Fat Bear, USA

BraunbÀr-Weibchen Grazer gewinnt «Fat Bear»-Wahl

11.10.2023 - 09:25:16

BraunbĂ€r 747 galt bei den Wahlen als Favorit, aber auch Holly und der pummelige JungbĂ€r 806 Spring Cub hatten gute Chancen. Mit ĂŒber einer Million Stimmen aus aller Welt wurde nun der Sieger gewĂ€hlt.

Die frisch gekĂŒrte «Queen» hat beim diesjĂ€hrigen «Fat Bear»-Wettbewerb in Alaska mit ihren kolossalen Kurven gesiegt. BraunbĂ€rin Grazer (mit der Kennzahl 128) setzte sich bei der KĂŒr zum fettesten Pelztier des Katmai-Nationalparks gegen das imposante MĂ€nnchen 32 Chunk (auf Deutsch «Klotz») durch.

Das «gefrĂ€ĂŸige MĂ€dchen» habe den «Kerl mit der Wampe» ausgestochen, schrieb die Parkverwaltung im nördlichsten US-Bundesstaat auf Instagram. «Lang lebe die Queen!». Sie sahnte deutlich mehr Stimmen (ĂŒber 108.000) als ihr Rivale mit rund 23.000 Stimmen ab.

Grazer ist beim Lachsfressen top

Zwölf BraunbĂ€ren waren in dem Nationalpark eine Woche lang um den kuriosen Titel im Rennen gewesen. Nach sechs Wahlrunden standen sich im Finale am Dienstag nur noch diese zwei Mitstreiter gegenĂŒber.

Fast 1,4 Million Stimmen gingen aus aller Welt ein - eine Rekordzahl, teilten die Ranger mit. Online konnten BĂ€ren-Fans die Kandidaten auf Webcams beim Lachsfang beobachten, Vorher-Nachher-Fotos anschauen und fĂŒr ihre Favoriten stimmen. Im FrĂŒhjahr sind die BĂ€ren noch mager, bis zum Herbst mĂŒssen sie Fettreserven anlegen, um dann die monatelange Winterruhe ohne Nahrung zu ĂŒberstehen. Dabei können sie ein Drittel ihres Körpergewichts verlieren.

Grazer war beim Lachsfressen besonders erfolgreich. Ranger lobten sie als geschickte Anglerin. Ihre KörperfĂŒlle wurde auf gut 320 Kilogramm geschĂ€tzt. Chunk soll mit seinem wuchtigen Hinterteil rund 550 Kilo auf die Waage bringen. Doch nicht nur das geschĂ€tzte Endgewicht gibt den Ausschlag, auch andere Faktoren, wie Fressverhalten und Temperament, wiegen schwer. BĂ€ren-Fans legten sich mit Kommentaren fĂŒr ihre Lieblinge ins Zeug. «Chunks Bauch hĂ€ngt tiefer als seine Knie», witzelte ein Nutzer. «Ich liebe dich, Grazer, und alle BĂ€ren, die nicht fett genug waren, um zu gewinnen», schrieb ein anderer Fan auf der Park-Webseite.

Über 2000 BraunbĂ€ren in der Region

Im vorigen Jahr hatte der mĂ€chtige BĂ€r 747 mit dem Spitznamen Jumbo Jet die meisten Fans. Doch diesmal war er im Laufe der «Fat Bear»-Woche rausgeflogen, ebenso blieben JungbĂ€r 806 Spring Cub mit dem Spitznamen Pummeliger Prinz, der alte Otis oder die ĂŒppige Holly auf der Strecke.

Der Katmai-Park richtete die «Fat Bear Week» bereits zum neunten Mal aus. Der Wettbewerb soll ĂŒber das Ökosystem und den Lebensraum der ĂŒber 2000 BraunbĂ€ren in der Region informieren und auf Gefahren fĂŒr die Tiere hinzuweisen. Die WasserfĂ€lle des Brooks-Flusses sind ein kalorienreiches Buffet, an dem die Pelzriesen von Juni bis Oktober Lachse fangen. Es wĂ€re eine Katastrophe, wenn etwa in Folge des Klimawandels die LachsschwĂ€rme abnĂ€hmen, erzĂ€hlen die Ranger.

Chunk und Grazer gehen nach EinschĂ€tzung der ParkhĂŒter mit guten Fettreserven in den Winter. Weibchen Grazer habe in diesem Jahr keinen Nachwuchs gehabt und konnte daher ihre ganze Energie fĂŒr das eigene Anspecken nutzen. Der 18 Jahre alte Chunk, mit einer auffĂ€lligen Narbe auf der Schnauze, zĂ€hlt aus Sicht der Ranger zu den dominantesten BĂ€ren in dem Revier. Einen Sieger-Preis, etwa eine Portion Lachs, gibt es nicht. Eine gute Winterruhe ist die Belohnung.

@ dpa.de