Bombendrohungen, EuropÀischer Luftverkehr

Bombendrohungen: Mindestens 30 FlĂŒge in Europa betroffen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Seit Dienstag sind mindestens 30 FlĂŒge in Europa von Bombendrohungen betroffen. Behörden in mehreren LĂ€ndern tauschen Informationen aus, wĂ€hrend parallel irische MedienhĂ€user gerĂ€umt wurden.

EuropÀische Ermittlungen und Flugzahlen

  • Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach einer Drohung nach Venedig umgeleitet.
  • In Prag richteten sich Drohungen gegen neun FlĂŒge, mindestens vier davon durchquerten den deutschen Luftraum.
  • Am Donnerstag waren laut Eurocontrol 14 von 28.488 FlĂŒgen betroffen, am Dienstag sieben von 26.278.
  • Seit Tagen hĂ€ufen sich Bombendrohungen gegen LinienflĂŒge. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn
  • Auch gegen Flugzeuge aus London und aus BrĂŒssel nach Sofia gab es Bombendrohungen. - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa
  • Mitarbeiter mehrere irischer Medien mussten nach Bombendrohungen evakuiert werden. - Bild: Cate Mccurry/PA Wire/dpa
Seit Tagen hĂ€ufen sich Bombendrohungen gegen LinienflĂŒge. (Symbolbild) - Bild: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn Auch gegen Flugzeuge aus London und aus BrĂŒssel nach Sofia gab es Bombendrohungen.  - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa Mitarbeiter mehrere irischer Medien mussten nach Bombendrohungen evakuiert werden.  - Bild: Cate Mccurry/PA Wire/dpa

Mindestens 30 Drohungen gegen FlĂŒge seit Dienstag

Die Serie rÀtselhafter Bombendrohungen im europÀischen Luftverkehr hÀlt an: Seit Dienstag wurden mindestens 30 Drohungen gegen Flugzeuge gemeldet. Am Freitag waren unter anderem Verbindungen in Italien, Portugal, Bulgarien, Tschechien und Frankreich betroffen.

Wizzair-Flug nach Venedig umgeleitet

Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom musste wegen einer Drohung nach Venedig umgeleitet werden. In Lissabon gingen nach Angaben der Polizei zwei Drohungen gegen dieselbe Ryanair-Maschine ein.

Weitere Drohungen richteten sich gegen Flugzeuge aus London und BrĂŒssel nach Sofia. Die Maschinen landeten sicher; bei den Kontrollen entdeckte die Grenzpolizei nach Angaben des bulgarischen Rundfunks nichts Beunruhigendes.

Ermittlungen in mehreren LĂ€ndern

In Prag betrafen die Drohungen nach Angaben einer Flughafensprecherin neun FlĂŒge. Auch in Frankreich kam es zu VorfĂ€llen; mehrere Behörden ermitteln inzwischen zu der Serie.

Die EU-Kommission aktivierte einen Mechanismus fĂŒr den grenzĂŒbergreifenden Informationsaustausch und koordiniert die Absprachen der betroffenen EU-LĂ€nder. An dem Austausch beteiligt sich auch die europĂ€ische Flugsicherheitsagentur EASA mit Sitz in Köln.

Deutscher Luftraum war betroffen

Frankreichs Justiz leitete Vorermittlungen ein. In Tschechien ermittelt die Polizeieinheit fĂŒr Extremismus, Terrorismus und CyberkriminalitĂ€t; auch irische Behörden befassen sich mit den Drohungen.

Mindestens vier der am Freitag bedrohten FlĂŒge fĂŒhrten durch den deutschen Luftraum. Das Karlsruher Center der Deutschen Flugsicherung leitete Informationen an die Crews und benachbarte Flugsicherungen weiter.

Auch irische MedienhÀuser gerÀumt

Mitarbeiter des irischen Rundfunksenders RTÉ, der Zeitung Irish Independent und des Radiosenders Newstalk mussten nach Bombendrohungen ihre GebĂ€ude verlassen. Ob die VorfĂ€lle mit den Drohungen gegen Flugzeuge zusammenhĂ€ngen, ist offen.

