Berngau: Zwei Landratsamtsmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 23:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einer Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt sind eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts erschossen worden.
Zwei Behördenmitarbeiter getötet
ZunÀchst hatte die Polizei mitgeteilt, ein Mitarbeiter sei tödlich verletzt worden und seine Kollegin schwebe in Lebensgefahr. SpÀter bestÀtigte ein Sprecher des PolizeiprÀsidiums, dass auch die Frau gestorben ist.
Die Leiche der Mitarbeiterin wurde aus dem Wohnhaus geborgen, in dem sich der bewaffnete TatverdĂ€chtige weiterhin aufhielt. Nach Angaben der Polizei spreche die Auffindesituation dafĂŒr, dass sie bereits unmittelbar im Zuge der SchĂŒsse ums Leben gekommen sei.
Polizei sucht gewaltfreie Lösung
Mit weiteren Toten und Verletzten rechneten die EinsatzkrÀfte zunÀchst nicht. Nach Polizeiangaben befand sich keine weitere Person im unmittelbaren Umfeld des TatverdÀchtigen, die gefÀhrdet war.
Die Polizei stand mit dem Mann in Kontakt. Ein Sprecher sagte, Ziel sei eine friedliche und gewaltfreie Lösung. DafĂŒr blieb das Wohnhaus umstellt; SpezialkrĂ€fte waren vor Ort.
Routinekontrolle endet in GroĂeinsatz
Nach den bisherigen Erkenntnissen hatten die beiden BeschĂ€ftigten am Nachmittag eine routinemĂ€Ăige ĂberprĂŒfung vorgenommen. Dabei soll der Mann auf sie geschossen und sich anschlieĂend in dem Wohnhaus verschanzt haben.
Die Polizei bat die Menschen in Berngau, ihre HĂ€user nicht zu verlassen oder den abgesperrten Bereich um das GebĂ€ude zu meiden. Der Einsatz zog sich ĂŒber mehrere Stunden hin.
Waffenkontrollen als staatliche Sicherheitsaufgabe
Waffenkontrollen gehören zu den Aufgaben der zustĂ€ndigen Behörden. Sie sollen prĂŒfen, ob Waffenbesitz und Aufbewahrung den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Der Einsatz in Berngau zeigt, dass eine routinemĂ€Ăige Verwaltungshandlung innerhalb kurzer Zeit in eine akute Gefahrenlage ĂŒbergehen kann.
FĂŒr die EinsatzkrĂ€fte stand deshalb zunĂ€chst der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund. Die Polizei riegelte das Wohnhaus ab, forderte die Menschen im Ort zum Verbleib in ihren HĂ€usern auf und setzte SpezialkrĂ€fte ein. Zugleich blieb die Kommunikation mit dem bewaffneten TatverdĂ€chtigen bestehen, weil eine gewaltfreie Beendigung des Einsatzes angestrebt wurde.
Folgen fĂŒr Behörden und Gemeinde
Der Tod zweier BeschĂ€ftigter trifft neben den Angehörigen auch das Landratsamt und die örtliche Verwaltung. FĂŒr Kolleginnen und Kollegen, EinsatzkrĂ€fte sowie Anwohner kann ein solcher Vorfall psychische Belastungen verursachen; im Einsatz wurden deshalb auch UnterstĂŒtzungsangebote bereitgestellt.
Offen bleiben nach dem laufenden Einsatz insbesondere die genauen AblĂ€ufe der Kontrolle, das Motiv des TatverdĂ€chtigen und die Frage, wie die Schusswaffe eingesetzt werden konnte. Diese Punkte werden voraussichtlich Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein. FĂŒr die Menschen vor Ort bedeutet die aktuelle Lage vor allem, Absperrungen und Anweisungen der Polizei zu beachten.
