Walfanggegner Paul Watson wird nicht an Japan ausgeliefert
17.12.2024 - 13:10:38Der bekannte Walfanggegner und Umweltaktivist Paul Watson wird nach Monaten in Gewahrsam auf Grönland nicht an die Walfangnation Japan ausgeliefert. Das hat das dÀnische Justizministerium entschieden. Der 74-JÀhrige könne nun zu seiner Familie nach Frankreich reisen, teilte eine AnwÀltin des Aktivisten, Julie Stage, der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Watson wurde nach Angaben der grönlÀndischen Polizei nach der Entscheidung des Ministeriums bereits am Morgen (Ortszeit) auf freien Fuà gesetzt.
Damit findet ein mehrmonatiges Ringen um Watsons Auslieferung kurz vor Weihnachten ein Ende. Der kanadisch-amerikanische StaatsbĂŒrger war im Juli auf Grundlage eines von Japan ausgestellten internationalen Haftbefehls in der grönlĂ€ndischen Hauptstadt Nuuk festgenommen worden, nachdem er den dortigen Hafen mit dem Schiff «John Paul DeJoria» angelaufen hatte. Seitdem wurde seine Zeit in Gewahrsam immer wieder verlĂ€ngert, wĂ€hrend unklar blieb, ob er nach Japan ausgeliefert wird.Â
Grönland ist weitgehend autonom, zĂ€hlt aber offiziell zum Königreich DĂ€nemark. Die letzte Entscheidung ĂŒber die Auslieferung lag damit beim dĂ€nischen Justizministerium.
Bekannter WalschĂŒtzer mit umstrittenen Methoden
Watson ist einer der bekanntesten WalschĂŒtzer. Er war einst eines der ersten Mitglieder von Greenpeace, spĂ€ter grĂŒndete er die Sea Shepherd Conservation Society. Angesichts seiner konfrontativen Methoden beim Schutz der MeeressĂ€uger betrachten ihn manche UmweltschĂŒtzer als Helden, andere halten ihn fĂŒr zu radikal.Â
Mit seinem Vorgehen hat er zudem diverse Walfangnationen gegen sich aufgebracht - insbesondere Japan. Nach einem Vorfall mit einem Walfangschiff in der Antarktis 2010 hatten die japanischen Behörden den besagten Haftbefehl gegen ihn ausgestellt und ihm vorgeworfen, das Schiff damals beschĂ€digt und die WalfĂ€nger an ihrer Arbeit gehindert zu haben.Â
Watson wies eine Schuld von sich. Seine AnwĂ€lte monierten, die VorwĂŒrfe seien nur ein Vorwand, um gegen ihn vorzugehen, weil er VerstöĂe von Japan gegen Abmachungen zum Schutz von Walen öffentlich gemacht habe. International gab es mehrere Aufrufe und Demonstrationen fĂŒr seine Freilassung.





