Bombendrohungen, Frankreich

Hunderte Bombendrohungen - 13-JĂ€hriger in Frankreich gefasst

18.01.2024 - 20:55:15

Bombendrohungen gegen FlughĂ€fen, Schulen und Einrichtungen lĂ€hmten Frankreich im Herbst. Ein jetzt gefasster 13-JĂ€hriger soll fĂŒr Hunderte der Drohungen verantwortlich sein. Was ist sein Motiv?

Die Polizei in Westfrankreich hat einen 13-JĂ€hrigen festgenommen, den sie fĂŒr Hunderte der Bombendrohungen verantwortlich hĂ€lt, die Frankreich seit dem Herbst in Atem halten. Gegen den SchĂŒler sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Rennes mit.

Dem SchĂŒler wĂŒrden Bombendrohungen in ganz Frankreich angelastet, insbesondere gegen FlughĂ€fen, Gerichte und UniversitĂ€ten. Der SchĂŒler habe zugegeben, aus «Spieltrieb» und ohne jegliche politische oder religiöse Absicht gehandelt zu haben.

Familie vorĂŒbergehend in Polizeigewahrsam

Obwohl der Junge seine Drohungen ĂŒber eine auslĂ€ndische Netzwerkverbindung verschickte, kamen Fahnder ihm auf die Spur. ZunĂ€chst kam die ganze Familie in Polizeigewahrsam, die Eltern und ein Bruder wurden aber wieder freigelassen, weil sie mit der Sache nichts zu tun hatten.

GehĂ€ufte Bombendrohungen hatten Frankreich im Herbst folgenreich behindert, ohne dass die Behörden die Drohungen zunĂ€chst einordnen konnten. Sie begannen nach der tödlichen Terrorattacke eines Islamisten auf einen Lehrer in Nordfrankreich sowie dem Start des Gaza-Kriegs. Eine konkrete Bedrohung oder politische BezĂŒge wurden nicht festgestellt.

Vielfach wurden Jugendliche als Verantwortliche ermittelt. Nach Polizeiangaben wurden Videos von den RÀumungen von Schulen teils millionenfach in sozialen Netzwerken angeklickt. Drohungen legten teils tagelang hintereinander FlughÀfen lahm, der Touristen-Hotspot Schloss Versailles war ebenfalls öfter betroffen.

380 Bombendrohungen

Dem nun gefassten SchĂŒler werden mindestens 380 Bombendrohungen vorgeworfen, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtete. Zu den Drohungen, die dem SchĂŒler bereits sicher zugeordnet wurden, etwa gegen den Bahnhof von Rennes und zwei Redaktionen der Regionalzeitung «Ouest France», sei es zwischen dem 28. Dezember und dem 10. Januar gekommen, teilte Staatsanwalt Philippe Astruc mit.

Gegen den SchĂŒler, der eine schwere Persönlichkeitsstörung habe, sei bereits eine einjĂ€hrige Erziehungsmaßnahme verhĂ€ngt worden.

@ dpa.de