Gericht, HintergrĂŒnde

Gericht will HintergrĂŒnde des Kelten-Gold-Diebstahls klĂ€ren

21.01.2025 - 12:56:16

Bei einem spektakulÀren Museumseinbruch wird eine mehr als zwei Jahrtausende alte Goldsammlung gestohlen. Kann der Prozess nun eine Spur zur Beute zeigen? Einer ist jedenfalls optimistisch.

  • Einbrecher hatten 2022 im Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa

    Peter Kneffel/dpa

  • EinsatzkrĂ€fte der Bereitschaftspolizei suchen die Umgebung des Kelten Römer Museums nach möglichen Spuren ab. (Archivbild) - Foto: Lennart Preiss/dpa

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  • Der grĂ¶ĂŸte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 gefunden, im November 2022 hatten Einbrecher die GoldmĂŒnzen gestohlen. (Archivbild) - Foto: Frank MĂ€chler/dpa

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  • Sichergestellte MĂŒnzklumpen werden wĂ€hrend einer Pressekonferenz des Bayerischen Landeskriminalamts prĂ€sentiert. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpa

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  • In dem Prozess sind vier MĂ€nner, drei aus dem Raum Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) und ein VerdĂ€chtiger aus Berlin, angeklagt.  - Foto: Sven Hoppe/dpa

    Sven Hoppe/dpa

Einbrecher hatten 2022 im Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpaEinsatzkrĂ€fte der Bereitschaftspolizei suchen die Umgebung des Kelten Römer Museums nach möglichen Spuren ab. (Archivbild) - Foto: Lennart Preiss/dpaDer grĂ¶ĂŸte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts wurde 1999 gefunden, im November 2022 hatten Einbrecher die GoldmĂŒnzen gestohlen. (Archivbild) - Foto: Frank MĂ€chler/dpaSichergestellte MĂŒnzklumpen werden wĂ€hrend einer Pressekonferenz des Bayerischen Landeskriminalamts prĂ€sentiert. (Archivbild) - Foto: Uwe Lein/dpaIn dem Prozess sind vier MĂ€nner, drei aus dem Raum Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) und ein VerdĂ€chtiger aus Berlin, angeklagt.  - Foto: Sven Hoppe/dpa

Rund zwei Jahre nach dem spektakulĂ€ren Golddiebstahl aus einem Museum in Oberbayern will das Landgericht Ingolstadt den Fall klĂ€ren und eine Spur zur ĂŒberwiegend noch verschwundenen Beute finden. In dem Prozess sind vier MĂ€nner - drei aus dem Raum Schwerin und ein VerdĂ€chtiger aus Berlin - angeklagt. Zu den VorwĂŒrfen wollen alle vier vorlĂ€ufig weiter schweigen.

Die Staatsanwaltschaft betrachtet die Angeklagten als eine seit vielen Jahren aktive Einbrecherbande, die im November 2022 den 2.100 Jahre alten Goldschatz aus dem Kelten Römer Museum in Manching gestohlen habe. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Schatzes, eine Sammlung mit etwa 500 keltischen MĂŒnzen und einem Goldklumpen, ist noch immer verschwunden.

BĂŒrgermeister hofft auf Entdeckung der Beute

ArchĂ€ologen hatten die kostbare Sammlung 1999 bei Manching in Oberbayern entdeckt. Es war der grĂ¶ĂŸte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts. Der Handelswert betrĂ€gt laut Staatsanwaltschaft mehr als eineinhalb Millionen Euro, der wissenschaftliche Wert ist nach Angaben von Experten ĂŒberhaupt nicht zu beziffern.

Den Beginn des Prozesses verfolgte auch Manchings BĂŒrgermeister Herbert Nerb im Gerichtssaal. Er erwartet, dass der Verbleib der restlichen MĂŒnzsammlung geklĂ€rt werden kann. Etwa 400 historische GoldmĂŒnzen sind noch verschwunden. «Die Hoffnung ist groß, ich bin Optimist», sagte Nerb.

Historische MĂŒnzen teils eingeschmolzen

Die Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Sommer die vier TatverdÀchtigen wegen schweren Bandendiebstahls angeklagt. Die heute zwischen 43 und 52 Jahre alten Beschuldigten waren bereits im Juli 2023 festgenommen worden, seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft.

Das Bayerische Landeskriminalamt hatte nach dem Museumseinbruch eine 25 Beamte umfassende Sonderkommission gegrĂŒndet und monatelang die ZusammenhĂ€nge mit Ă€hnlichen Taten untersucht. GegenĂŒber den Ermittlern hatten sich die festgenommenen VerdĂ€chtigen zu den VorwĂŒrfen nicht geĂ€ußert.

Auch im Prozess planen sie vorlĂ€ufig nicht auszusagen. Die Verteidiger von zwei Beschuldigten sagten, ihre Mandanten wĂŒrden gar nichts sagen. Die AnwĂ€lte der beiden anderen erklĂ€rten, eventuell werde es spĂ€ter im Verfahren eine ErklĂ€rung geben.

Der Berliner hatte bei seiner Festnahme 18 Goldklumpen dabei, bei denen es sich den Ermittlungen nach um einige Dutzend eingeschmolzene MĂŒnzen aus dem Manchinger Goldschatz handelt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die MĂ€nner auch eine Reihe anderer Museen fĂŒr mögliche EinbrĂŒche ausgespĂ€ht haben. Die Keltenwelt am Glauberg in Hessen, das Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz oder die Landesmuseen Schleswig-Holstein auf Schloss Gottorf sollen auf der Liste gestanden haben.

Insgesamt werden den MĂ€nnern etwa 30 EinbrĂŒche in ganz Deutschland und auch Österreich vorgeworfen. Sie sollen es auf Bargeld und WertgegenstĂ€nde aus SupermĂ€rkten und Geldautomaten abgesehen haben. Bei den EinbrĂŒchen wurde teils enormer Sachschaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro verursacht. Immer wieder wurde nach den Taten Schaum aus Feuerlöschern versprĂŒht, um Spuren zu verwischen.

Einbruch dauerte nur neun Minuten

Im Fall von Manching sollen die Beschuldigten - wie auch bei frĂŒheren EinbrĂŒchen - das Telekommunikationsnetz des Ortes zerstört haben, um die Alarmanlage lahmzulegen. Danach sollen sie in das archĂ€ologische Museum eingebrochen sein und binnen neun Minuten die Vitrine mit den MĂŒnzen aufgebrochen und geleert haben.

Im Umfeld des Museums stellte die Polizei spĂ€ter Einbruchswerkzeug sicher, eine DNA-Spur brachte die Verbindung zu den anderen Taten. FĂŒr den Prozess sind bislang 31 Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte es im Juni geben.

Manchings Rathauschef Nerb hĂ€lt es fĂŒr gut möglich, dass die Beute in dem Verfahren nun Gegenstand eines «Deals» werden könnte. Er empfinde es zwar als problematisch, mit den Angeklagten vielleicht eine niedrigere Strafe auszuhandeln, aber letztlich sei es ihm lieber, die MĂ€nner bekĂ€men ein oder zwei Jahre weniger GefĂ€ngnis und dafĂŒr komme der Schatz zurĂŒck, sagte der Freie-WĂ€hler-Politiker.

Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass auch die bis jetzt nicht entdeckten MĂŒnzen lĂ€ngst eingeschmolzen wurden. Dann wĂ€re ein keltischer Goldschatz mit einem enormen Seltenheitswert unwiederbringlich zerstört.

@ dpa.de