«Fat Bear»-Wahl: «Pummelige» BraunbÀrin Grazer ist Siegerin
09.10.2024 - 03:41:58Mit ihrer eindrucksvollen LeibesfĂŒlle hat es die BraunbĂ€rin Grazer erneut geschafft: Bei der KĂŒr zum fettesten Pelztier des Katmai-Nationalparks setzte sich die BĂ€rin mit den auffĂ€llig hellen Ohren gegen das imposante MĂ€nnchen 32 Chunk (auf Deutsch «Klotz») durch. Wie schon im Vorjahr standen sich diese beiden Kolosse bei dem «Fat Bear»-Wettbewerb in Alaska in der Endrunde gegenĂŒber. Auch 2023 hatte Grazer mit der Kennzahl 128 den Titel gewonnen.Â
Diese «pummelige» BĂ€rin habe den ganzen Sommer hart gearbeitet, einen JungbĂ€ren groĂgezogen und Lachse gefressen, um nun die Winterruhe erfolgreich zu ĂŒberstehen, schrieb die Parkverwaltung im nördlichsten US-Bundesstaat am Dienstagabend (Ortszeit) auf Instagram. Grazer sahnte deutlich mehr Stimmen (ĂŒber 71.000) als ihr Rivale mit rund 30.000 Stimmen ab.
GlĂŒckwĂŒnsche fĂŒr die Gewinnerin
Auf Instagram trudelten schnell GlĂŒckwĂŒnsche fĂŒr die «Queen» ein. «Das ist ein Sieg fĂŒr MĂŒtter ĂŒberall», schrieb ein Follower. «Erhebt ein Glas auf die Königin», gratulierte ein BĂ€ren-Fan. «GlĂŒckwĂŒnsche auch fĂŒr Chunk. Ihr seid beide BĂ€ren-Champions», kommentierte ein anderer. «Armer Chunk, mit seinem ĂŒppigen Hinterteil», bedauerte ein Nutzer den unterlegenen Rivalen.Â
Zum zehnten Mal veranstaltet der Park im SĂŒdwesten von Alaska die «Fat Bear Week». Sechs Weibchen und sechs MĂ€nnchen waren eine Woche lang um den kuriosen Titel im Rennen gewesen. Nach sechs Wahlrunden standen sich auf der Online-Plattform «Explore.org» im Finale nur noch zwei Mitstreiter gegenĂŒber. Mehr als eine Million Stimmen gingen aus aller Welt ein.Â
Dicke Konkurrenz
Die Konkurrenz war buchstĂ€blich riesengroĂ. Der mĂ€chtige BĂ€r 747 mit dem Spitznamen Jumbo Jet, der 2022 Sieger war, hatte in diesem Sommer beim Lachsfressen wieder krĂ€ftig angespeckt. Im Rennen war auch der achtjĂ€hrige BĂ€r Nr. 903 mit dem Spitznamen «Gully». Den verdankte er seiner Vorliebe, neben Lachsen auch Möwen (Sea Gulls) zu verspeisen.Â
Online konnten BĂ€ren-Fans die Kandidaten auf Webcams beim Lachsfang in den Stromschnellen des Brooks Flusses beobachten, Vorher-Nachher-Fotos anschauen und fĂŒr ihre Favoriten stimmen. Im FrĂŒhjahr sind die BĂ€ren noch mager, bis zum Herbst mĂŒssen sie Fettreserven anlegen, um dann die monatelange Winterruhe ohne Nahrung zu ĂŒberstehen. Dabei können sie ein Drittel ihres Körpergewichts verlieren.
Nicht nur das geschĂ€tzte Endgewicht gibt bei dem Wettbewerb den Ausschlag. Auch andere Faktoren wie Fressverhalten, Temperament und Fischfang-KĂŒnste spielen eine Rolle.Â
Chunk gegen Grazer
Finalist Chunk sei ĂŒber den Sommer hinweg immer fetter und dominanter geworden, sagte der Naturkundler Mike Fitz in einem Videochat auf der «Fat Bear»-Webseite. Er habe einfach mutig gemacht, was er wollte, ohne sich um die anderen BĂ€ren zu scheren. Grazer wurde als «unglaublich talentiert» beim Fischfang und als kĂ€mpferisches Muttertier gerĂŒhmt.Â
Chunk, mit geschĂ€tzten 550 Kilogramm Körpergewicht und einer auffĂ€lligen Narbe auf der Schnauze, fĂ€llt mit seinem wuchtigen Hinterteil und tief hĂ€ngendem Bauch auf. Er war schon mehrmals im Rennen, hat es aber noch nie auf den ersten Platz geschafft. Weibchen wiegen rund ein Drittel weniger als mĂ€nnliche BraunbĂ€ren, doch Grazer imponierte mit ihren kolossalen Kurven.Â
Grazer und Chunk waren im Juli in dem Brooks Fluss beim Lachsfang tragisch aneinander geraten. Zwei kleine Jungtiere von Grazer wurden ĂŒber einen Wasserfall gespĂŒlt, mitten in das Fangrevier von Chunk. Der griff den Nachwuchs und verletzte eines der Geschwister so schwer, dass es spĂ€ter starb. Webcams zeichneten den Vorfall auf. Darauf ist auch zu sehen, wie sich Grazer vergeblich auf Chunk stĂŒrzt, um ihr Junges zu schĂŒtzen.Â
Mit dem Wettbewerb informieren
Nach der Krönung von Grazer zur «Fat Bear»-Siegerin zollte der Nationalpark auf Instagram all den fetten BĂ€ren in Katmai Tribut und dankte zugleich den Lachsen. «Ohne gesunde Lachse gĂ€be es keine gesunden, fetten BĂ€ren», hieĂ es in dem Posting.Â
Mit dem kuriosen Wettbewerb will der Katmai-Park ĂŒber das Ăkosystem und den Lebensraum der mehr als 2000 BraunbĂ€ren in der Region informieren und auf Gefahren aufmerksam machen. Das Gebiet hat mit die gröĂten BraunbĂ€r- und LachsbestĂ€nde der Welt. Es wĂ€re eine Katastrophe, wenn etwa infolge des Klimawandels die FischbestĂ€nde abnĂ€hmen, warnen die Ranger.







