Europol, Drogenhandel

Europol: Drogenhandel «aktiver denn je»

07.03.2024 - 19:41:11

Das organisierte Verbrechen in Europa ist laut einer Analyse von Europol und der EU-Drogenbehörde ein nicht zu unterschÀtzendes Sicherheitsproblem. Drogen seien dabei die Haupteinnahmequelle.

In der EU werden nach dem neuesten Drogenbericht jÀhrlich illegale Drogen im Wert von mehr als 31 Milliarden Euro gehandelt. Dabei ist Droge Nummer eins Cannabis mit rund 12 Milliarden Euro, gefolgt von Kokain mit rund 11,6 Milliarden Euro. Der Einfluss des internationalen Drogenhandels auf das Leben in den LÀndern werde immer stÀrker, warnten Europol und die EU-Drogenbehörde EMCCDA bei der PrÀsentation des Berichts.

Gewalt, Korruption und Untergrabung von Recht und Demokratie nÀhmen zu, sagte Europol-Chefin Catherine De Bolle in Den Haag. «Die kriminellen Netzwerke sind nicht lÀnger ein unsichtbarer Feind.» Ihr Einfluss sei sehr sichtbar. Etwa 800 Verbrechergruppen hÀtten die Ermittler ausgemacht, die die Sicherheit bedrohten. Drogen seien eine der Haupteinnahmequellen des organisierten Verbrechens.

Europa ist der Analyse zufolge zentral bei der Herstellung und Beschaffung von Drogen und dem Handel damit. Die Experten verweisen auf die Großproduktion von Cannabis und synthetischen Drogen in Europa sowie die großen Mengen von Kokain, die aus Lateinamerika geschmuggelt wĂŒrden.

Die Ermittler können aber auch auf Erfolge verweisen. In den vergangenen zehn Jahren sei weit mehr Kokain beschlagnahmt worden als zuvor. Das fĂŒhre aber auch zu mehr Gewalt in einigen StĂ€dten mit AnschlĂ€gen und Morden auf offener Straße, sagte De Bolle. «Die Unruhe bei den Banden nimmt zu.» Der Direktor der in Lissabon sitzenden EU-Drogenbehörde, Alexis Goosdee, betonte, der Kampf sei sicher nicht gewonnen. «Der illegale Drogenmarkt ist aktiver denn je und das zeigt sich in niedrigen Preisen und hoher QualitĂ€t.»

@ dpa.de