BĂ€ren, Slowakei

Mehr als 40 BĂ€ren in der Slowakei abgeschossen

23.07.2024 - 11:37:58

BraunbĂ€ren sind eigentlich streng geschĂŒtzt. Doch es kommt in der Slowakei immer wieder zu ungewollten Begegnungen mit Menschen. Nun gibt es eine neue Notrufnummer.

Die Slowakei ist bekannt fĂŒr ihre große BraunbĂ€renpopulation. Doch kommt es immer wieder zu Konflikten mit Menschen. Seit Jahresbeginn bis Mitte Juli seien bereits 41 sogenannte «ProblembĂ€ren» abgeschossen worden, teilte die staatliche Naturschutzbehörde des Landes auf Anfrage mit. «In jedem einzelnen Fall handelte es sich um Individuen, die ihre Scheu vor den Menschen verloren hatten beziehungsweise eine Gefahr fĂŒr Leben, Gesundheit und Eigentum der BĂŒrger bedeuteten», teilte ein Sprecher in Banska Bystrica mit. Vor der Freigabe zum Abschuss finde eine eingehende PrĂŒfung statt.

Seit wenigen Tagen gibt es in der Slowakei eine neue einheitliche Rufnummer, um gefĂ€hrliche Begegnungen mit den Raubtieren zu melden. Unter der Nummer 18081 ist ein rund um die Uhr besetztes Lagezentrum zu erreichen. Dieses kann unter anderem sogenannte Interventionsteams entsenden. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Naturschutzbehörden liegt in der AufklĂ€rung und PrĂ€vention. Beispielsweise wird darauf geachtet, dass MĂŒllcontainer geschlossen sind, um die BĂ€ren nicht in die NĂ€he von HĂ€usern zu locken.

In der Slowakei mit rund 5,4 Millionen Einwohnern gibt es SchĂ€tzungen zufolge rund 1.300 BraunbĂ€ren. Bevorzugt leben sie in den Gebirgen oder in dichten WĂ€ldern. Immer wieder kommt es zu ZwischenfĂ€llen. Im FrĂŒhjahr wurden mehr als ein Dutzend Menschen zum Teil schwer verletzt, darunter Wanderer, Pilzsucher und Forstbedienstete. Im MĂ€rz stĂŒrzte eine Touristin auf der Flucht vor einem BĂ€ren und starb.

Bei einer ungewollten Begegnung mit einem BraunbĂ€ren raten Experten, ruhig stehenzubleiben und sich langsam zurĂŒckzuziehen. Keinesfalls sollte man mit den Armen winken, Steine werfen, laut schreien oder ein Selfie machen.

@ dpa.de