Söder, Bund

Söder: Bund versagt komplett bei Bayerns Hochwasserhilfe

30.07.2024 - 15:35:54 | dpa.de

Als im Juni das Hochwasser Bayern in Atem hielt, machten viele Bundespolitiker Hilfsversprechen. Passiert ist seither nichts. Söder zweifelt im Gegenzug nun an der kĂŒnftigen bayerischen SolidaritĂ€t.

  • Die GrĂŒnen-Politikerin Jamila SchĂ€fer versichert, der Bund werde fĂŒr SchĂ€den der Flutkatastrophe aufkommen.  - Foto: Christoph Soeder/dpa
    Die GrĂŒnen-Politikerin Jamila SchĂ€fer versichert, der Bund werde fĂŒr SchĂ€den der Flutkatastrophe aufkommen. - Foto: Christoph Soeder/dpa
  • Aus bayerischer Sicht haben Bundespolitiker wie Olaf Scholz ihre Hilfsversprechen fĂŒr die Hochwasseropfer im Freistaat nicht eingehalten. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Aus bayerischer Sicht haben Bundespolitiker wie Olaf Scholz ihre Hilfsversprechen fĂŒr die Hochwasseropfer im Freistaat nicht eingehalten. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Auch wenn die Donau nun wieder ruhig daher plĂ€tschert, entlang des Flusses sorgt Hochwasser immer wieder fĂŒr Probleme. - Foto: Peter Kneffel/dpa
    Auch wenn die Donau nun wieder ruhig daher plĂ€tschert, entlang des Flusses sorgt Hochwasser immer wieder fĂŒr Probleme. - Foto: Peter Kneffel/dpa
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Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder hat dem Bund bei der Beseitigung der HochwasserschĂ€den komplettes Versagen vorgeworfen. «Nichts, bislang gar nichts, ist an Hilfe gekommen. Wir bekommen weder UnterstĂŒtzung aus dem großen Flutaufbaufonds. Da soll Bayern nur einzahlen, bekommt aber nichts raus. Und bei den Soforthilfen ist nichts bislang passiert. Wir empfinden es als Skandal», sagte der CSU-Chef nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in Kloster Weltenburg bei Kelheim. Die GrĂŒnen-Politikerin Jamila SchĂ€fer, Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestages, wies die Kritik zurĂŒck.

«Als das Hochwasser war, konnte man gar nicht schnell genug schauen, bis Bundesminister da waren. Sie standen uns quasi und den Helfern auf den FĂŒĂŸen», sagte Söder und nannte die Namen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne), Innenministerin Nancy Faeser (SPD), Kulturstaatsministerin Claudia Roth (GrĂŒne) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Alle hĂ€tten Hilfe versprochen, bisher angekommen sei aber nichts. «Es wurden Versprechen gemacht, die nicht eingehalten wurden.»

FĂŒr Bayern sei die Situation deswegen doppelt schwierig, betonte Söder. Auf der einen Seite zahle der Freistaat bis zu einer Milliarde fĂŒr die Hilfe anderer mit - wie im Fall des Ahrtalhochwassers - «tun das auch gerne», auf der anderen Seite werde Bayern aber komplett allein gelassen.

Das Argument, es habe sich beim bayerischen Juni-Hochwasser nicht um ein Hochwasser nationalen Ausmaßes gehandelt, lasse er nicht gelten, so Söder. Hier gebe es keinen Unterschied. Daher sei es nicht akzeptabel, «sich um die Hilfe zu drĂŒcken» und «zumindest schĂ€big» auf einen europĂ€ischen Hilfsfonds zu verweisen. 

Bayern werde weiter Druck machen und man werde das dann natĂŒrlich auch Ă€ndern mĂŒssen, wenn es irgendwann eine neue Regierung gebe. Das gelte dann auch fĂŒr die anderen Hilfsfonds durch eine GesetzesĂ€nderung, «weil ich nicht bereit bin, dass SolidaritĂ€t fĂŒr alle gilt, nur nicht fĂŒr Bayern».

Jamila SchĂ€fer (GrĂŒne) sagte, der Bund stehe zu seiner Zusage und werde fĂŒr SchĂ€den der Flutkatastrophe aufkommen. «Wie schon beim Ahrtal werden die betroffenen Regionen mit einem Sondervermögen entlastet», sagte SchĂ€fer. Voraussetzung dafĂŒr sei allerdings, dass die SchĂ€den noch final beziffert wĂŒrden. Die Bundestagsabgeordnete sagte: «Statt die Menschen zu verunsichern, sollte Markus Söder lieber endlich die finalen Zahlen an den Bund liefern.»

 

 

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