Anlage fĂŒr «ProblembĂ€rin» aus Italien ist im Bau
11.07.2024 - 06:45:39Der Alternative Wolf- und BĂ€renpark im Schwarzwald errichtet fĂŒr «ProblembĂ€rin» Gaia aus Norditalien ein eigenes Gehege. «Wir sind am Bauen der Anlage», sagte ein Sprecher des Parks. Wann das Wildtier aus der Provinz Trentino kommt, ist nach wie vor unklar. Es laufen dem Sprecher zufolge noch GesprĂ€che. Die BĂ€rin hatte im April vergangenen Jahres in Italien einen 26-jĂ€hrigen Jogger angegriffen und getötet.
Aus der Provinzregierung von Trentino hieĂ es diese Woche, dass die BĂ€rin bis Herbst nach Deutschland umgesiedelt werden solle. Der Parksprecher im Schwarzwald Ă€uĂerte sich zum zeitlichen Rahmen noch zurĂŒckhaltend und verwies darauf, dass die Anlage auf schwierigem GelĂ€nde errichtet wird. Zur geplanten GröĂe sagte er zunĂ€chst nichts.
BĂ€rin soll nicht zur Schau gestellt werden
Wer darauf hofft, das Tier, das auch unter dem Codenamen JJ4 bekannt ist, im Schwarzwald bald zu sehen, dĂŒrfte enttĂ€uscht werden: Gaia soll Besucherinnen und Besuchern des Parks in Bad Rippoldsau-Schapbach (Kreis Freudenstadt) nicht gezeigt werden. «Es ist eine Tierschutzaktion», erlĂ€uterte der Sprecher. «Wir wollen das Tier nicht zur Schau stellen und keinen Attraktionstourismus.»
BĂ€r und Mensch
Seit dem tödlichen Vorfall im April 2023 streiten sich die Provinzregierung um den RegionalprĂ€sidenten Maurizio Fugatti und TierschĂŒtzer vor Gericht um das Schicksal der BĂ€rin. Die Provinz ordnete an, das Tier zu erlegen. Gerichte stoppten das Dekret nach EilantrĂ€gen von TierschĂŒtzern. JJ4 wurde lebend gefangen und vorlĂ€ufig in ein Gehege nahe Trient gebracht. Seither schwelt in Italien eine hitzige Debatte um das Zusammenleben von BĂ€r und Mensch in den WĂ€ldern der bei Touristen und Wanderern beliebten Provinz.
Auch Bruder Bruno verursachte ProblemeÂ
Im Alternativen Wolf- und BÀrenpark im Schwarzwald leben Tiere, die aus Notlagen gerettet wurden. Unter ihnen ist die BraunbÀrin Jurka, Gaias Mutter. Gaias Bruder Bruno war im Sommer 2006 der erste BÀr, der nach 170 Jahren seine Tatzen auf bayerischen Boden setzte. Er wurde im bayerischen Rotwandgebiet abgeschossen.


