etwas Ăhnlichem» auf das Schilfdach gekippt, heiĂt es wörtlich in der Klageschrift.Â
Die Deutschen seien dabei von Balkon zu Balkon geklettert, hĂ€tten gelacht und sich gegenseitig angefeuert. In der Klageschrift wird ihnen vorgeworfen, eine «absolute Verachtung fĂŒr das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Bewohner des Hotels, in dem sie sich befanden, sowie der angrenzenden Einrichtungen» gezeigt zu haben.Â
Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden durch das Feuer beschÀdigt. Da auch mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten, wird den MÀnnern zudem Körperverletzung vorgeworfen.
AnwÀltin: Bislang keine eindeutigen Beweise
Die Gruppe bestand aus 13 Urlaubern, die von einem als besonders streng geltenden Richter zunĂ€chst alle in Untersuchungshaft geschickt wurden. Einer von ihnen war bereits einen Tag nach dem Brand ohne Auflagen wieder auf freien FuĂ gesetzt worden. Vier weitere hatten das GefĂ€ngnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dĂŒrfen.Â
Die restlichen acht saĂen rund zwei Monate in Untersuchungshaft. Sie kamen erst gegen eine hohe Kaution frei, als der strenge Haftrichter kurz im Urlaub war und seine Vertreterin die Freilassung anordnete. Die MĂ€nner sind seither wieder in Deutschland.
Die spanische RechtsanwĂ€ltin MarĂa Barbancho betonte, es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung fĂŒr die Angeklagten. In den Ermittlungsakten gebe es «zahlreiche entlastende Anhaltspunkte», schrieb sie in einer Mitteilung. Die bisherigen Ermittlungen hĂ€tten keine belastbaren oder eindeutigen Beweise fĂŒr eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten hervorgebracht.
KegelbrĂŒder erwarten faires VerfahrenÂ
Die Verteidigerin Barbancho bekrĂ€ftigte, die jungen MĂ€nner hĂ€tten den Brand nicht verursacht. «Im Gegenteil: Einige von ihnen engagieren sich seit Jahren in der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Als solche haben sie den HotelgĂ€sten beim Verlassen des GebĂ€udes geholfen, als sich das Feuer ausbreitete, und erlitten dabei selbst Rauchvergiftungen», schrieb die AnwĂ€ltin. Die Angeklagten vertrauten darauf, dass der Sachverhalt in der anstehenden Hauptverhandlung umfassend, objektiv und fair aufgeklĂ€rt werde, betonte die Verteidigerin.Â
Ein Termin fĂŒr den Beginn des Prozesses, bei dem die Deutschen eventuell vor Gericht in Palma erscheinen mĂŒssten, wurde nach Angaben einer Sprecherin der Justiz zunĂ€chst nicht anberaumt.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

