Hochzeitstag, Ehepaar

102-JĂ€hriger und 98-JĂ€hrige feiern 80. Hochzeitstag

17.05.2024 - 16:01:12 | dpa.de

Das Ehepaar Schmelzer bringt es gemeinsam auf 200 Jahre - und feiert seinen 80. Hochzeitstag. Damit ist es laut Staatskanzlei Rheinland-Pfalz das derzeit in Deutschland am lÀngsten verheiratete Paar.

Ursula und Gottfried Schmelzer blicken auf ein bewegtes Leben zurĂŒck. - Foto: Andreas Arnold/dpa
Ursula und Gottfried Schmelzer blicken auf ein bewegtes Leben zurĂŒck. - Foto: Andreas Arnold/dpa

FĂŒr Gottfried Schmelzer war es Liebe auf den ersten Blick. «Wir haben uns vom ersten Moment an gut verstanden», erzĂ€hlt der 102-JĂ€hrige in seiner Wohnung in Bad Sobernheim, sĂŒdwestlich von Mainz gelegen. Kennengelernt hat er seine Frau Ursula bei der Arbeit in einer Verwaltungsbehörde in Berlin.

Schon bald darauf heirateten sie - 1944 vor genau 80 Jahren. Damit sind die Schmelzers nach Recherchen der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz derzeit das am lÀngsten verheiratete Paar in Deutschland. Und MinisterprÀsidentin Malu Dreyer (SPD) gratulierte ihnen persönlich.

«Ich war knapp 19 und mein Mann 22», erinnert sich die 98-JÀhrige an ihre Hochzeit. Er war ein Jahr vorher aus RumÀnien nach Berlin gekommen. «Liebe auf den ersten Blick? Nein», sagt sie. Aber: «Er war hartnÀckig. Er wollte mich. Und ich hatte dann auch nichts mehr dagegen.»

Gottfried Schmelzer erzĂ€hlt: «Ich habe sie zum Zug begleitet, und als sie auf Wiedersehen gesagt hat, bin ich mitgekommen, und von da an bin ich dann immer mitgekommen.» Das Paar blickt auf ein bewegtes Leben mit vielen Stationen und Reisen zurĂŒck, an die es sich auch heute noch gerne erinnert. «Wir machen viele AusflĂŒge in die Vergangenheit», sagt sie ĂŒber die GesprĂ€che mit ihrem Mann.

Es war ein langer Weg

«Unsere Hochzeit hat schon ein paar Stolpersteine gehabt», erinnert sich der 102-JÀhrige. Die notwendigen Papiere seien nicht auffindbar gewesen, weil das zustÀndige Berliner Standesamt ausgebombt worden war. «Dann ging die Telefoniererei los.» Die Papiere waren im Harz ausgelagert worden. Schmelzer machte sich sofort auf den Weg. «Am nÀchsten Tag konnten wir heiraten.»

ZunĂ€chst lebte das Paar in Frankfurt an der Oder, dem Heimatort von Ursula. Im Februar 1945 sei er dann eingezogen worden, und an Heiligabend habe er - zurĂŒck aus der Gefangenschaft - wieder zu Hause angeklopft.

«Wir hatten einen langen Weg», sagt die Jubilarin. Ende 1952 flĂŒchtete das Paar mit seinen drei kleinen Kindern ĂŒber Berlin in den Westen, ohne Hab und Gut, die jĂŒngste Tochter noch im Kinderwagen. Von dort ging es an den Niederrhein zu Gottfrieds Bruder, erzĂ€hlt Wolfgang (77), Sohn von Gottfried und Ursula. Dort lebte die fĂŒnfköpfige Familie fast ein Jahr im Wohnzimmer, bevor sie eine eigene Wohnung bekam.

Schlosser Schmelzer arbeitete nachts im Bergbau unter Tage an den Maschinen, und vormittags baute er FahrrĂ€der zusammen. Seine Frau verdiente Geld dazu, wĂ€hrend die Kinder in der Schule und im Kindergarten waren. «Wir hatten aber immer das GefĂŒhl, die Eltern sind fĂŒr uns da», erinnert sich Wolfgang. Vom Niederrhein ging es weiter in die NĂ€he von Siegburg, wo Ursula Schmelzer als SchulsekretĂ€rin arbeitete und ihr Mann Tauchpumpen baute.

«Ich liebe ihn heute noch und er liebt mich auch»

Das Geheimnis ihrer langen Ehe? «Ich liebe ihn heute noch und er liebt mich auch», sagt sie. «Wir passen einfach zueinander», sagte er. Und: «Seine Frau lieb haben.» Außerdem ist das Paar immer im GesprĂ€ch miteinander. Dazu komme eine große, intakte Familie: drei Kinder, sieben Enkel und acht Urenkel.

Die Lederwerkstatt von Tochter Ute (72) in einer alten MĂŒhle hat die Schmelzers vor rund 17 Jahren nach Bad Sobernheim im Kreis Bad Kreuznach gezogen. Gottfried Schmelzer half dort nach seiner Rente noch mit, jetzt fĂŒhrt eine Enkelin die GeschĂ€fte.

Wie hĂ€lt sich das gesellige und freundliche Paar so fit? «KreuzwortrĂ€tsel sind meine Leidenschaft», sagt der 102-JĂ€hrige, den es schmerzt, dass er nach einem Sturz jetzt eine Haushaltshilfe braucht. Er habe frĂŒher auch viel Sport gemacht. Und: «Meine Parole war immer: den aufrechten Weg gehen, und immer fair zu anderen sein.» Die 98-JĂ€hrige sagt: «Es liegt auch ein bisschen in der Familie.» Und: «Wir haben vor allem im Großen und Ganzen bisher GlĂŒck gehabt im Leben.»

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