Mildes, BĂ€ren

Mildes Wetter: BÀren in PyrenÀen verzichten auf Winterruhe

08.03.2024 - 16:36:09

Das Wetter war mild und es gab genug zu fressen: Deshalb haben BraunbÀren in den PyrenÀen auf ihre Winterruhe verzichtet. Mit dem Klimawandel könnte das zur Regel werden, meint ein Experte.

Wegen des milden Winters haben etlichen BraunbĂ€ren in den PyrenĂ€en offensichtlich auf ihre ĂŒbliche Winterruhe verzichtet und stattdessen ihre Umgebung erkundet oder schon mal nach Weibchen Ausschau gehalten.

«Bei diesem Tier hĂ€ngt die Winterruhe von zwei Faktoren ab: Wetter und Nahrung», sagte der Leiter des BraunbĂ€ren-Netzwerks der französischen Behörde fĂŒr BiodiversitĂ€t (OFB), Julien Steinmetz, der Zeitung «Le Monde». «Bei dem milden und freundlichen Wetter konnten sie sehr spĂ€t TrockenfrĂŒchte, Pflanzen oder Eicheln finden, daher die beobachteten AktivitĂ€ten.»

«Noch immer nicht mit der Winterruhe begonnen»

Zwar seien BĂ€ren dort auch sonst im Winter aktiv, diesmal aber hĂ€ufiger als ĂŒblich. Normalerweise frĂ€ĂŸen die BĂ€ren sich im Herbst voll, um Fett anzusammeln. FĂ€nden sie keine Nahrung mehr, wechselten sie in die Winterruhe und zögen sich dafĂŒr in Höhlen zurĂŒck, sagte Steinmetz. Der Verein «Land der BĂ€ren» hatte kĂŒrzlich Aufnahmen von Beobachtungskameras veröffentlicht, die eine BĂ€renmutter mit ihrem Nachwuchs sowie einen anderen BĂ€ren zwischen November und Februar in der Natur zeigten.

Die BĂ€ren gingen dann in Winterruhe, wenn die Nahrungssuche sie mehr Energie koste als sie einbringe, erklĂ€rte der Direktor des Vereins, Alain Reynes. «Da das Wetter in diesem Jahr besonders mild und der Herbst reich an FrĂŒchten war, finden sie leichter etwas zu fressen, weshalb einige noch immer nicht mit der Winterruhe begonnen haben.»

«Ich stelle vor allem fest, dass die großen MĂ€nnchen, die auf der Suche nach Weibchen sind, oder die jungen Erwachsenen, die ihren Berg entdecken, aktiv waren», sagte der GrĂŒnder des BraunbĂ€ren-Netzwerks, Jean-Jacques Camarra, der Zeitung «Monde». «Es ist denkbar, dass die Tiere eines Tages gar keine Winterruhe mehr halten, was natĂŒrlich vom Klima abhĂ€ngt.»

BĂ€ren vor fast 30 Jahren fast verschwunden

Die Zahl der in Frankreich in den PyrenÀen vorkommenden BraunbÀren ist zuletzt wieder auf rund 80 angestiegen, nachdem die BÀren in den Bergen an der Grenze zu Spanien 1995 bereits fast verschwunden waren. Auf der spanischen Seite der Berge wurden im vergangenen Jahr rund 400 BraunbÀren gezÀhlt.

Im Gegensatz zu vielen kleineren SÀugetieren wie FledermÀusen und Hamstern, die einen echten Winterschlaf machen, halten BraunbÀren meist nur eine immer wieder durch AktivitÀtsphasen unterbrochene Winterruhe, bei der die Körperfunktionen nicht so stark herabgesetzt sind. Winterschlaf und Winterruhe sind eine Strategie, um strenger Witterung und Nahrungsknappheit zu entgehen. Viele Lebensfunktionen werden dabei auf Sparflamme gesetzt.

@ dpa.de