Hochwassergefahr steigt in mehreren BundeslÀndern
24.12.2023 - 10:54:16 | dpa.deFlĂŒsse schwellen an, Deiche weichen auf: Nach tagelangem Dauerregen droht vielen Regionen in Deutschland Hochwasser. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte an Heiligabend vor Hochwassergefahr an vielen FlĂŒssen und BĂ€chen.
Vor allem in den Nordwest- und Weststaulagen vieler Mittelgebirge dĂŒrften die RegenfĂ€lle bis Montag andauern, dabei könnten in einigen Regionen innerhalb von 48 bis 96 Stunden 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter herunterkommen, in örtlich sogar noch mehr, teilte der DWD in Offenbach mit. VerstĂ€rkt werde die Hochwassergefahr durch teils starkes Tauwetter, beispielsweise im Erzgebirge.
In Niedersachsen erreichten am frĂŒhen Sonntagmorgen 30 Pegel die dritte von vier Warnstufen, wie der Landesbetrieb fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz mitteilte. Diese Schwelle ĂŒberschritten demnach unter anderem die FlĂŒsse Weser, Aller, Leine und Oker. Bei Stufe drei ist die Ăberschwemmung von GrundstĂŒcken und gröĂeren FlĂ€chen sowie von StraĂen und Kellern möglich.
In Hannover war die Feuerwehr wegen des Regens und heftiger Windböen im Dauereinsatz. Es seien viele WasserschÀden in GebÀuden gemeldet worden, zudem mussten auch BÀume beseitigt werden, teilte die Feuerwehr am Sonntagvormittag mit.
In Rodenberg im niedersĂ€chsischen Landkreis Schaumburg schĂŒtzten Feuerwehren und ehrenamtliche Helfer Areale mit SandsĂ€cken. Der BĂŒrgermeister der Samtgemeinde, Thomas Wolf, berichtete am Sonntagmorgen, dass das Hochwasser ĂŒber das Wehr flieĂe. Helfer seien von Haus zu Haus gelaufen, um die Bewohner zu warnen. So ein Hochwasser habe es in der Gemeinde seit 25 Jahren nicht mehr gegeben.
In Sachsen-Anhalt gab die Hochwasservorhersagezentrale Warnungen fĂŒr Mulde, Aller und Havel heraus. An mehreren Messstellen des Landes waren die Alarmstufen 1 und 2 ĂŒberschritten, mancherorts die Alarmstufe 3. Auch in Teilen Sachsens wurde diese Stufe an mehreren Pegeln erreicht - etwa in Chemnitz.
Im Ruhrgebiet machte der Dauerregen der Bahn zu schaffen
In Teilen von Nordrhein-Westfalen bereiteten sich Behörden auf Hochwasser vor. Sorgen machte etwa in Oberhausen ein aufgeweichter Deich an der Ruhr, wie die Feuerwehr mitteilte. In einem Vorort von MĂŒnster rettete die Feuerwehr am Samstag eine Frau aus ihrem Auto, das in den ĂŒberfluteten Bereich der Werse, einem Ems-Zufluss, geraten war. Im Ruhrgebiet machte der Dauerregen der Bahn zu schaffen: In Herdecke wurden Gleise der Strecke zwischen Dortmund und Hagen unterspĂŒlt.
In Bayern galt in einigen Landkreisen die Meldestufe 3, in den Landkreisen Coburg und Kulmbach sogar mancherorts Meldestufe 4. Betroffen waren vor allem Franken und Ostbayern. In der Nacht zum Sonntag liefen bereits einige Keller voll, mehrere StraĂen wurden wegen des Hochwassers gesperrt. Bei Heustreu im Landkreis Rhön-Grabfeld rettete die Feuerwehr am Samstag eine 20-JĂ€hrige, die mit ihrem Auto in eine gesperrte ĂŒberflutete StraĂe gefahren war, wie die Polizei mitteilte.
Kein Skibetrieb
In Teilen Bayerns beeintrĂ€chtigte starker Wind an Heiligabend den Skibetrieb. «AuĂer Betrieb» meldete die Bayerische Zugspitzbahn auf ihrer Homepage fĂŒr die Seilbahn zu Deutschlands höchstem Berg. Auch ein Lift am Zugspitzplatt fuhr am Sonntag nicht. In Betrieb war aber die Zahnradbahn zur Zugspitze, die am Samstag nicht gefahren war.
An der Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen musste erst die Lawinenkommission die Lage prĂŒfen und die Pisten freigeben. Vielerorts herrschte am Sonntag oberhalb 1500 Metern weiter erhebliche Lawinengefahr.
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