Niedersachsen, Deutschland

Attacke mit AmeisensĂ€ure – Frau wegen Mordversuchs angeklagt

09.04.2026 - 09:08:40 | dpa.de

Als ihr Mann die Scheidung will, soll eine 27-jĂ€hrige Frau aus Niedersachsen dessen Tötung geplant haben. Ihr Partner ĂŒberlebt den SĂ€ureangriff, erblindet aber vollstĂ€ndig. Jetzt beginnt der Prozess.

Am Landgericht Braunschweig beginnt ein Prozess um einen versuchten Mord mit AmeisensÀure. (Symbolbild) - Foto: Michael Matthey/dpa-Pool/dpa

Mordversuch mit AmeisensÀure? Eine 27-jÀhrige Frau aus Niedersachsen soll in einer Trennungsphase versucht haben, ihren Mann mit hochkonzentrierter SÀure zu töten. Das Opfer erlitt schwerwiegende VerÀtzungen und erblindete komplett. Am Landgericht Braunschweig beginnt am Donnerstag (9.00 Uhr) der Prozess. 

Ermittler: Angeklagte wollte Versicherungssumme kassieren 

Wenige Tage vor dem Angriff soll der Ehemann seine Partnerin ĂŒber seinen Scheidungswunsch informiert haben. Laut Staatsanwaltschaft entschloss sich die Frau, ihren Mann zu töten, um an 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen. Die AnklĂ€ger werfen der 27-JĂ€hrigen aus dem Landkreis WolfenbĂŒttel unter anderem versuchten Mord vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach Schilderung der Ermittler lockte die Frau ihren Mann im November 2025 unter einem Vorwand in den Keller des Hauses in Schladen, wo auch die beiden gemeinsamen Kinder lebten. Von hinten soll die Angeklagte ihrem wehrlosen Opfer die AmeisensĂ€ure ĂŒber den Kopf und das Gesicht geschĂŒttet haben. Der Mann rettete sich vor das Haus, wo ein Nachbar Erste Hilfe leistete und den Notruf alarmierte. 

Opfer mehrere Tage im Koma

Durch den SĂ€ureangriff erlitt der Mann nach Angaben der Strafverfolger VerĂ€tzungen unter anderem an den Augen, am Hals und an den Armen. Durch die SĂ€ureeinwirkung seien die HornhĂ€ute beider Augen zerstört worden, was zur vollstĂ€ndigen Erblindung gefĂŒhrt habe. Wegen der Schwere der Verletzungen und der erheblichen Schmerzen musste der GeschĂ€digte fĂŒr mehrere Tage ins kĂŒnstliche Koma versetzt werden. 

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, die möglichen Folgen gekannt zu haben, weil sie sich vorab dazu informiert habe. FĂŒr den Prozess sind sieben Verhandlungstage bis zum 8. Mai geplant.

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