Amelia Earhart, Nikumaroro

Amelia Earhart: Expedition sucht auf Nikumaroro nach ihrem Flugzeug

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 04:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Fast 90 Jahre nach dem Verschwinden von Amelia Earhart startet eine 17-köpfige Expedition zum Nikumaroro-Atoll in Kiribati. Im Mittelpunkt steht eine etwa zehn Meter große Struktur in der Lagune, bei der es sich um Teile ihres Flugzeugs handeln könnte.

  • Wird das Rätsel um den Verbleib von Amelia Earthart und ihrer Lockheed Electra 10E endlich gelöst? (Archivbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Wird das Rätsel um den Verbleib von Amelia Earthart und ihrer Lockheed Electra 10E endlich gelöst? (Archivbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Amelia Earhart war eine der bekanntesten Flugpionierinnen überhaupt. (Archivbild) - Bild: Zuma Press/dpa
    Amelia Earhart war eine der bekanntesten Flugpionierinnen überhaupt. (Archivbild) - Bild: Zuma Press/dpa
Wird das Rätsel um den Verbleib von Amelia Earthart und ihrer Lockheed Electra 10E endlich gelöst? (Archivbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa Amelia Earhart war eine der bekanntesten Flugpionierinnen überhaupt. (Archivbild) - Bild: Zuma Press/dpa

Fast 90 Jahre nach dem Verschwinden der US-Pilotin Amelia Earhart startet am Samstag eine 17-köpfige Expedition zum Nikumaroro-Atoll im Pazifik, um eine mögliche Spur zu ihrem Flugzeug zu untersuchen.

Suche nach dem Taraia-Objekt

Earhart verschwand am 2. Juli 1937 während ihres Versuchs, als erste Frau die Erde zu umrunden. Sie war mit ihrer Lockheed Electra 10E und dem Navigator Fred Noonan unterwegs; das Flugzeug und die beiden Insassen wurden nie gefunden.

Das Team reist zu dem abgelegenen Atoll im Inselstaat Kiribati, das etwa auf halber Strecke zwischen Hawaii und Australien liegt. In einer flachen Lagune befindet sich eine auffällige Struktur, die nach einem Wirbelsturm im Jahr 2015 auf Satellitenbildern sichtbar wurde.

Struktur ist etwa zehn Meter lang

Das sogenannte Taraia-Objekt misst ungefähr zehn Meter und ist damit etwa so lang wie der Rumpf von Earharts Flugzeug. Je nach Bedingungen ist es auf den Bildern unterschiedlich deutlich als heller Schimmer unter dem Wasser zu erkennen.

Wissenschaftler der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana arbeiten bei der Untersuchung mit der gemeinnützigen Organisation Archaeological Legacy Institute zusammen. Expeditionsleiter Richard Pettigrew bezeichnete die Mission als mögliche Chance, eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte zu lösen.

Untersuchung zunächst ohne Bergung

Zu Beginn wollen die Forscher das Gebiet mit Video- und Fotoaufnahmen dokumentieren. Anschließend sollen Magnetometer und Sonar den Meeresboden untersuchen.

Mit einer hydraulischen Saugvorrichtung soll die Struktur vorsichtig freigelegt werden. Zusätzlich will das Team das Ufer nach angeschwemmten Trümmern absuchen. Eine Bergung ist zunächst nicht geplant; dafür könnte später eine zweite Mission folgen.

Frühere Indizien auf Nikumaroro

Nikumaroro gilt seit den 1980er Jahren als möglicher Ort einer Notlandung. Nach dieser Theorie könnte Earhart das Howland-Atoll verfehlt haben, als der Treibstoff knapp wurde.

Frühere Expeditionen fanden auf der Insel unter anderem Teile eines Damenschuhs, einen Spiegel, Knöpfe und Acrylglas. Auch Knochen wurden 1940 entdeckt, später jedoch nicht wiedergefunden. Eine 2018 veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, die Maße der damaligen Überreste könnten zu Earharts Körpermaßen passen.

Earhart als Flugpionierin

Earhart erhielt 1922 ihre Fluglizenz und überquerte 1928 als erste Frau den Atlantik, zunächst als Passagierin. 1932 bewältigte sie den Flug als Pilotin allein und wurde zu einer international bekannten Flugpionierin.

Ihre Weltumrundung begann 1937. Nach mehreren Zwischenlandungen blieb die Ankunft auf US-amerikanischem Boden aus. Seitdem gibt es verschiedene Theorien zu ihrem Schicksal, darunter einen Absturz ins Meer, eine Notlandung auf einer Insel oder eine Gefangenschaft.

Einordnung des Suchgebiets

Nikumaroro liegt im zentralen Pazifik und gehört zu Kiribati. Das abgelegene Atoll befindet sich auf der möglichen Route von Earharts Weltumrundungsflug und ist deshalb seit Jahrzehnten Gegenstand von Suchaktionen. Die zentrale Annahme der sogenannten Gardner-Hypothese lautet, Earhart und ihr Navigator Fred Noonan könnten nach dem Verfehlen des Howland-Atolls auf Nikumaroro notgelandet sein.

Indizien und offene Fragen

Für diese Hypothese werden unter anderem frühere Knochenfunde sowie Gegenstände angeführt, die zeitlich in die 1930er-Jahre passen könnten. Eindeutig Earhart oder ihrem Flugzeug zugeordnet wurden sie bislang nicht. Das Taraia-Objekt erweitert die Suche nun um eine konkrete Struktur am Meeresboden, deren Größe mit dem Rumpf der Lockheed Electra vergleichbar ist.

Bedeutung der Expedition

Die geplante Untersuchung soll zunächst klären, ob es sich überhaupt um ein künstliches Objekt und möglicherweise um ein Flugzeugteil handelt. Videoaufnahmen, Sonar und Magnetometer können dabei unterschiedliche Hinweise liefern; eine Bergung ist zunächst nicht vorgesehen. Sollte die Struktur zur Electra gehören, hätte das erhebliche Bedeutung für die Luftfahrtgeschichte und für die Rekonstruktion von Earharts letztem Flug. Bleibt der Fund ohne eindeutigen Befund, dürfte die Expedition dennoch weitere Daten über das Atoll und die bisherigen Suchannahmen liefern.

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