Nizza, Brasilianisches Model

Brasilianisches Model tot im Auto: Ex-Freund in Frankreich unter Mordverdacht

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einer Kontrolle auf einem Autobahnrastplatz in Südfrankreich haben Fahnder die Leiche eines brasilianischen Models im Auto ihres Ex-Freundes entdeckt. Der 29-Jährige wurde unter Mordverdacht festgenommen und bestreitet eine Verantwortung.

Nach dem Fund einer toten Brasilianerin im Auto ihres Ex-Freundes hat die französische Justiz den Mann unter Mordverdacht festgenommen (Symbolbild). - Bild: Christoph Reichwein/dpa
Nach dem Fund einer toten Brasilianerin im Auto ihres Ex-Freundes hat die französische Justiz den Mann unter Mordverdacht festgenommen (Symbolbild). - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Fahnder haben bei einer Kontrolle auf einem Autobahnrastplatz in Südfrankreich ein mit Messerstichen getötetes brasilianisches Model im Auto ihres Ex-Freundes entdeckt.

Leiche unter Plastiktüten versteckt

Die 25-Jährige wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Nizza Stichwunden auf. Ihre Leiche sei unter Plastiktüten versteckt gewesen. Der 29-jährige Ex-Freund wurde unter Mordverdacht festgenommen, wies jedoch jede Verantwortung für den Tod der Frau zurück.

Vermisstenanzeige in Nizza

Parallel zu der Kontrolle ging bei der Polizei in Nizza, wo das Model wohnte, eine Vermisstenanzeige ein. Ein Bekannter der Frau berichtete, er habe an ihrer Wohnung einen Mann gesehen, der mit einigen Sachen weggegangen sei. Außerdem sei ihm aufgefallen, dass die Wohnung kürzlich gereinigt worden sei.

Die Fahnder stellten nach Angaben der Staatsanwaltschaft schnell eine Verbindung zwischen der Vermisstenanzeige und dem Leichenfund her. Sie gehen davon aus, dass die Frau in ihrer Wohnung in Nizza getötet wurde.

Mutter suchte in São Paulo nach ihrer Tochter

Die Mutter der Brasilianerin hatte in São Paulo bereits eine Vermisstenanzeige erstattet, weil ihre Tochter anders als üblich nicht mehr auf Textnachrichten reagiert hatte. Nach Angaben der Mutter hatte die 25-Jährige die Beziehung zu dem 29-Jährigen wegen dessen Gewaltverhaltens schon vor längerer Zeit beendet.

Der Mann habe die Trennung nicht akzeptiert und seine frühere Partnerin persönlich sowie in sozialen Netzwerken belästigt. Eine Woche vor dem Leichenfund habe er ihre aktuelle Adresse herausgefunden. Die Ermittlungen dauern an.

Trennung als kritische Phase

Der Fall in Nizza steht in einem Zusammenhang, der bei Gewalt gegen Frauen besondere Bedeutung hat: Die Zeit während oder nach einer Trennung kann das Risiko eskalierender Gewalt erhöhen. Im Zentrum stehen dabei nicht allein einzelne Tatvorwürfe, sondern auch mögliche Kontroll- und Nachstellungsverhaltensweisen durch frühere Partner.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehen die Ermittler davon aus, dass die 25-Jährige in ihrer Wohnung getötet wurde. Für die weitere Aufklärung sind deshalb die kriminaltechnische Untersuchung der Wohnung, die Auswertung digitaler Kommunikation und die Rekonstruktion der Bewegungen des Verdächtigen von zentraler Bedeutung. Auch die Angaben von Angehörigen und Bekannten können für die zeitliche Einordnung wichtig sein.

Bedeutung für Angehörige und Behörden

Der Vorgang zeigt zudem, wie Vermisstenmeldungen aus unterschiedlichen Ländern zusammenlaufen können. Während in Nizza ein Bekannter die Polizei einschaltete, hatte die Mutter in São Paulo bereits nach ihrer Tochter suchen lassen. Internationale Zusammenarbeit kann dadurch entscheidend werden, wenn Opfer, Angehörige und Tatverdächtige Verbindungen über Landesgrenzen hinweg haben.

Für Betroffene von Bedrohung oder Nachstellung sind dokumentierte Nachrichten, frühzeitige Anzeigen und die Einbindung des persönlichen Umfelds wichtige Ansatzpunkte. Der konkrete Fall muss nun durch die französischen Ermittlungsbehörden und die Justiz umfassend geklärt werden.

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