Fest, MĂ€nner

«Fest der nackten MÀnner» in Japan wird eingestellt

21.02.2024 - 08:13:58 | dpa.de

Das berĂŒhmte Volksfest der nackten MĂ€nner in Japan fand in diesem Jahr zum letzten Mal statt. Damit endet die 1000-jĂ€hrige Geschichte. Aber wieso?

MĂ€nner, die nur mit einem Lendenschurz bekleidet sind, drĂ€ngeln sich bei dem ĂŒber 500 Jahre alten Saidaiji-Eyo-Festival im Saidaiji-Tempel, um einen heiligen Holzstab zu ergattern. - Foto: -/kyodo/dpa
MĂ€nner, die nur mit einem Lendenschurz bekleidet sind, drĂ€ngeln sich bei dem ĂŒber 500 Jahre alten Saidaiji-Eyo-Festival im Saidaiji-Tempel, um einen heiligen Holzstab zu ergattern. - Foto: -/kyodo/dpa

Es ist eines der wildesten Feste Japans: Beim berĂŒhmten Somin-sai-Festival liefern sich Horden von MĂ€nnern, die alle nichts weiter anhaben als einen Tanga-förmigen Lendenschurz und dĂŒnne Socken, nachts bei winterlichen Temperaturen ein heftiges Gerangel. Sie wollen einen Hanfsack mit GlĂŒcksbringern ergattern im Glauben, dass dies vor Unheil bewahrt. Das Spektakel im Kokusekiji-Tempel in der nordöstlichen PrĂ€fektur Iwate hat eine 1000-jĂ€hrige Geschichte - doch diese endete nun.

Das Heiligtum habe beschlossen, das Fest einzustellen, weil die Teilnehmer in die Jahre gekommen seien und es einen Mangel an Nachfolgern gebe, die die Tradition fortfĂŒhren könnten, berichtete die japanische Zeitung «Asahi Shimbun». Damit fĂ€llt eines der skurrilsten Volksfeste Japans der rasanten Überalterung zum Opfer. Kein anderes Industrieland altert so schnell wie Japan.

Und so versammelten sich in diesem Jahr ein letztes Mal Horden von fast nackten MĂ€nner in eisiger KĂ€lte in dem Tempel. Sie reinigten sich zunĂ€chst in einem Fluss und gingen dann zu einer Halle des Heiligtums, wo sie fĂŒr eine gute Ernte und andere Segnungen beteten, bevor sie dann um einen Hanfsack rangelten, der kleine GlĂŒcksbringer enthielt, wie die Zeitung berichtete.

Das Somin-sai-Festival war eines der drei wichtigsten «Hadaka Matsuri», Feste der nackten MĂ€nner, in dem Inselreich. Dazu gehört auch das Saidaiji Eyo im Tempel Saidaiji Kannonin in der 700 Kilometer von Tokio entfernten PrĂ€fektur Okayama. Auch dort rangeln nachts bei winterlichen Temperaturen 10 000 MĂ€nner im Lendenschurz und dĂŒnnen Socken, um zwei HolzstĂ€be zu ergattern in dem Glauben, dass diese ein Jahr lang GlĂŒck bringen.

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