Berichte: Tote nach Erdbeben in SĂŒdostasien
28.03.2025 - 10:50:30Ein starkes Erdbeben mit Epizentrum in Myanmar hat mehrere LĂ€nder SĂŒdostasiens erschĂŒttert und jĂŒngsten Berichten zufolge auch Menschenleben gefordert. In Myanmar stĂŒrzten als Folge der heftigen ErdstöĂe eine Moschee und ein Kloster ein, mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Khit Thit Media unter Berufung auf RettungskrĂ€fte berichtete. Zudem sollen in einem eingestĂŒrzten Hotel in Aung Ban, einem Ort im Landesinnern nahe dem Epizentrum, zahlreiche Menschen eingeschlossen sein.Â
Zu spĂŒren war das Beben unter anderem in Thailands Hauptstadt Bangkok, aber auch in Teilen Indiens, Chinas und in Vietnams Hauptstadt Hanoi. In Bangkok waren auch noch Stunden nach dem Beben Sirenen zu hören. Das AusmaĂ der SchĂ€den sowie die Zahl von Toten und Verletzten in allen betroffenen LĂ€ndern war noch völlig unklar.Â
In Bangkok brach der Rohbau eines Hochhauses nach den ErschĂŒtterungen in sich zusammen. Videos im Internet zeigten, wie das GebĂ€ude in sich zusammenstĂŒrzte, wĂ€hrend Arbeiter davonliefen. Medienberichten unter Berufung auf RettungskrĂ€fte zufolge sollen mehr als 40 Arbeiter darunter eingeschlossen worden sein. MinisterprĂ€sidentin Paetongtarn Shinawatra berief wĂ€hrend ihres Besuchs auf der Insel Phuket eine Notstandssitzung ein.Â
Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam meldete ein Erdbeben der StĂ€rke 7,6 in Thailands Nachbarland Myanmar in einer Tiefe von circa 20 Kilometern. Die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete ein Beben der StĂ€rke 7,7 in zehn Kilometer Tiefe. Die Erde habe teils minutenlang gezittert, hieĂ es. Zudem registrierten die US-Forscher ein paar Minuten spĂ€ter etwas sĂŒdlich ein weiteres Erbeben mit einer StĂ€rke von 6,4.Â
Myanmar schon gezeichnet durch Chaos und GewaltÂ
Das Beben ereignete sich etwa 50 Kilometer östlich von Monywa in der Landesmitte. In dem östlich davon gelegenen Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgröĂten Stadt Myanmars, kamen zehn Menschen beim Einsturz einer Moschee ums Leben. In Taungoo brach zudem ein Kloster ein, in dem Vertriebene untergebracht waren. FĂŒnf Menschen starben, darunter auch Kinder, wie Khit Thit Media weiter berichtete. Auch dort sollen noch mehrere Menschen eingeschlossen sein. In Sagaing brach eine alte BrĂŒcke ein.Â
Fotos zeigten zudem beschĂ€digte historische Pagoden in Myanmars Hauptstadt Naypyitaw und ein beschĂ€digtes Kloster. Seit einem MilitĂ€rputsch im Februar 2021 versinkt das frĂŒhere Birma ohnehin schon in Gewalt und Chaos, verschiedene Rebellengruppen kĂ€mpfen teils erfolgreich gegen die Armee.Â
In Bangkok bebte minutenlang die Erde, Menschen verlieĂen in Panik ihre HĂ€user. Im Stadtteil Silom im Zentrum der Hauptstadt waren Tausende Menschen auf der StraĂe, viele rannten. Sofort waren auch Helfer im Einsatz, die die Menschen anleiteten, sich unter freien Himmel zu begeben und die GebĂ€ude zu verlassen. Aus den KrankenhĂ€usern wurden Patienten auf die StraĂen gebracht. In vielen Wohnanlagen lieĂ das Beben die Schwimmbecken ĂŒberschwappen.
SchÀden und Verletzte in China
In China war das Beben auch in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in SĂŒdwestchina deutlich zu spĂŒren, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Betroffen waren unter anderem die GroĂstadt Kunming und die bei Touristen beliebten Orte Lijiang und Dali.Â
Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von SchĂ€den an HĂ€usern und Verletzen, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. Ein Video auf der chinesischen Online-Plattform Weibo, Chinas Pendant zur Plattform X, zeigte TrĂŒmmerteile auf einer StraĂe in Ruili und SchĂ€den an einem Hausdach. Auch in den chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi waren die ErdstöĂe zu spĂŒren. Aus Vietnam, wo etwa in der Hauptstadt Hanoi die Erde bebte, wurden zunĂ€chst keine SchĂ€den bekannt.
Oft verheerende SchÀden
Bei schweren Erdbeben wie jetzt in Myanmar sind die SchĂ€den meist verheerend. Oft sterben Tausende, durch die Zerstörungen verlieren ganze Bevölkerungen ihr Zuhause. Gerade Asien ist immer wieder betroffen. Afghanistan (Juni 2022), Indonesien (September 2018) und Nepal (Mai 2015) erleben Katastrophen mit Tausenden Toten. Als besonders verheerend ist das Erdbeben vom MĂ€rz 2011 vor der japanischen OstkĂŒste in Erinnerung, das fast 16.000 Menschenleben forderte und die Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima verursachte.Â
In Pakistan und Indien werden nach einem Beben der StĂ€rke 7,6 im Oktober 2005 an die 80.000 Todesopfer gezĂ€hlt, 3,5 Millionen Menschen werden obdachlos. Zuvor hatte Weihnachten 2004 ein starkes Seebeben vor der Insel Sumatra gewaltige Tsunamis ausgelöst, die Tod und Zerstörung an die KĂŒsten des Indischen Ozeans brachten. GeschĂ€tzt 230.000 Menschen starben - darunter mehr als 500 Deutsche.







