CSD-Demos, Bedrohungen

CSD-Demos sehen sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt

06.06.2025 - 05:00:38 | dpa.de

Der Christopher Street Day wird inzwischen an etwa 150 Orten in Deutschland gefeiert. Den Veranstaltern zufolge hat sich allerdings die Stimmung verÀndert. Welche Auswirkungen hat das?

Die CSD-Demos richten sich gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit. (Symbolbild) - Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Die Zahl der queerfeindlichen Straftaten steigt in Deutschland - auch die Demonstrationen anlĂ€sslich des Christopher Street Days (CSD) sehen sich zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. «Wir haben eine massive Zunahme von Online-Bedrohungen», sagte Kai Bölle, Vorstandsmitglied des Vereins CSD Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. Zudem wĂŒrden Gruppen junger Rechtsextremisten zu Gegenaktionen aufrufen. Bölle sagte: «Es hat eine neue QualitĂ€t bekommen.» Die Polizei sei bundesweit sensibilisiert und schĂŒtze die Demonstrationen.

Dem Verein zufolge gab es im vergangenen Jahr 150 CSD-Veranstaltungen mit etwa drei Millionen Teilnehmenden. An diesem Samstag sind Demos im Zeichen der Regenbogenflagge unter anderem in Hannover, SaarbrĂŒcken und Schwerin geplant. 2024 wurden 27 organisierte Gegenaktionen von rechtsextremistischen Gruppen gezĂ€hlt. Mit Bedrohungsmails an CSD-Veranstalter werde versucht, ein Klima der Angst zu erzeugen, sagte Bölle. «Die Teilnehmenden werden vorsichtiger, verabreden sich am Bahnhof und gehen in Gruppen zur Demo und zurĂŒck».

Bundesweite Meldestelle Queerfeindlichkeit gefordert

Queerfeindliche Straftaten gehören zum Bereich der politisch motivierten KriminalitĂ€t. Laut Bundeskriminalamt wurden im vergangenen Jahr 1.765 FĂ€lle (plus 18 Prozent gegenĂŒber 2023) im Bereich sexuelle Orientierung gemeldet sowie 1.152 FĂ€lle, die sich gegen Trans- oder nicht-binĂ€re Personen richteten (plus 35 Prozent). 

Andre Lehmann, Vorstand im LSVD? Verband Queere Vielfalt, sagte, queerfeindliche HasskriminalitĂ€t habe erneut einen «traurigen Höhepunkt» erreicht. Die hohen Zahlen zeigten jedoch bisher nicht das ganze Ausmaß. «Dazu fehlt eine einheitliche Erfassung durch die LĂ€nder, eine bundesweite Meldestelle sowie eine Erhellung der Dunkelziffer», kritisierte Lehmann. «Immer noch bleiben ungefĂ€hr 90 Prozent der gegen queere Menschen gerichteten Straftaten im Dunkeln.»

Fonds fĂŒr VerstĂ€rkung von Sicherheitsmaßnahmen

Als Reaktion auf die zunehmende Bedrohung fĂŒr CSD-Veranstaltungen haben die Kampagnenorganisation Campact und die Amadeu Antonio Stiftung einen sogenannten Regenbogenschutzfonds aufgelegt. Damit soll den Veranstaltern von CSDs mehr Geld zur VerfĂŒgung gestellt werden, um etwa Sicherheitsmaßnahmen zu verstĂ€rken, wie sie mitteilten. Timo Reinfrank, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung, teilte dazu mit: «Der Regenbogenschutzfonds ist unsere Antwort auf diesen Hass: eine konkrete UnterstĂŒtzung in Sicherheit fĂŒr alle, die trotz rechtsextremer EinschĂŒchterungen queeres Leben sichtbar machen.»

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
de | unterhaltung | 67455238 |