Brigitte Fassbaender erhält Theaterpreis «Der Faust 2026» für ihr Lebenswerk
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 18:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Sängerin Brigitte Fassbaender erhält den Theaterpreis «Der Faust 2026» für ihr Lebenswerk.
Jury würdigt Karriere auf und hinter der Bühne
Der Deutsche Bühnenverein teilte in Köln mit, die Jury ehre eine «Mezzosopranistin von herausragender Persönlichkeit, die in ihrer Karriere alle wichtigen Partien ihres Fachs gesungen hat». Nach ihrer aktiven Laufbahn als Sängerin profilierte sich Fassbaender ab 1995 auch als Musiktheater-Regisseurin.
Die Förderung junger Talente sei für Fassbaender ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Sie unterrichte weltweit in Meisterkursen und sei weiterhin als gefragte Opern-Regisseurin tätig.
Preisverleihung in Wiesbaden
Die Gesangspädagogin und Intendantin soll die Auszeichnung bei einer Gala am 14. November im Hessischen Staatstheater Wiesbaden erhalten. Fassbaender habe das Musiktheater «wie kaum eine Sängerin ihrer Generation» geprägt, erklärte die Jury.
Von der Opernbühne zur Intendanz
Als Mezzosopranistin trat Fassbaender auf zahlreichen Bühnen weltweit auf. Ihr Wechsel ins Regiefach und ihre spätere langjährige Intendanz des Tiroler Landestheaters in Innsbruck seien «Inspiration und Vorbild» für viele Frauen in dem damals noch stark männlich dominierten Beruf gewesen.
Fassbaender wurde 1939 in Berlin geboren und 1961 an die Bayerische Staatsoper engagiert. Von 1999 bis 2012 leitete sie das Tiroler Landestheater; zuvor war sie von 1995 bis 1997 Operndirektorin am Staatstheater Braunschweig.
Auszeichnung in zwölf weiteren Kategorien
Der Bühnenverein vergibt den Theaterpreis «Der Faust» seit 2006 gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder. Die Auszeichnung wird in insgesamt zwölf weiteren Kategorien vergeben.
Auszeichnung für ein Lebenswerk
Der Theaterpreis «Der Faust» würdigt Brigitte Fassbaender in einer Phase, in der ihre Laufbahn längst über die große Gesangskarriere hinausweist. Die Auszeichnung stellt damit nicht nur ihre Leistungen als Mezzosopranistin heraus, sondern auch ihren Wechsel in weitere zentrale Bereiche des Musiktheaters.
Fassbaenders beruflicher Weg verbindet mehrere Funktionen, die an Bühnen häufig getrennt betrachtet werden: Sie trat als Sängerin auf, arbeitete als Regisseurin, übernahm Leitungsverantwortung und engagierte sich in der Ausbildung. Ihre Stationen in Braunschweig und Innsbruck stehen dabei für den Übergang von der künstlerischen Einzelkarriere zur institutionellen Verantwortung.
Bedeutung für das Musiktheater
Besondere Bedeutung hat die Würdigung auch mit Blick auf Frauen in Führungspositionen. Die Jury hebt Fassbaenders Intendanz des Tiroler Landestheaters ausdrücklich als Vorbild hervor. Damit verweist der Preis auf eine Zeit, in der Leitungsämter im Theater noch deutlich stärker von Männern geprägt waren.
Für das Publikum macht die Auszeichnung sichtbar, wie nachhaltig eine Künstlerpersönlichkeit wirken kann: durch eigene Aufführungen, durch die Gestaltung von Spielplänen und Inszenierungen sowie durch die Förderung junger Sängerinnen und Sänger. Die Preisverleihung am 14. November in Wiesbaden bündelt diese unterschiedlichen Facetten ihrer Arbeit.
