Bandengewalt, Ecuador Mindestens

Bandengewalt in Ecuador: Mindestens acht Tote in Hafenstadt

10.01.2024 - 12:57:06 | dpa.de

Das einst friedliche Ecuador versinkt tiefer im Sumpf des Verbrechens. Kriminelle Banden kĂ€mpfen um ein StĂŒck vom Kuchen im DrogengeschĂ€ft. Nun demonstrieren sie ihre Macht sogar live im Fernsehen.

  • Sicherheitsmaßnahmen in Quito: Soldaten patrouillieren vor dem Regierungspalast. - Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa
    Sicherheitsmaßnahmen in Quito: Soldaten patrouillieren vor dem Regierungspalast. - Foto: Dolores Ochoa/AP/dpa
  • Soldaten am Fernsehsender TC, in den Bewaffnete wĂ€hrend einer Live-Übertragung eingedrungen sind. - Foto: Stringer/dpa
    Soldaten am Fernsehsender TC, in den Bewaffnete wĂ€hrend einer Live-Übertragung eingedrungen sind. - Foto: Stringer/dpa
  • Die Polizei fĂŒhrt Mitarbeiter des Fernsehsenders TC in Guayaquil aus dem GebĂ€ude. - Foto: Cesar Munoz/AP
    Die Polizei fĂŒhrt Mitarbeiter des Fernsehsenders TC in Guayaquil aus dem GebĂ€ude. - Foto: Cesar Munoz/AP
  • Die ecuadorianische Polizei fĂŒhrt Patrouillen und Durchsuchungen im historischen Zentrum von Quito durch. - Foto: Juan Diego Montenegro/dpa
    Die ecuadorianische Polizei fĂŒhrt Patrouillen und Durchsuchungen im historischen Zentrum von Quito durch. - Foto: Juan Diego Montenegro/dpa
  • Die Polizei zeigt PrĂ€senz auf den Straßen der Hauptstadt. - Foto: Juan Diego Montenegro/dpa
    Die Polizei zeigt PrĂ€senz auf den Straßen der Hauptstadt. - Foto: Juan Diego Montenegro/dpa
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In der ecuadorianischen Stadt Guayaquil sind bei mehreren VorfĂ€llen mit kriminellen Banden mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen seien verletzt worden, darunter ein Polizist, der Schusswunden davongetragen habe, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit. Es habe mehr als 20 VorfĂ€lle in der Hafenstadt gegeben, hieß es. Insgesamt seien mehr als 600 Notrufe eingegangen.

Bewaffnete waren am Nachmittag in die RÀumlichkeiten des staatlichen Fernsehsenders TC Televisión eingedrungen und hatten mehrere Mitarbeiter als Geiseln genommen. Spezialeinheiten der Polizei brachten den Fernsehsender spÀter wieder unter Kontrolle. Ob es bei dem Vorfall in den RÀumlichkeiten des Senders Tote und Verletzte gegeben hatte, war zunÀchst unklar.

Kriminelle dringen in KrankenhÀuser ein

In einem Einkaufszentrum seien zwei SicherheitskrĂ€fte und ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Kriminelle seien zudem in fĂŒnf KrankenhĂ€user der Stadt eingedrungen und hĂ€tten diese kurzzeitig besetzt. Die Polizei und das MilitĂ€r hĂ€tten die KrankenhĂ€user spĂ€ter wieder unter Kontrolle gebracht. Insgesamt seien 14 VerdĂ€chtige festgenommen worden.

Angesichts der eskalierenden Bandengewalt in Ecuador schickte PrĂ€sident Daniel Noboa die StreitkrĂ€fte ins Gefecht gegen die mĂ€chtigen Gangs des sĂŒdamerikanischen Landes. Ecuador befinde sich im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in einem internen bewaffneten Konflikt, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Dekret.

Ausnahmezustand verhÀngt

Wegen chaotischer ZustĂ€nde in den GefĂ€ngnissen hatte die Regierung des sĂŒdamerikanischen Landes erst am Montag den Ausnahmezustand verhĂ€ngt. Banden lieferten sich in den Haftanstalten heftige Auseinandersetzungen und nahmen WĂ€rter als Geiseln. Dem Chef der mĂ€chtigen Bande «Los Choneros», Adolfo MacĂ­as alias «Fito», war dabei laut GefĂ€ngnisverwaltung offenbar die Flucht gelungen.

Die Gewalt nahm in Ecuador in den vergangenen Jahren dramatisch zu. Mit rund 25 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnern wurde im Jahr 2022 einer der höchsten Werte Lateinamerikas gemessen.

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