Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Tödliche Explosion: Gelagerter Abfall aus DÀnemark Auslöser

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:27 Uhr | dpa.de

Bei einer schweren Explosion in einer MĂŒllverbrennungsanlage in Leverkusen sterben 2021 sieben MĂ€nner. Nun ist die UnglĂŒcksursache geklĂ€rt. Ermittlungen laufen gegen Akteure in Hamburg und DĂ€nemark.

  • Bei einer der schwersten Katastrophen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kamen 2021 sieben MĂ€nner ums Leben. (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa
    Bei einer der schwersten Katastrophen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kamen 2021 sieben MĂ€nner ums Leben. (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa
  • An die Todesopfer erinnert eine GedenkstĂ€tte in der NĂ€he der explodierten Tanks. (Archivbild)  - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
    An die Todesopfer erinnert eine GedenkstÀtte in der NÀhe der explodierten Tanks. (Archivbild) - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Bei einer der schwersten Katastrophen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kamen 2021 sieben MÀnner ums Leben. (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa An die Todesopfer erinnert eine GedenkstÀtte in der NÀhe der explodierten Tanks. (Archivbild)  - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

FĂŒr die verheerende Explosion in einer MĂŒllverbrennungsanlage in einem Chemiepark in Leverkusen bei Köln 2021 mit sieben Toten war laut Staatsanwaltschaft aus DĂ€nemark stammender Abfall der Auslöser. Dieser habe «eine selbstzersetzende Eigenschaft» gehabt, die ursĂ€chlich fĂŒr das UnglĂŒck gewesen sei, teilte die Zentralstelle fĂŒr die Verfolgung von UmweltkriminalitĂ€t fĂŒr NRW (ZeUK) fĂŒnf Jahre nach der Katastrophe mit. 

Das Verfahren gegen Mitarbeitende des Chemiepark-Betreibers Currenta stellte die ZeUK bei der Dortmunder Staatsanwaltschaft «mangels hinreichenden Tatverdachts» ein. Die Ermittlungen gegen Verantwortliche des dÀnischen Abfallerzeugers und eines Hamburger Abfallmaklers gehen aber weiter: Es sei zu klÀren, ob diese «Informationen zu den gefÀhrlichen Eigenschaften des Abfallstoffes vorwerfbar nicht an die Betreiberfirma weitergegeben haben». Firmennamen nannte die Behörde nicht. 

Eines der schwersten ExplosionsunglĂŒcke in Deutschland

Am 27. Juli 2021 war ein Lagertank in der SondermĂŒllverbrennungsanlage in Leverkusen explodiert, ein enormes Feuer breitete sich aus, weitere Tanks wurden zerstört. Bei einem der schwersten ExplosionsunglĂŒcke in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kamen sieben MĂ€nner ums Leben, weitere 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. 

SelbsterwĂ€rmungseffekte fĂŒhrten zur Explosion des Tanklagers

«Technische Ursache und Ausgangspunkt der Explosion» sei der Abfall aus DĂ€nemark gewesen, der in dem Leverkusener Tank ĂŒber der sogenannten SelbsterwĂ€rmungstemperatur gelagert worden sei, schilderte die Staatsanwaltschaft. Dadurch seien SelbsterwĂ€rmungseffekte eingetreten, die «zu einem exponentiellen Temperatur- und Druckanstieg und letztlich zu einer Explosion mit einem sich anschließenden Brandereignis» gefĂŒhrt hĂ€tten.

Die Ermittlungen ergaben demnach auch: FĂŒr die Verantwortlichen bei Currenta, die fĂŒr Annahme und Lagerung des Abfallstoffes zustĂ€ndig waren, sei aus den vorgelegten Daten und Unterlagen nicht erkennbar gewesen, dass der Abfall die folgenschwere «selbstzersetzende Eigenschaft» hatte. Das Schadensereignis sei damit fĂŒr sie «nicht vorhersehbar» gewesen.

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