Kultur, Fernsehen

Union gegen Lebensmittel-Werbeverbot fĂŒr Kinder

12.08.2023 - 00:03:54 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts des von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) vorgeschlagenen Verbots von an Kinder gerichteter Werbung fĂŒr ungesunde Lebensmittel kritisiert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion die Anwendung des Gesetzes auf bestimmte Lebensmittel.

SĂƒÂŒĂƒĆžigkeiten - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Eine "Reihe von unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Werbeverboten fĂŒr rund zwei Drittel aller in Deutschland angebotenen Lebensmittel" wird in einem internen Papier angeprangert, ĂŒber das die "Bild" (Samstagausgabe) berichtet. Explizit nennt die Fraktion die nordhessische SpezialitĂ€t "Ahle Wurst", die schwĂ€bische Brezel und die bayerische Breze, KĂ€sesorten wie Gouda oder Harzer KĂ€se und "Vegane Schinken-Spicker mit GrillgemĂŒse".

Diese Lebensmittel fielen aufgrund ihres Zucker-, Fett- und Salzgehalt unter das Werbeverbot. Der hessische CDU-GeneralsekretĂ€r Manfred Pentz kĂŒndigte an, die hessische SpezialitĂ€t "Ahle Wurst" vor der "Verbots- und Bevormundungspolitik der Ampel-Regierung" schĂŒtzen zu wollen. "WĂ€hrend die EU-Kommission der Ahle Wurst mit der Einstufung als geschĂŒtzte geografische Angabe gerade erst einen Ritterschlag erteilt hat, plant die Bundesregierung in Berlin jetzt einen Nackenschlag", sagte Pentz der "Bild" (Samstagausgabe). Das Werbeverbot treffe auch nordhessische Familienbetriebe, "die ohnehin unter der ideologischen Abwirtschaftspolitik der Ampel leiden", so Pentz. "Wir setzen uns gegen das Werbeverbot fĂŒr unsere SpezialitĂ€ten ein und stehen fĂŒr regionale Esskultur statt Berliner Cancel Culture." Zustimmung kommt von Friedemann Berg, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des BĂ€ckerverbandes: "Die Brezel und alle anderen Backwaren gehören zu einer abwechslungsreichen ErnĂ€hrung dazu - auch fĂŒr unsere Kinder." Ein mögliches Werbeverbot sei "Murks", kritisierte Berg. Die stellvertretende CDU-GeneralsekretĂ€rin Christina Stumpp ergĂ€nzte: "Gerade bei uns in SĂŒddeutschland gehört die Brezel zum LebensgefĂŒhl - am liebsten mit Butter. Dass ausgerechnet Cem Özdemir als bekennender Schwabe sie jetzt aus dem öffentlichen Raum verdrĂ€ngen möchte, zeigt die ganze AbsurditĂ€t seines Werbeverbots." Özdemir folgt mit seinem Vorschlag weitgehend einer Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die aktuelle Studienlage zeigt der UN-Organisation zufolge, dass derartige Werbeverbote die Essensauswahl insbesondere von Kindern mit geringem sozioökonomischem Status verbessern.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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