Die Hosenanziehhilfe und andere Erfindungen
09.04.2025 - 14:17:43Der Tummelplatz fĂŒr TĂŒftler aus aller Welt Ă€ndert sich: Beim 50. Erfindersalon in Genf gibt es viel Elektronik, viel Medizintechnik. Die Leute, die am stillen Ărtchen Klopapierhalter mit Beleuchtung erfinden oder mit einem faltbaren Strandkorb aufwarten, sind rar geworden. Die europĂ€ische PrĂ€senz auch. China und Hongkong, das separat gefĂŒhrt wird, dominieren das Feld mit rund der HĂ€lfte der gut 1.000 StĂ€nde. Aus Deutschland sind gerade mal zwei da. Rund 40 LĂ€nder sind vertreten. Die Erfinder suchen Geldgeber, Lizenznehmer und Entwicklungspartner. Ein paar Highlights:
Das faltbare AutodachgepÀcktrÀger
Viktor Rakoczi aus Immenstaad am Bodensee (Baden-WĂŒrttemberg) hat einen AutodachgepĂ€cktrĂ€ger entwickelt, der sich wie ein Zelt ein- und ausfalten lĂ€sst. Geschrumpft misst er nur noch 60 mal 80 Zentimeter, stört also praktisch nicht als Windwiderstand, wenn er mal nicht in Gebrauch ist. Das Material ist wie ein Cabrio-Dach, sagt der Ingenieur, die Enden sind mit Kunststoff verstĂ€rkt, damit die Ladung bei einer starken Bremsung nicht herausrutschen kann.Â
Desinfektionsmittel aus ZitronensÀure
Thomas Meneghini aus Memmingen in Bayern hat eine Firma fĂŒr Handreinigungsmittel. Die Coronazeit brachte ihn auf die Idee, ein Desinfektionsmittel ohne Ethanol zu entwickeln, das die Gesundheit gefĂ€hrden kann. Der Chemiker experimentierte mit dem «Kampfstoff der Pflanze», wie er sagt. Pflanzen schĂŒtzen sich mit ZitronensĂ€ure vor Keimen. Er fand heraus, wie sich damit innerhalb von Sekunden oder Minuten 99,999 Prozent aller Bakterien töten lassen, wie er sagt. Patente hat er in mehr als einem Dutzend LĂ€ndern, nun braucht er Lizenznehmer.
Der Hosenanzieher
Opa war krank und hatte Probleme, sich die Unterhose anzuziehen, wie Wai Shun Tsui, ein SchĂŒler aus Hongkong, erzĂ€hlt. Mit Kameraden hat er deshalb ein Gestell entwickelt. Die Hose wird eingespannt, fĂ€hrt auf Knopfdruck zum Einstieg bis fast auf den Boden, und auch wieder hoch. FĂŒr den Einsatz in Altenheimen gibt es eine Variante mit Kameras, die GröĂe und Taillenumfang messen und so verschiedenen Menschen beim Hose-Anziehen helfen kann.Â
Das Mega-Schachspiel
Lionel BlĂ©gean aus Frankreich hat schon als Teenager von einem Schachspiel mit mehr als einem Gegner getrĂ€umt. Er hat ein rundes Brett entwickelt, das strategisches Denken auf ein neues Niveau hebt. Einige Spielfeldreihen lassen sich drehen, was ĂŒber die Mitte des Brettes neue Wege in den Bereich der Gegner verschafft. Vier Leute können zusammen spielen. BlĂ©gean vertreibt sein Spiel schon fĂŒr 458 Euro.
Ein 100 Prozent solargetriebenes AutoÂ
Die angehende Luftfahrtingenieurin Aminata Lo aus Senegal zeigt das von ihrem Vater erfundene Auto, das ausschlieĂlich mit Solarzellen betrieben wird. Sie befinden sich auf Dach und Motorhaube, und da, wo sonst der Motor ist, sind Batterien eingebaut. WĂ€hrend der Fahrt laden sie sich automatisch auf.Â
«Der Erfindersalon ist wie ein Blick in die Zukunft», sagt Direktorin Caroline Simonet. FĂŒr viele Probleme von morgen wĂŒrden hier schon Ideen prĂ€sentiert. Der Salon rechnet bis Sonntag mit 25.000 Besuchern.