Die irische Regierung sprach von einer möglichen koordinierten Störkampagne. Wer hinter den Drohungen steckt, ist bislang unklar.

Kaum Auswirkungen auf den Flugplan

Eurocontrol zufolge hatten die Drohungen bislang keinen Einfluss auf die VerspĂ€tungen im europĂ€ischen Luftverkehrsnetz. Am Donnerstag waren 14 FlĂŒge betroffen, am Dienstag sieben.

Die 14 betroffenen FlĂŒge machten am Donnerstag rund 0,05 Prozent von 28.488 FlĂŒgen aus. Am Dienstag lag der Anteil bei rund 0,03 Prozent von 26.278 FlĂŒgen.

Die HĂ€ufung der Drohungen unterscheidet sich deutlich vom ĂŒblichen Muster einzelner Fehlalarme im Luftverkehr. Seit Dienstag sind nach der dpa-Meldung mindestens 30 Flugzeuge betroffen; zugleich richten sich nahezu identische Schreiben gegen mehrere irische MedienhĂ€user.

FĂŒr die europĂ€ische Luftsicherheit bedeutet das eine grenzĂŒberschreitende Lage. ZustĂ€ndig sind zunĂ€chst die nationalen Polizei-, Luftfahrt- und Justizbehörden, doch die betroffenen FlĂŒge passieren mehrere LuftrĂ€ume. Der von der EU-Kommission aktivierte Informationsaustausch und die Beteiligung der EASA sollen dabei helfen, Hinweise schneller zwischen Staaten, FlughĂ€fen und Flugsicherungen weiterzugeben.

Geringe Netzfolgen, hoher PrĂŒfaufwand

Operativ blieb die Auswirkung bislang begrenzt: Eurocontrol bezifferte den Anteil der am Donnerstag betroffenen FlĂŒge auf rund 0,05 Prozent des europĂ€ischen Verkehrs. FĂŒr Reisende kann eine einzelne Umleitung dennoch erhebliche Folgen haben, weil Sicherheitskontrollen, Evakuierungen und Zwischenlandungen kurzfristig organisiert werden mĂŒssen.

Die parallelen Drohungen gegen MedienhĂ€user erweitern die Dimension des Vorgangs ĂŒber den Flugverkehr hinaus. Ob eine gemeinsame Urheberschaft vorliegt, ist offen; die Ermittlungen in mehreren LĂ€ndern konzentrieren sich deshalb sowohl auf mögliche technische Gemeinsamkeiten als auch auf die Auswahl der Ziele. Bis zur KlĂ€rung dĂŒrfte vor allem die koordinierte Weitergabe von Warnungen entscheidend bleiben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Nach Drohungen im Flugverkehr: Bombendrohungen gegen irische Medien“ (06.11.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt die Evakuierungen bei RTÉ, Irish Independent und Newstalk und hebt die irischen MedienhĂ€user als eigenstĂ€ndige Zielgruppe hervor. Zugleich bleibt offen, ob die Drohungen mit der Serie gegen FlĂŒge zusammenhĂ€ngen.

n-tv: „Der Tag: Bombendrohungen gegen irische Medien“ (06.11.2026)

Der Beitrag stellt ebenfalls die Drohungen gegen irische Redaktionen und den möglichen europÀischen Zusammenhang heraus. Anders als der Stern-Beitrag liegt der Schwerpunkt stÀrker auf der polizeilichen Einordnung, wonach auch Medienorganisationen in anderen europÀischen LÀndern betroffen seien.

Beide BeitrĂ€ge stimmten darin ĂŒberein, dass die irischen Redaktionen gerĂ€umt worden seien und die Urheberschaft ungeklĂ€rt bleibe. Unterschiedliche Akzente lĂ€gen bei der Frage, ob die Medien-Drohungen Teil derselben Kampagne wie die VorfĂ€lle im Luftverkehr seien.

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