Allianz: Gefahr durch Last- und Lieferverkehr in den StÀdten
16.10.2024 - 10:00:36Eine bessere Sicherheitsausstattung von Lkw und Lieferwagen könnte nach einer Analyse der Allianz-Verkehrsforscher den Unfalltod vieler FuĂgĂ€nger und Radfahrer verhindern. Ein Drittel der UnfĂ€lle zwischen Lastwagen und FuĂgĂ€ngern wĂ€re vermeidbar, wenn alle Lastwagen mit bereits verfĂŒgbaren Assistenzsystemen ausgestattet wĂ€ren, argumentieren die Fachleute des Allianz Zentrums fĂŒr Technik (AZT) in ihrer neuen Untersuchung.Â
MaĂgeblich zu UnfĂ€llen mit Lkw trĂ€gt demnach das schlechte Sichtfeld der Fahrer bei, Abhilfe schaffen könnten aktiv bremsende Abbiegeassistenten. Bei Lieferwagen und Kleintransportern ist den Angaben zufolge vor allem das RĂŒckwĂ€rtsfahren riskant, aber Ă€hnlich wie bei Lkw sind auch UnfĂ€lle beim Rechtsabbiegen hĂ€ufig. Lieferwagen sind laut Allianz im Vergleich zu anderen Fahrzeugen ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig an UnfĂ€llen beteiligt.
Abbiegeassistenten, niedrigere Fahrerkabinen und Manövrierfenster
«Rund 40 Prozent der tödlichen VerkehrsunfĂ€lle in Europa ereignen sich in StĂ€dten; 70 Prozent dieser Opfer sind Radfahrer, Nutzer anderer ZweirĂ€der oder FuĂgĂ€nger, darunter Kinder und Ă€ltere Menschen», sagte Vorstandsmitglied Klaus-Peter Röhler. Lieferwagen sollten demnach mit den gleichen Sicherheitssystemen ausgestattet werden wie Autos. FĂŒr Lkw fordern die AZT-Fachleute neben Abbiegeassistenten niedrigere Fahrerkabinen und Manövrierfenster, die das Sichtfeld der Fahrer vergröĂern sollen.Â
Die Allianz stellte ihren alljĂ€hrlichen «Autotag» im AZT in diesem Jahr unter den Titel «GroĂ gegen Klein». Grundlage der AZT-Auswertung war die Detailanalyse von 700 innerörtlichen Lkw- und LieferwagenunfĂ€llen der vergangenen Jahre mit verletzten oder toten FuĂgĂ€ngern, Rad- und Motorradfahrern. Dabei trifft die Schuld keineswegs immer nur die Lastwagenfahrer: Bei einem Drittel der Lkw-UnfĂ€lle waren demnach die verunglĂŒckten FuĂgĂ€nger mitverantwortlich, bei den Fahrradfahrern waren es 20 Prozent.
Fast 600 getötete FuĂgĂ€nger und Radler bei innerörtlichen UnfĂ€llen 2023
Laut amtlicher Unfallstatistik kamen in Deutschland im vergangenen Jahr 902 Menschen bei innerörtlichen UnfĂ€llen ums Leben, darunter 335 FuĂgĂ€nger und 257 Radfahrer. Das AZT ist seit Jahrzehnten eine bekannte Adresse der Verkehrssicherheitsforschung in Deutschland. So plĂ€dierten die Sicherheitsforscher in den 1970er Jahren angesichts der damals jĂ€hrlich fĂŒnfstelligen Zahl von Verkehrstoten in Deutschland fĂŒr die EinfĂŒhrung der Gurtpflicht.


