Griechenland, Brandstifter

Griechenland: Mehr als 300 Brandstifter festgenommen

23.08.2025 - 06:00:39

BrĂ€nde haben das Land seit Jahresbeginn eine FlĂ€che grĂ¶ĂŸer als das Stadtgebiet von Köln gekostet. Wer beim Brandstiften erwischt wird, muss nun mit hohen Strafen rechnen.

  • Fast immer sind die BrĂ€nde menschengemacht - ob aus Versehen oder mit Absicht. (Archivbild) - Foto: Giannis Androutsopoulos/AP/dpa

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  • Athen verschĂ€rft Vorgehen gegen Brandstifter. (Archivbild) - Foto: Thanasis Stavrakis/AP/dpa

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  • Jeder Großbrand verursacht MillionenschĂ€den. (Archivbild) - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

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Fast immer sind die BrĂ€nde menschengemacht - ob aus Versehen oder mit Absicht. (Archivbild) - Foto: Giannis Androutsopoulos/AP/dpaAthen verschĂ€rft Vorgehen gegen Brandstifter. (Archivbild) - Foto: Thanasis Stavrakis/AP/dpaJeder Großbrand verursacht MillionenschĂ€den. (Archivbild) - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

Griechenland verschĂ€rft das Vorgehen gegen Brandstifter. In diesem Jahr sind bereits Hunderte mutmaßliche TĂ€ter festgenommen worden. «Die Straflosigkeit ist vorbei», sagte MinisterprĂ€sident Kyriakos Mitsotakis in einem Video auf der Plattform Tiktok und erinnerte daran, dass seit einer GesetzesverschĂ€rfung hohe Strafen drohen, die auch umgesetzt werden.

Seit Jahresbeginn sind in Griechenland nach Angaben des meteorologischen Amtes rund 45.000 Hektar Wald, Busch und landwirtschaftlich genutzte FlĂ€chen den Flammen zum Opfer gefallen - eine FlĂ€che grĂ¶ĂŸer als das Stadtgebiet von Köln. Die Waldbrandsaison ist noch nicht vorbei.

Mehr als 300 Festnahmen in diesem Jahr

«Wusstet ihr, dass allein in diesem Jahr ĂŒber 300 Personen wegen Brandstiftung festgenommen wurden?», fragte Mitsotakis auf Tiktok. Die WaldbrĂ€nde hĂ€tten erneut katastrophale Folgen fĂŒr Mensch und Umwelt gehabt. In der Vergangenheit seien TĂ€ter hĂ€ufig mit milden Strafen davongekommen, aber damit sei es nun vorbei, versicherte der Regierungschef. 

Denn bei der BekĂ€mpfung der BrĂ€nde gehe es nicht nur um natĂŒrliche EinflĂŒsse: Die Festnahmen und GestĂ€ndnisse der vergangenen Wochen hĂ€tten gezeigt: «Unser Gegner ist leider nicht nur die Klimakrise, sondern auch der menschliche Faktor – sei es durch FahrlĂ€ssigkeit oder durch Vorsatz.»

Brandursache Mensch

Zuletzt hatten die Behörden bei der Suche nach mutmaßlichen TĂ€tern wiederholt Erfolge verzeichnet. So wurde auf der Insel Lesbos ein 57-JĂ€hriger ermittelt, der gestand, gleich vier BrĂ€nde gelegt zu haben, die zu einem Großbrand und Großeinsatz der Feuerwehr fĂŒhrten. Er habe aus Wut ĂŒber andere Dorfbewohner gehandelt, soll der Mann zu Protokoll gegeben haben.

Nach dem großen Waldbrand nahe der Hafenstadt Patras wiederum fĂŒhrten Zeugenaussagen von Anwohnern zur Festnahme von drei jungen MĂ€nnern, die das Feuer verursacht haben sollen - ihr Motiv ist bislang unbekannt. Bei einem Waldbrand von Korinth vor mehreren Wochen hingegen wurden Arbeiter festgenommen, die in einem trockenen Waldgebiet mit der KreissĂ€ge Stahl schnitten - der Funkenflug soll zum Ausbruch des Feuers gefĂŒhrt haben. 

Indirekt menschengemacht seien zudem jene BrĂ€nde, die durch schlechte Wartung des Stromnetzes verursacht werden, schreibt die Zeitung «Kathimerini». So sollen korrodierte Kabel, die Funken schlugen, Anfang August zu einem Großbrand nahe Athen gefĂŒhrt haben. In vielen FĂ€llen aber sind die TĂ€ter nicht zu greifen - dann deuten lediglich Überreste von Brandbeschleunigern wie Gaskartuschen und Benzinkanistern auf Brandstiftung hin.

Keine BewÀhrung, keine Umwandlung

Kamen die TĂ€ter frĂŒher im schlimmsten Fall mit BewĂ€hrungs- und geringen Geldstrafen davon, mĂŒssen sie nun bei Haftstrafen auf jeden Fall ins GefĂ€ngnis - die Strafen werden also weder auf BewĂ€hrung ausgesetzt noch in Geldbußen umgewandelt. Zudem können TĂ€ter jetzt mit hohen Geldstrafen belegt werden. In schweren FĂ€llen drohen bis zu 30.000 Euro, bei grober FahrlĂ€ssigkeit sogar bis zu 200.000 Euro Strafe. Auch die Einziehung des Vermögens der TĂ€ter ist dem neuen Gesetz zufolge möglich.

Jahr fĂŒr Jahr große SchĂ€den

Bislang gab es in diesem Jahr ein Todesopfer, zahlreiche Tiere verendeten, HÀuser, Autos und Lagerhallen wurden zerstört. Noch ist die Waldbrandsaison nicht vorbei. Dennoch fÀllt die erste Bilanz weitaus besser aus als die Statistiken der jeweiligen Vorjahre. Im Jahr 2023 verbrannten 175.000 Hektar - das entspricht fast zwei Dritteln der FlÀche des Saarlandes.

@ dpa.de