SparplÀne, Berlin

SparplÀne in Berlin: Komische Oper und Berlinale betroffen

19.11.2024 - 12:18:33

Berlin muss nĂ€chstes Jahr krĂ€ftig sparen. Rund 130 Millionen Euro fallen fĂŒr die Kulturszene weg. Was bedeutet das fĂŒr die Hauptstadt-Kultur?

Viele Theater, Museen und OpernhĂ€user in Berlin mĂŒssen sich kommendes Jahr auf erhebliche Einsparungen teils in Millionenhöhe einstellen. Betroffen davon sind HĂ€user wie die SchaubĂŒhne, das Deutsche Theater oder der Friedrichstadt-Palast, wie die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin heute mitteilten. 

Hintergrund ist ein milliardenschweres Sparprogramm fĂŒr den Landeshaushalt. Die Sanierung der Komischen Oper wird laut Plan im nĂ€chsten Jahr aufgeschoben. Vorgesehene zehn Millionen Euro dafĂŒr will Berlin streichen. Das bedeutet aber nicht, dass das Projekt generell gestrichen wird. 

Â«Ăœber Nacht wird ein Plan verworfen, der jahrelang im Dialog zwischen der Stadt, den Planern und der Komischen Oper Berlin vorbereitet und ausgearbeitet wurde», teilte das Opernhaus mit. Der Senat verschiebe das Problem, löse es aber nicht. 

Weniger Geld fĂŒr die Berlinale

Auch die Berlinale, die das Land in diesem Jahr mit zwei Millionen Euro gefördert hatte, bekommt 2025 nun eine Million Euro. Zuvor hatte das Land allerdings nur einen Betrag im niedrigen fĂŒnfstelligen Bereich dazugegeben. 

Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, die Entscheidungen fĂŒr den Kulturbereich schmerzten. «Wir mĂŒssen jetzt schauen, und das hoffe ich auch von den HĂ€usern, auch im GesprĂ€ch mit unseren Kultureinrichtungen, wie wir es hinbekommen, dass hier noch wirtschaftlicher gearbeitet wird.» 

Rund 130 Millionen Euro fallen weg

Insgesamt sollen bei der Berliner Kultur rund 130 Millionen Euro wegfallen, etwa 12 Prozent ihres Budgets. Der Etat fĂŒr 2025 liegt bei rund 1,12 Milliarden Euro. Bereits seit Wochen warnen HĂ€user vor Insolvenz, EinschrĂ€nkungen im Spielbetrieb und dem Verlust von ArbeitsplĂ€tzen. 

Der Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, hatte bereits angekĂŒndigt, dass Produktionen wegfallen mĂŒssten. «Wir werden in den Spielzeiten 25/26 und 26/27 mindestens fĂŒnf Produktionen streichen mĂŒssen.» Mit einem großen Konzert will die Kulturszene heute Abend gegen die SparplĂ€ne mobil machen.

@ dpa.de