Schweizer Autor Peter Bichsel ist tot
17.03.2025 - 11:10:15Der Schweizer Autor Peter Bichsel ist kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben. Den Tod am 15. MĂ€rz bestĂ€tigte sein Verlag Suhrkamp in Berlin. Er war Mitglied der Akademie der KĂŒnste in Berlin. Bichsel war ein Meister des ErzĂ€hlens, der sich auch politisch engagierte.
Im Februar gab er der Zeitung seines Heimatortes noch ein Interview. «Ich sterbe gerne, das macht mir keine Schwierigkeiten», sagte er nach Angaben der «Solothurner Zeitung». Zuletzt veröffentlichte Bichsel die ErzÀhlbÀnder «Die schöne Schwester Langeweile» (2023) und «Im Winter muss mit BananenbÀumen etwas geschehen» (2021).
1996 war Bichsel Mainzer Stadtschreiber, eine Auszeichnung, mit der er neben dem Preisgeld auch fĂŒr ein Jahr Wohnrecht im Stadtschreiberdomizil im Gutenberg-Museum bekam.
Engagement fĂŒr die Demokratie
Bekannt wurde Bichsel 1964 mit seinem ErzĂ€hlband «Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen». Der Suhrkamp-Verlag hat ihn gerade in einer erweiterten Neuausgabe wieder herausgebracht.Â
Bichsel war wie etwa Ingeborg Bachmann oder GĂŒnter Grass auch Mitglied der Gruppe 47, deren Ziel nach dem Zweiten Weltkrieg die AufklĂ€rung und Erziehung der Menschen in Deutschland zur Demokratie war. Er engagierte sich spĂ€ter als Redenschreiber fĂŒr einen sozialdemokratischen Schweizer Minister und nahm gegen AuslĂ€nder-Hetzkampagnen oder Ansinnen zur VerschĂ€rfung des Asylrechts Stellung.Â
Die Welt mit Bonmots beschenkt
Bichsel arbeitete zunĂ€chst als Lehrer. Ab 1968 schrieb er neben seinen Kurzgeschichten-BĂ€nden jahrzehntelang Kolumnen, etwa fĂŒr die Wochenzeitung «Die Weltwoche» oder das Magazin im «Tages-Anzeiger». Der Autor habe die Welt mit Bonmots beschenkt, schrieb die Zeitung in einem Nachruf: «Nichts langweilt mich weniger als das Nichtstun: dasitzen und sein», zum Beispiel.
In den 70er und 80er Jahren war Bichsel Gastdozent an verschiedenen amerikanischen UniversitĂ€ten, ebenso wie an der UniversitĂ€t Essen. Bichsel lebte in Solothurn rund 70 Kilometer sĂŒdlich von Basel. Dort grĂŒndete er 1978 die Solothurner Literaturtage, die jedes Jahr Pfingsten Autoren, Verlage und Publikum zusammenbringen.





